Zürcher Regierungsrat

11. Dezember 2008 13:32; Akt: 11.12.2008 13:34 Print

Zuviele Autos sind des Hasen Tod

Der Zürcher Regierungsrat stellt sich gegen ein Feldhasen-Jagdverbot. Nicht die Jagd, sondern der Verkehr ist gemäss Kantonsregierung die Hauptursache für den Tod von Feldhasen.

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Im Jagdjahr 2007/2008 wurden 25 Feldhasen im Kanton Zürich geschossen, 59 Tiere starben auf den Strassen, wie es in einer am Donnerstag veröffentlichten Antwort auf ein Postulat der Kantonsrätin Hedi Strahm (SP, Winterthur) heisst.

Die Dunkelziffer dürfte noch wesentlich höher liegen, da die überfahrenen Tiere oft innert kurzer Zeit von Füchsen von der Strasse weggeschleppt und daher nicht mitgezählt werden.

Neuste Untersuchungen zeigen zudem, dass die Jagd oder Raubtiere keinen nennenswerten Einfluss auf die Feldhasenpopulation haben, wie es weiter heisst. Hauptsächliche Faktoren für den Bestand sind vor allem die Grösse und die Beschaffenheit des Lebensraums.

Dem Feldhasen zu schaffen machen vor allem die intensive Landwirtschaft und die Zersiedlung. Dadurch werden die Populationen isoliert, bei denen dadurch der genetische Austausch kleiner wird und diese vollständig zum Erliegen bringen kann.

Der Regierungsrat hatte sich bereits vor einigen Jahren gegen ein Feldhasen-Jagdverbot geäussert. Weit entscheidender wäre eine Aufwertung der Lebensräume, heisst es weiter.

Der Feldhase steht auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten als «potenziell gefährdet» und der Bestand ist auch im Kanton Zürich seit Jahrzehnten klein. Seit einigen Jahren ist die Anzahl aber nicht mehr rückläufig. Im Rafzerfeld hat sich die Zahl der Feldhasen seit 2001 mehr als verdoppelt, wie das Feldhasenmonitoring 2008 der Schweizerischen Vogelwarte zeigt.

(sda)