Leistungstest mit Maske

28. August 2012 14:49; Akt: 15.09.2012 11:37 Print

Strampeln, bis wir fast vom Velo fallen

von Reto Fehr - Im Hinblick auf das Cape Epic machen wir zur besseren Trainingsgestaltung einen Leistungstest. Das bedeutet: Maske auf und radeln bis zum Gehtnichtmehr.

Der Leistungstest im Hinblick auf das Cape Epic 2013. (Video: Debby Galka)
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Wichtig bei der Teilnahme am Cape Epic, einem der härtesten Mountainbike-Rennen der Welt, ist die Erholungsphase. Während 8 Tagen gilt es, täglich gut 100 Kilometer und deren 2000 Höhenmeter zu bewältigen. Da ist es logisch, dass die schnelle Regenerierung von den täglichen Strapazen eine Hauptrolle spielen wird.

Um unser Training zu optimieren, absolvieren wir bei Balgrist move>med einen Laktatstufen-Leistungstest. Das Laktat im Blut ist neben der Messung der Herzfrequenz und der Geschwindigkeit die wichtigste Messgrösse für die Trainingsplanung und Belastungssteuerung. Mit dem Tragen einer speziellen Sauerstoffmaske kann zudem eine Analyse der Atemluft gemacht werden. «Es geht darum, dass ihr an eure Grenzen kommt und wir sehen, wo ihr bei der Leistungsfähigkeit steht», so Sportwissenschaftlerin Andrea Vrana.

Grundlagen müssen trainiert werden

Der Test ist schnell erklärt. Man sitzt aufs Velo und strampelt bei 40 Watt Widerstand los. Alle drei Minuten wird am Finger Blut genommen und die Wattstärke um 30 erhöht. Man fährt einfach, bis man nicht mehr kann. Unsere Testbetreuerinnen können sich ein Lächeln vor dem Start kaum verkneifen: «Ihr werdet euch danach wie tot fühlen.»

Die zwei haben Recht. Während die ersten Stufen noch problemlos vergehen, wird es bald extrem hart. Der Schweiss tropft, das Herz pumpt, die Kraft schwindet. Völlig ausgelaugt müssen wir bei 220 respektive 310 Watt kapitulieren. Das reicht bei den Maximalwerten immerhin für ein «gut», bei Nina gar an der Grenze zu «hervorragend».

Umfassendes Grundlagentraining extrem wichtig

Wie erwähnt, ist die Erholung fast noch wichtiger. An diesen Grundlagen müssen wir in den nächsten Monaten bis zum Rennen im März 2013 arbeiten. Durch gezieltes Basistraining kann die übermässige Laktatproduktion bei der Anstrengung gebremst werden, die Laktatkurve verschiebt sich nach rechts und wir kommen später in den Bereich, in welchem die Muskeln übersäuern.

Unser Ochsner-Sport-Coach Urs Gerig weiss: «Ein umfassendes Grundlagentraining ist in jeder Trainingsplanung einer der ersten und wichtigsten Schritte. Versucht, gerade jetzt, solange die Temperaturen noch angenehm sind, möglichst lange und gleichmässig in einem niedrigen Puls zu fahren.» Doch damit alleine hat es sich noch nicht getan: «Als Nächstes nehmen wir das Krafttraining unter die Lupe, welches auch eine sehr wichtige Rolle bei einem guten Aufbautraining spielt», so Gerig. Keine Frage: In den nächsten Monaten wird uns nicht langweilig.