Nach den Derby-Krawallen

03. Oktober 2011 05:03; Akt: 04.10.2011 14:28 Print

«Eine rote Linie wurde überschritten»

Nicht schon wieder! Die Fan-Krawalle beim Stadtzürcher Derby lassen viele Fussballfans ratlos zurück. Das Protokoll – und was der Fussballverband nun unternehmen will.

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Es sollte ein Fussballfest werden. Alles war bereit für das 226. Stadtderby zwischen GC und dem FCZ. Ein schöner Herbsttag, rund 15 000 Zuschauer fanden den Weg in den Letzigrund. GC präsentierte sich spritzig, der FCZ hatte seine liebe Mühe (siehe Box).

Bis in der zweite Halbzeit alles ausser Kontrolle geriet. GC-Fans hatten sich in ihrem Sektor vermummt und zur Provokation der gegnerischen Fans FCZ-Fahnen verbrannt. Darauf stürmten FCZ-Fans von der Südkurve in Richtung GC-Block und warfen Leuchtpetarden. Es kam zu wüsten Schlägereien. Schiedsrichter Sascha Kever musste das Spiel in der 77. Minute abbrechen. Eine Chronologie der Ereignisse zeigt unsere Bildstrecke oben.

«Wir haben erstklassiges Videomaterial»

Christian Schöttli, Sicherheitsverantwortlicher des Fussballverbandes und der Liga, kündigt harte Massnahmen an: «Wir haben erstklassiges Video-Material und sehr genau eruieren können, wo respektive bei wem diese Vorfälle ihren Ursprung haben.» Deshalb seien am Sonntagabend bereits erste Personen festgenommen worden. Die Zusammenarbeit zwischen Fussball- und Polizei-Führung sei sehr gut gewesen. Man werde weiter sehr zielorientiert vorgehen.

Nach dem Abbruch des Spiels hätten die verfeindeten Fangruppierungen ausserhalb des Stadions versucht, erneut aufeinander einzuprügeln, wie die Stadtpolizei Zürich am Abend mitteilte. Dies habe jedoch verhindert werden können. Im Verlauf des Abends hätten rund 100 «Risikofans» des FCZ im Kreis 5 erneut die Konfrontation mit gegnerischen Fangruppen gesucht. Auch dies habe durch die Einsatzkräfte unterbunden werden können. Die Lage beruhigte sich erst gegen 20.45 Uhr. Bei den Ausschreitungen im Stadion zogen sich sechs Fussballfans leichte Verletzungen zu, welche ambulant behandelt werden konnten. Insgesamt verhaftete die Stadtpolizei Zürich vier Personen. Ein 28-jähriger Schweizer wird wegen Körperverletzung der Staatsanwaltschaft Zürich zugeführt. Drei weitere Männer wurden nach einer Überprüfung wieder entlassen.


FCZ-Anhänger stürmen in Richtung GC-Block (Video: Leser-Reporter Severin)

Für seinen Spielabbruch erhält Schiedsrichter Kever vollste Rückendeckung vom Fussballverband: «Mit dem Petardenwurf von der einen in die andere Fangruppe wurde die rote Linie überschritten, die gemäss unserem Sicherheitskonzept Anfang Jahr definiert worden war», so Alex Miescher, Generalsekretär des SFV.


(Quelle: YouTube)

Teil dieses Konzepts sei es, dass der Schiedsrichter die Partie abbricht, wenn die Sicherheit der Zuschauer im Stadion nicht mehr gewährleistet sei. Miescher nimmt aber auch die Fankurven in die Pflicht: «Wir glauben, dass die ganz grosse Mehrheit der Fans in den Kurven dieses Verhalten nicht toleriert. Wir erwarten hier auch eine entsprechende Distanzierung.»

