SP-Nationalratsliste

09. Juni 2011 14:44; Akt: 09.06.2011 17:11 Print

Zweite Chance für Anita Thanei

Für Anita Thanei tut sich ein Hintertürchen auf. Die von den SP-Delegierten nicht als Nationalratskandidatin nominierte Zürcherin kann sich erneut den Delegierten der SP stellen.

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Die Zürcher SP-Nationalrätin Anita Thanei könnte doch noch einen Platz auf der Kandidatenliste für die Nationalratswahlen erhalten: Nachdem die Delegiertenversammlung (DV) sie am 14. Mai ausgebootet hat, darf sie sich nun am 12. Juli erneut vor der DV bewerben.

Falls sie im Nachhinein doch noch nominiert wird, muss Thanei allerdings auf dem 34. und letzten Listenplatz antreten, wie Kantonal-Parteipräsident Stefan Feldmann am Donnerstag gegenüber der Nachrichtenagentur SDA sagte.

Dies werde sicher «nicht einfach und ein harter Wahlkampf», sagte Thanei auf Anfrage. Sie glaube aber, es sei machbar, auch von diesem Platz aus wieder gewählt zu werden.

Die 56-jährige Rechtsanwältin politisiert seit 16 Jahren im Nationalrat. Sie hatte an der DV vom 14. Mai das 2/3-Quorum für die Nomination nicht erreicht, das die SP Zürich für Parlamentarierinnen und Parlamentarier mit mehr als 12 Amtsjahren eingeführt hat.

Im Unterschied zu ihr hatten Anderas Gross (seit 1991 im Nationalrat) und Jacqueline Fehr (seit 1998) die Hürde problemlos geschafft. Thanei würde an der kommenden DV gern erfahren, was man ihr vorwirft, wie sie sagte.

Hohe Wellen

Die Abfuhr für Thanei hatte innerhalb der Partei hohe Wellen geworfen. Gerade im Hinblick auf das aktuelle Thema Wohnpolitik sei der Verzicht auf eine kompetente Mietrechtsspezialistin unverantwortlich, wurde unter anderem argumentiert.

Dies hatte die Parteileitung bewogen, Hand zu bieten zu einer einvernehmlichen Lösung. Sie hat sich mit Thanei geeinigt, wie sie mitteilte. Die erneute Präsentation vor der DV erfolge auf Thaneis eigenen Wunsch. Thanei versicherte, sie werde das Verdikt des Gremiums respektieren.

Voraussetzung für die «zweite Chance» war ein freier Listenplatz. Diesen gibt es mittlerweile: Der Zürcher Gemeinderat Jean-Daniel Strub hat sich bereit erklärt, auf seine Kandidatur (auf Platz 28) zu verzichten.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Heinz Meier am 09.06.2011 15:17 Report Diesen Beitrag melden

    Zwängerei

    Diese Kehrtwende einfach schrecklich. Wo sind wir überhaupt, wenn die Partei Nein gesagt soll die Dame das endlich akzeptieren und von der Bildfläche verschwinden, reine zwängerei. Die Wahlen stehen ja bald vor der Tür, hoffentlich erhält diese Zwängerpartei dann das ihr zustehende Wahlergebnis.

  • Guschti am 09.06.2011 20:39 Report Diesen Beitrag melden

    Komisches Verhalten

    Man sollte auch merken wenns nicht merh passt... Zwängerei...aber SP!

  • Elias Truttmann am 09.06.2011 15:01 Report Diesen Beitrag melden

    Eigengoal

    Köstlich! Nun ist das Drama perfekt - es wird einfach so oft abgestimmt, bis das gewünschte Ergebnis vorliegt, wie in Moskau in den guten alten Zeiten...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Silver am 10.06.2011 11:16 Report Diesen Beitrag melden

    SP demokratische Wahlen?

    Schon komisch. Eine demokratisch nicht Gewählte zwängelt und stämpfelet. Und die SP Leitung bekommt kalte Füsse. Ich verstehe die Nichtwahl auch nicht - ich hätte A. Gross den längst fälligen Laufpass gegeben, denn der tut gar rein nichts für die Schweiz - nur für sich selbst. A. Thanei setzt sich zumindest für die Mieter ein. Und sie hat Glück, dass ein junger für sie zurückgetreten ist und ein Listenplatz frei wurde.

  • Veronika am 10.06.2011 09:37 Report Diesen Beitrag melden

    Zitat...

    Kein Abschied auf der Welt fällt schwerer als der Abschied von der Macht. Charles Maurice de Talleyrand

  • Guschti am 09.06.2011 20:39 Report Diesen Beitrag melden

    Komisches Verhalten

    Man sollte auch merken wenns nicht merh passt... Zwängerei...aber SP!

  • sattila am 09.06.2011 18:40 Report Diesen Beitrag melden

    Abseits

    Die SP qualifiziert sich selbst in Abseits

  • Rolf G. am 09.06.2011 17:35 Report Diesen Beitrag melden

    Ihre Zeit ist vorbei...

    Zu spät, du rettest den Freund nicht mehr..... (Schiller) und Zwängen hilft schon gar nichts. Frau Thanei, Ihre Zeit ist vorbei, vorbei, vorbei.....