Europa-Premiere

13. August 2013 13:24; Akt: 13.08.2013 13:52 Print

Zürich testet velofreundliche Schienen

Velofahrer sollen in Zürich nie mehr Tramschienen zum Opfer fallen. Die VBZ testen deshalb eine Schiene mit einer speziellen Füllung. Das gibts sonst nirgendwo in Europa.

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Weil kein geeignetes Modell auf dem Markt ist, liessen die VBZ eine Schiene mit Füllung bauen. (Bild: Keystone)

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Ein europaweit neuartiges System, mit dem Tramgleise velofreundlich werden könnten, testen zurzeit die Verkehrsbetriebe der Stadt Zürich (VBZ). Nachdem bisherige Versuche erfolglos geblieben waren, setzen die VBZ nun auf eine speziell gebaute Schiene mit Füllung.

Getestet werden zwei verschiedene Füllungen: Eine hellgraue, etwas weichere aus geschäumtem Kunststoff und eine schwarze, härtere aus vulkanisiertem Gummi. Hansruedi Imhof, Leiter Bau und Unterhalt bei den VBZ, präsentierte sie am Dienstag den Medien.

Die Test-Füllungen sind nicht in herkömmliche Schienen eingefügt. Diese bieten mit einer Rillenhöhe von 47 Millimeter einfach zu wenig Platz. Auf dem Markt gebe es nichts Passendes, sagte Imhof. Kurzerhand baute man selber eine Schiene. Sie weist eine Rillentiefe von 67 Millimetern auf und ist auch sonst teilweise anders konstruiert.

Die Füllung wird in der Gleisrille angebracht. Die Trams drücken sie beim Drüberfahren ein, Velos aber vermögen dies nicht. Das Rad verklemmt nicht mehr in der Schiene, ein Sturz kann vermieden werden.

Eine Lösung, wie die aktuell getestete, gibt es laut VBZ-Direktor Guido Schoch noch nirgends in Europa. Man hoffe nun auf den «Durchbruch». Seit 2007 der Gemeinderat zwei Postulate zu velosicheren Tramschienen überwiesen habe, wurden mehrere Tests durchgeführt - keiner war erfolgreich.

Hohe Anforderungen

Die Anforderungen an die Füllungen sind hoch: Zu hart dürfen sie nicht sein, damit die Trams nicht entgleisen, zu weich nicht, damit die Veloräder nicht einsinken. Sie soll die Sicherheit für Velofahrende erhöhen, den Belastungen der bis zu sechs Tonnen schweren Trams widerstehen, Regen und Trockenheit, Hitze und Kälte aushalten und erst noch Streusalz ertragen.

Die Entwässerung der Schienen erfolgt wie bei herkömmlichen via Direktanschluss an die Kanalisation. Auch zum Reinigen können sie wie gewöhnliche Schienen abgesaugt werden.

Laut Imhof ist man zufrieden, wenn die Füllungen «eine Liegedauer von einem Jahr» haben, bevor sie ersetzt werden müssen. Mit dem Ersetzen würde jeweils auch gleich eine gründliche Reinigung vorgenommen.

Keine Flächendeckende Ausrüstung

Der Versuch läuft nun mehrere Monate lang. Aber auch wenn der Test positiv ausfällt: Eine flächendeckende Ausrüstung des Zürcher Tramschienen-Netzes ist nicht realisierbar, wie Projektleiter Sebastian Mench sagte. Über Weichen wäre ein Einbau ohnehin nicht möglich.

Neuralgische Strecken aber könnten dann mit der Gleisfüllung velosicher gemacht werden. Genaueres müsste zusammen mit der Velofachstelle abgeklärt werden

Sollte der Test negative Resultate bringen, hätte die VBZ noch eine dritte Füllung in Reserve. Diese sei für die Standard-Schiene «kreiert worden», sagte Imhof.

Hohe Kosten

Die Versuchs-Füllungen wurden auf einer Strecke von 90 Metern in Zürich Höngg angebracht, wo ohnehin die Gleise erneuert wurden, und wo der Velostreifen über die Haltestelle führt. Für den Versuch wenden die VBZ 415'000 Franken auf - einschliesslich Entwicklungskosten.

Aber auch wenn die Füllungen sich bewähren sollten und serienmässig hergestellt werden könnten, ist das Ganze teuer. Imhof sprach von einer Verdoppelung des Schienen-Laufmeter-Preises von heute rund 3500 Franken. Schon aus Kostengründen sei eine flächendeckende Ausrüstung kein Thema.

(rey/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Robert Aeschlimann am 13.08.2013 18:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eine gute Idee

    Wenn die Füllung dazu führt das alle Velofahrer , sich an die Verkehrsregeln halten, dann lohnt sich der Einbau auf jeden Fall.

  • Andreas Widmer am 13.08.2013 17:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Velo?

    War diesen Sommer in Amsterdam, werde in der Stadt Zürich sicher nicht mehr velofahern, denn egal was die Stadt unternimmt, an Amsterdam wird sie nie herankommen.

  • leila am 13.08.2013 23:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ....

    jaja hallo autobahnvigniette.....

Die neusten Leser-Kommentare

  • Alfred am 14.08.2013 14:00 Report Diesen Beitrag melden

    Sinnlose Kommentare

    Überlegt Euch zuerst einmal welchen Strassen wie finanziert werden. Es ist genau umgekehrt, die Velofahrer und Fussgänger finanzieren den Autoverkehr!!! Velofahrer fahren hauptsächlich auf Gemeindestrassen und die werden durch die direkten Steuern - die jeder bezahlt - finanziert. Die Aufwendungen für den Autoverkehr sind aber auch auf Gemeindestrassen viel grösser als für den Veloverkehr. Übrigens bezahlen die Velofahrer mehr Einkommenssteuern, da eh nur Sozialhilfebezüger Auto fahren.

  • Sven am 14.08.2013 08:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sonst noch Probleme?

    Klar doch und als nächstes beheizte Fahrradwege im Winter und alle 2km ein Cappuccino Stand um die Armen Fahrradfahrer zu wärmen.... Wir leben in einem Luxus-Land und anderswo wird jeder Rappen gedreht für eine anständige Mahlzeit.

  • leila am 13.08.2013 23:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ....

    jaja hallo autobahnvigniette.....

  • Franz am 13.08.2013 22:23 Report Diesen Beitrag melden

    VERKEHRS-ABGABE FÜR VELO-FAHRER

    Es kann nicht sein, das diese Velo-Gesellschaft die Velo-Infrastrukturen gratis erhalten. Der Staat muss endlich die Velo-Fahrer auch zur Kasse beten.

  • Zürcher am 13.08.2013 21:42 Report Diesen Beitrag melden

    Wer bezahlt das?

    Wenn ich richtig lese, kostet ein Kilometer Schienen so 3.5 Millionen mehr. Ist das wegen der paar Velofahrer, die sich den ohnehin gefährlichen Stadtverkehr antun, nicht ein bisschen viel?