ZÜRICH

21. Dezember 2008 22:34; Akt: 21.12.2008 23:52 Print

Zweiter Sonntagsverkauf: Krise nur leicht zu spüren

von Nuria Furrer - Trotz Finanzkrise: Am letzten Sonntagsverkauf vor Weihnachten stürmten Tausende in die Innenstadt – vor allem an die Bahnhofstrasse.

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Wer gestern gemütlich durch Zürich schlendern wollte, musste in die Seitengassen der Altstadt ausweichen. An der Bahnhofstrasse war ­Hektik angesagt. Auf der ­Suche nach dem perfekten Weihnachtsgeschenk waren die Kunden laut Globus trotz ­Finanzkrise bereit, tief in die Taschen zu greifen. «Unser Jahresumsatz liegt sogar über dem letztjährigen», so Globus-Geschäftsführerin Susann ­Vogel. Luxusaccessoires wie Kaschmirschals und Handschuhe seien besonders beliebt. Der Hit bei den Kindergeschenken seien Carrera-Rennbahnen.

Etwas weniger zufrieden gibt sich Jelmoli-Geschäftsführer Hanspeter Grüninger: «In den letzten Wochen stellen wir fest, dass die Leute mehr auf den Preis achten. Trotzdem werden wir den letztjährigen Umsatz wohl knapp erreichen.» Mehrere Geschäfte in der Altstadt ­klagen dagegen über Umsatz­einbussen: «Das Weihnachtsgeschäft lief dieses Jahr sehr schlecht, die Rezession ist schon in den Köpfen der Leute», sagt etwa Roger Rüegg, Geschäftsführer der Jeanskantine. Robert Ober, Präsident der City-Vereinigung, zieht jedoch eine positive Bilanz: «Wir erreichen die Zahlen vom Vorjahr. Damit können wir zufrieden sein.»

Wie erleben Sie den Sonntagsverkauf?

Katiuscia Ienco (17), Bassersdorf
Ich finde den Sonntagsverkauf eher anstrengend und hektisch, ich mach das nur meiner Schwester zuliebe. Geschenke für Freunde und Familie habe ich noch keine, deshalb muss ich jetzt Gas geben.

Florian Haudenschild (36), Dübendorf
Meistens fehlt mir kurz vor Weihnachten noch etwas. Unter Druck kaufe ich aber eh besser ein. Heute bin ich schon fündig geworden. Ich kaufe nur Geschenke für die Familie, Freunde kriegen nichts.

Frank Segginger (30), Zürich
Ich gehe jedes Jahr an den Sonntagsverkauf. Ich habe sonst keine Zeit, Geschenke zu besorgen. Vor Mittag war es noch gemütlich, weil es nicht so viele Leute hatte. Fündig geworden bin ich noch nicht.

Debora Ienco (20), Bassersdorf
Ich habe nur heute Zeit, Geschenke für meine Kollegen zu kaufen. Es ist zwar anstrengend am Sonntagsverkauf, aber auch mal etwas anderes. Ich komme immer ­extra früh, dann ist es weniger hektisch.

Daniel Prummer (46), Rüschlikon
Dieses Jahr war ich sehr organisiert, ich habe bereits alle Geschenke. Ich bin nur hier, um meinen Kollegen zu begleiten. Mir gefällt die gemütliche Stimmung in der Stadt, vor allem im Niederdorf.