Freistoss

02. Mai 2008 12:54; Akt: 23.05.2008 16:22 Print

«Es gibt keinen zweiten wie Bregy»

von Reto Fehr - Dass er ein Turnier-Spieler erster Güte ist, hat Georges Bregy längst bewiesen. Bei der EM im eigenen Land wird er bei 20 Minuten Online beweisen, dass er ein ausgewiesener Turnier-Experte ist.

Georges Bregys legendärer Freistoss.
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Bregy wird vor und während der EM mit dem Hauptaugenmerk auf die Schweizer Nati die Kolumne «Freistoss» bei 20 Minuten Online schreiben. Als Auftakt dient das spannende Saisonfinale in der Axpo Super League, bevor es dann mit dem Vorbereitungs-Trainingslager und den Testspielen gegen die Slowakei und Liechtenstein für die Schweizer Nati ernst wird.

Bregy ist spätestens dank seinem legendären Freistosstor gegen den Gastgeber an der WM 1994 in den USA bekannt (siehe Video oben). Damals erwischte er US-Keeper Tony Meola in der 39. Minute mit einem Freistoss kurz vor dem Strafraum aus halblinker Position in der Torhüterecke. Dies war nicht nur der erste Schweizer Treffer an einer WM seit 28 Jahren, sondern gleichzeitig der erste Indoor-Treffer an einer Fussball-Weltmeisterschaft. 73 400 Fans sahen in Detroit das Goal, welches Kommentator Beni Thurnheer wenig später zu seinem legendären Satz: «Es gibt keinen zweiten wie Bregy», hinreissen liess. Der Amerikaner Eric Wynalda widerlegte allerdings diese These kurz vor der Pause.

Der Freistosstreffer war der letzte von insgesamt zwölf Toren des damals 36-Jährigen im Trikot der Schweizer Nati. Nach dem Achtelfinal-Aus gegen Spanien (0:3) beendete der Spielmacher seine Profi-Karriere mit dem 54. Länderspiel. Der Walliser kann auf einen Meistertitel 1986 mit YB und zwei Cupsiege mit Sion (1980 und 1982) zurückblicken.


Trainer bei Lausanne, Thun und Zürich

Für die Saison 1994/95 kehrte er in seine Heimat nach Raron zurück. Dort übernahm Bregy den damaligen Erstligisten als Spielertrainer. Nach nur einer Saison führte sein Weg zurück in den Spitzenfussball: Als Trainer kam er nach erfolgreichen Engagements bei Lausanne (Cupsieger 1998) und Thun im Sommer 2001 zum FC Zürich. Dort wurde der Walliser im März 2003 entlassen. «Die Harmonie stimmte nicht mehr», so Bregy. Seither ist der heute 50-Jährige nicht mehr im Profi-Fussball tätig. Im Sommer 2005 nahm er ein Angebot von Stäfa an. «Man hat mir Interesse signalisiert und innert 48 Stunden entschied ich mich für diese neue Herausforderung», erinnert sich der langjährige Profi und hält fest, «bis heute habe ich das nie bereut». Stäfa kämpft in dieser Saison in der Interregionalen 2. Liga gegen den Abstieg.

Beruflich stieg der Freistossspezialist Ende 2003 in die Versicherungsbranche ein und arbeitet seit 2006 als Unternehmensberater bei der Basler Versicherung.


Weiterhin eng mit dem Fussball verbunden

In seiner Freizeit schnürt er die Schuhe für die Veteranen des FC Thalwil. Obwohl er dort nur noch «zum Plausch» mitkickt, wird er immer wieder erkannt und von der Vergangenheit eingeholt: «Die Gegner setzen oft einen Spieler auf mich an, was ich natürlich nicht so toll finde. Ich werde ja auch nicht mehr jünger.» Die Axpo Super League verfolgt Bregy mit Interesse und ist auch ab und zu im Stadion anzutreffen. Natürlich ist er zudem weiterhin mit der Nati verbunden. «Die Entwicklung der Nati habe ich die letzten zwei Jahre intensiv verfolgt», so Bregy.

Eine Rückkehr in den Profi-Fussball will er nicht ausschliessen. «Aber nicht mehr als Trainer, da muss man zu kurzfristig denken. Die Rolle als Sportchef kann ich mir dagegen gut vorstellen.»