Defekt im Feierabend

19. Juli 2019 16:48; Akt: 19.07.2019 19:07 Print

Zug blockierte Strecke von Lenzburg nach Zürich

Mitten im Feierabend kämpfte die SBB mit einem defekten Zug. Dieser blockiert den Verkehr zwischen Zürich und Lenzburg.

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Zwischen Lenzburg und Zürich kommt es wegen einem Defekt an einem Zug zu Verspätungen, Ausfällen und Umleitungen. Zugausfälle, massive Verspätungen, ausgelassene Haltestellen: Die Pünktlichkeit der SBB liess in den letzten Wochen zu wünschen übrig. Auf den Hauptachsen kamen im Juni teils bis zu 40 Prozent der Züge nicht rechtzeitig an – das zeigt die Auswertung der privaten Plattform puenktlichkeit.ch. Jetzt will die Politik eingreifen. Für SP-Nationalrätin Edith Graf-Litscher ist das ÖV-Netz ausgereizt und anfällig. «Aber dass die SBB bei Verspätungen gewisse Zughalte einfach auslässt oder Ersatzzüge ausfallen, weil keine Lokführer auf Pikett sind, ist schlicht inakzeptabel.» Graf-Litscher will die Verspätungen in der Verkehrskommission thematisieren und pocht auf Antworten von der SBB. Für sie ist klar: «Es braucht Möglichkeiten, dass im Störungsfall mehr Ersatzzüge, Ausweichrouten und Lokführer zur Verfügung stehen.» Laut Graf-Litscher ist der Bund mitschuldig, weil von der Bahn stets mehr Effizienz verlange. «So agiert die SBB dauernd am Limit und kann es sich gar nicht leisten, Personal auf Pikett in der Hinterhand zu haben.» Für SVP-Nationalrat Manfred Bühler ist der Handlungsbedarf da, aber nicht akut. «Im internationalen Vergleich haben wir ein äusserst erfolgreiches und pünktliches ÖV-System. Über geringfügige Verspätungen von 3 bis 5 Minuten zu jammern, ist ein Luxusproblem.» Wegen der Komplexität des ÖV-Systems seien Anpassungen nicht einfach umzusetzen, so Bühler. «Erhöht man auf Strecken die Zeitreserve der Züge, gibt es dafür weniger Verbindungen. Heisst, man kann nicht gleich viele Passagiere befördern. Und Züge beliebig zu verlängern, geht aufgrund der Bahnhof-Infrastrukturen nicht.» Auch die SBB wird nun aktiv und setzt die «Expertengruppe Pünktlichkeit» ein. Sie prüft Möglichkeiten, um Verspätungen zu vermeiden. Der Tenor: Der Bahnbetrieb brauche wieder etwas mehr Luft und eine bessere Stabilität – auch wenn dies allenfalls zulasten der maximalen Leistung gehe. Laut SBB-Sprecher Reto Schärli wird die Expertengruppe am 14. August ihre Vorschläge präsentieren. Er erklärt zudem die kritisierten Verspätungen im letzten Monat. Der Vorfall am 27. Juni, als unter anderem eine verbogene Schiene bei Bern zu einem Chaos führte und rund 315000 Kunden von Verspätungen betroffen waren, seien «zum Glück Einzelfälle und auch für die SBB inakzeptabel». Dass auf der Strecke Basel-Zürich im Juni 40 Prozent der Züge verspätet waren, darauf habe man nur bedingten Einfluss: «Diese kamen aus Deutschland schon klar verspätet an», so Schärli. SBB-Sprecher Schärli betont, einen störungsfreien Bahnbetrieb gebe es nicht: «Unsere Fachleute müssen täglich rund 500 Störungen bewältigen. Sie tun alles dafür, die Auswirkungen auf die Kunden zu minimieren.»

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Die SBB teilte am Freitagabend mit, dass der Bahnverkehr zwischen Lenzburg und dem Zürcher Hauptbahnhof beinträchtig war. Der Grund: Ein defekter Zug blockierte die Strecke.

Pendler mussen mit Verspätungen, Ausfällen und Umleitungen rechnen. Die Störung konnte mittlerweile behoben werden.

Reisende von Basel SBB
Passagiere, die von Basel nach Zürich reisen via IR36 / IR 37.

Reisende von Olten
- nach Aarau oder umgekehrt reisen via RE (Olten - Turgi).
- nach Zürich HB oder umgekehrt reisen via IC 8 / IR16.
- Die Züge IC 8 halten ausserordentlich in Olten.

Reisende von Aarau
- nach Zürich HB oder umgekehrt reisen via IR37 / IR16.
- nach Aarau oder umgekehrt reisen via S26.

(fss)