28. Juli 2007 21:02; Akt: 13.08.2007 14:38 Print

«Beste WM aller Zeiten»

Trotz der sportlich unbefriedigenden Schweizer Resultate sind die Gstaader Organisatoren mit der WM vollumfänglich zufrieden.

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Ruben Acosta, der Präsident des internationalen Verbandes FIVB, sprach gar von der «besten WM aller Zeiten».

Am Mittwoch, dem zweiten WM-Tag, waren die Tribünen des Centre Courts zur Überraschung aller vollbesetzt. Angelo Squeo, der Beachvolleyball-Verantwortliche der FIVB, war dermassen begeistert, dass er zusammen mit Swiss-Volley-Präsident Christoph Stern Ruben Acosta (73) anrief und ihm via Handy die tolle Stimmung der Gstaader «Festhütte» übermittelte. Zwei Tage später überzeugte sich der mexikanische FIVB-Präsident selbst vor Ort. Und es schien dem umstrittenen «Sonnenkönig» gefallen zu haben.

Acosta trat nicht selbst vor die Medien, liess aber via Christoph Stern ausrichten, dass der FIVB «äusserst zufrieden» sei und Gstaad «zweifellos die beste WM aller Zeiten» organisiert habe. Und dies seien keine leeren Worte. «Ich bin froh, dass wir das Wagnis eingegangen sind. Die WM war für die Organisatoren, den Schweizer Verband und den Schweizer Volleyball-Sport ein Riesenerfolg», freute sich Stern. Und Turnierdirektor Ruedi Kunz resümierte: «Fünf Tage ausverkauft, tolles Wetter, keine gravierenden Vorfälle und eine super Stimmung - die WM war eine Erfolgsgeschichte.»

100 000 Besucher waren in Gstaad, 35 000 davon kauften von Donnerstag bis Sonntag ein Ticket - zuvor war Gratiseintritt. «Am Wochenende hätten wir wohl noch mehrere tausend Billete mehr verkaufen können», mutmasste Kunz. «Das einzige, was wir im Nachhinein vielleicht ändern würden, wäre Gstaad grösser zu bauen», witzelte der gut gelaunte Turnierdirektor.

Finanziell erhofft sich Kunz «eine Null». Geld verdienen könne man mit Beachvolleyball-Anlässen keines. Das Budget stieg im Verlauf der Woche wegen den kurzfristigen Massnahmen (Erweiterung Tribünen, Grossleinwand etc.) auf rund 6 Millionen Franken. Die zusätzlichen Aufwendungen seien aber mit den höheren Einnahmen aufgefangen worden. Im kommenden Jahr werde beim Grand-Slam-Turnier einige Details angepasst, grundsätzlich aber wieder auf das letztjährige Niveau zurückgefahren. 2006 betrug das Budget zirka 2 Millionen Franken.

Für Ruedi Kunz war das Schweizer Abschneiden der einzige negative Aspekt der Woche. «Die Schweizer Teams tun mir leid, auch sie hätten ein gutes Resultat verdient. Das Herz blutete einerseits sehr stark, andererseits lieber sportlich verlieren, als mit Doping gewinnen.» Stern bezeichnete die sportliche Bilanz zuerst als «leicht durchzogen», bevor er nachdoppelte und zugab, «überhaupt nicht zufrieden zu sein». Man werde die WM nun analysieren müssen, denn an den Olympischen Spielen in Peking «muss die Post abgehen».

(sda)