Angriffe und Pöbelei

29. Juni 2014 08:20; Akt: 29.06.2014 08:20 Print

Zum Selbstschutz – Retter tragen Pfefferspray

Bei 400 Einsätzen wurden Rettungssanitäter in Zürich angepöbelt oder gar angegriffen. Vier von fünf Sanitätern haben nun immer Pfefferspray dabei.

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Auch an die Street Parade gehen viele Retter nur noch mit Pfefferspray im Sack - weil es vorkommt, dass sie angepöbelt oder gar angegriffen werden. (Bild: Keystone/Alessandro Della Bella)

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In Zürich sind Rettungssanitäter 2013 bei 400 Einsätzen angepöbelt oder sogar körperlich attackiert worden. Wie die «NZZ am Sonntag» schreibt, handelte es sich bei drei Viertel der Vorfälle um verbale Angriffe. 100 Mal wurden die Sanitäter aber auch bespuckt, geschlagen oder mit Messern und anderen Waffen bedroht. Laut Roland Portmann, Kommunikationschef von Schutz und Rettung Zürich, sind die 400 Zwischenfälle im Vergleich zur Gesamtzahl von 34 000 Rettungseinsätzen im Jahr 2013 zwar relativ wenig. «Jeder Übergriff ist aber einer zu viel.»

Das Thema stehe denn auch regelmässig zur Diskussion. Aufgrund der meist unter Alkohol- und Drogeneinfluss zustande gekommenen Gefahrenmomente an Wochenenden trügen von den 130 bei Schutz und Rettung Zürich angestellten Einsatzkräfte über 100 einen Pfefferspray auf sich, so Portmann.

Zu berüchtigten Lokalen nur in Polizeibegleitung

Etwa fünf Retter rückten sogar mit einer stichsicheren Weste aus. Die Ausrüstung mit Pfefferspray und Weste ist bei Schutz und Rettung Zürich freiwillig. Wer Reizstoff bei sich haben will, muss den Umgang damit in einem Kurs lernen.

Es gibt Brennpunkte in Zürich, die suchen die Retter nicht ohne Polizeibegleitung auf. So gebe es bestimmte Adressen und berüchtigte Lokale, zu denen die Einsatzzentrale automatisch Retter und Polizisten gemeinsam aufbiete, erklärt Portmann. Dies gelte auch für gewalttätige Auseinandersetzungen, zu denen Sanitäter gerufen würden.

Die Rettungssanitäter in Bern und Basel, die nach eigenen Angaben nur in Einzelfällen mit gewalttätigen Angriffen konfrontiert sind, verzichten auf Pfefferspray in ihrer Ausrüstung. In Basel sind dafür alle Einsatzfahrzeuge von Sanität und Feuerwehr mit Schutzbrillen gegen Laserpointer-Angriffe ausgestattet.

(kai)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hanspeter Niederer am 29.06.2014 09:30 Report Diesen Beitrag melden

    Dekadenz pur

    Die Verblödung von gewissen Kreisen der Spass-Gesellschaft hat phänomenale Ausmasse angenommen.

  • Strub am 29.06.2014 09:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurig..

    Ist schon traurig, in welche Richtung sich das Partyleben entwickelt.

  • ueli am 29.06.2014 09:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    krank

    wie krank ist unsere gesellschaft nur geworden...?

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Einfach am 29.06.2014 14:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lösung

    Ganz einfach: Jeder muss seine Fingerabdrücke hinterlegen. Bevor ihm geholfen wird, wird überprüft ob bereits etwas vorgefallen ist. Ist dies der Fall überlässt man den "Patienten" seinem Schicksal. Selbiges Prinzip sollte auch von der Polizei angwendet werden.

  • Arnoldo am 29.06.2014 13:22 Report Diesen Beitrag melden

    Verrohung der Gesellschaft?

    Verblödung pur und die Sanitäter müssen diese Sumpfnasen auch noch betreuen!Weit hat es die Gesellschaft gebracht ohne Regeln und Konsequenzen!Am Montag wird alles wieder schön geredet und verharmlost,keiner fühlt sich verantwortlich! Wir können alle froh sein,dass es noch Optimisten und starke Menschen gibt,die den Beruf des Rettungssanitäters ausüben,DANKE !

  • B. Ürger am 29.06.2014 12:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unmut d. Volkes wächst rasant!

    Tja... der Unmut des Volkes gegenüber 'listig' agierenden Behörden und deren Beamte wächst... und wächst... und...

  • Bündner am 29.06.2014 12:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die ganze Street Parade ist doof

    Künstliche Menschenansammlungen in solchem Ausmass sind eh sinnlos und führen zu Problemen.

  • Clever-Smart am 29.06.2014 11:59 Report Diesen Beitrag melden

    USA macht's richtig

    Dieses Problem kann ganz einfach gelöst, oder zumindest sehr eingedämmt werden. Wer in den USA einen Polizisten, oder Sani tätlich angreift, erhält mindestens 1Jahr Knast, ohne Bewährung. Bei uns wissen die Party-Idioten ganz genau, dass ihnen nichts, ausser Verwarnung, Sozialstunden und Busse droht.