Hinters Licht geführt

16. Dezember 2008 16:14; Akt: 16.12.2008 16:19 Print

Zwei Anlagebetrüger verurteilt

Der Bezirksgericht Zürich hat zwei Zürcher Anlagebetrüger, denen über 100 Personen auf den Leim gegangen sind, zu Freiheitsstrafen verurteilt.

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Den gutgläubigen Anlegern haben die beiden Verurteilten über 5 Mio. Franken aus den Taschen gezogen.
Mit der angeblich international tätigen «Westexx-Firmengruppe» versprachen ein heute 58-jähriger Ökonom aus Glattbrugg und ein 50-jähriger Stadtzürcher Börsenhändler das schnelle und vor allem das grosse Geld. In erster Linie garantierten sie mit dem Kauf von Aktien und Futures der «Westcoast USA» einen traumhaften Gewinn.

Zwar gab es die «Westcoast USA» tatsächlich, allerdings nur als inaktive Briefkastenfirma in Oregon. Die über 3 Millionen Franken, welche die Verurteilten zwischen Ende 2001 und September 2003 einnahmen, wurden denn auch nicht an der Börse investiert, sondern blieb bei den Verurteilten.

Weitere knapp 2 Millionen Franken ergatterten sich einer der beiden Betrüger von 2003 bis 2005 mit einem ähnlichen Vorgehen mit einem Finanzunternehmen, welches sie Eurofinas AG nannten. Diese Delikte beging er, obwohl die Eidgenössische Bankenkommission (EBK) inzwischen auf die Machenschaften aufmerksam wurde.

Der Staatsanwalt sprach vor dem Bezirksgericht denn auch von klassischen Schwindelgründungen und purer Arglist. Für den jüngeren uneinsichtigen Angeklagten verlangte der Staatsanwalt wegen professionellen Betrugs, Veruntreuung und weiteren Delikten eine hohe Freiheitsstrafe von fünf Jahren.

Für den zweiten Betrüger war eine unbedingte Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren beantragt. Im am Dienstag veröffentlichten Urteil erhielt der Hauptbeschuldigte eine unbedingte Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren.

Sein Geschäftspartner erhielt eine teilbedingte Freiheitsstrafe von drei Jahren. Davon soll er 15 Monate hinter Gitter verbüssen. Beide Angeklagten wurden zudem verpflichtet, diversen Anlegern Schadenersatz zu zahlen.

(sda)