Stimmen zum Derby-Spielabbruch. In der Reihenfolge: FCZ-Sportchef Fredy Bickel, GC-CEO Marcel Meier, Schiedsrichter Marcel Meier, GC-Präsident Roland Leutwiler, FCZ-Präsident Ancillo Canepa, SFL-Sicherheitsbeauftragter Christian Schöttli. (Video: 20 Minuten Online)

(mlu/jam/sda/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Xamax Fan am 06.11.2011 12:48 Report Diesen Beitrag melden

    Unterschiede!!

    Hi... etwas muss man klar machen: es gibt die normalen Fans, dann gibts die Hooligans, das sind die die sich nach dem Spiel treffen und sich verprügeln (ohne Waffen), dann gibts die Ultras das sind die mit den Fahnen und Pyros aber die würden nie eine Pyro schiessen und zum Schluss gibts noch dei Krawallmacher die intressiert Fussball gar nichts, die werfen Pyros, prügeln im Stadion, provozieren u.s.w.

  • Marc am 06.10.2011 16:54 Report Diesen Beitrag melden

    Was soll das

    Die Ganze Geschichte ist doch ein Witz Ihr werdet uns Ultras nie verstehen also lasst Fussball so wie er ist. Was hier abgeht gibt es in jedem Land. In England sind die Stadions halblehr weil es vor dem Spiel so viele Verhaftungen gegeben hat. In Deutschland wurden die Ultras in die unteren Ligen gedrängt und in Italien sieht gleich aus wie hier. Wegen einem Pyro wurde noch nie jemand getötet. Es wird nun ein riessen Aufstand darum gemacht aber ich erlebe ähnliche Zenen Szenen jedes Wochenende und bis jetzt hats noch keinen gestört.

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  • R.M.Z. am 07.10.2011 15:28 Report Diesen Beitrag melden

    Die Medien...

    Die ganzen Medien behaupten doch noch immer wenn die 3-4 % die Krawale machen aus dem stadion sind können die wirklichen fans stimmung machen das.... .... dabei sind genau die Chaoten die leute die Finaziell in Choreos inverstieren unter der Woche die Choreos Vorbereiten und die Chaoten sind auch die leute die 30 stunden in einen Car sitzen um ihre Mannschaft spielen zu sehen in Rumänien

Die neusten Leser-Kommentare

  • Xamax Fan am 06.11.2011 12:48 Report Diesen Beitrag melden

    Unterschiede!!

    Hi... etwas muss man klar machen: es gibt die normalen Fans, dann gibts die Hooligans, das sind die die sich nach dem Spiel treffen und sich verprügeln (ohne Waffen), dann gibts die Ultras das sind die mit den Fahnen und Pyros aber die würden nie eine Pyro schiessen und zum Schluss gibts noch dei Krawallmacher die intressiert Fussball gar nichts, die werfen Pyros, prügeln im Stadion, provozieren u.s.w.

  • Juventino am 10.10.2011 17:36 Report Diesen Beitrag melden

    ID-PFLICHT..!

    hallo... Was hier in der Schweiz als Idee gesehn wird ist in Italien schon pflicht! Ich bin Juve-Fan und war vor ne woche Juve-Milan schauen und für das musste ich mein Pass-Daten od ID abgeben nur so krigst ein Ticket und es steht auch dort draf dein Name! egal od fan oder nicht jeder muss seine daten abgeben nur so kommst rein.. Und Fahnen gehören zum Spiel..!

    • Engländer am 06.11.2011 12:41 Report Diesen Beitrag melden

      Italien

      Musst gerade nichts sagen : in italien fliegen Pyros nur so rum

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  • Markus_Oberholzer am 10.10.2011 15:46 Report Diesen Beitrag melden

    Information

    bitte unterscheidet Hooligans und Ultras. Ihr schreibt alle so viele kommentare ohne zu wissen was da überhaupt los war. Die Fackel/Petarde die der junge Mann schoss wird nur ein paar hundert grad heiss und nicht tausende..wenn ihr was zu melden habt, dan geht euch zuerst bitte richtig informieren. als hier eine aufe grosse klappe machen!

  • Marc Meiser am 10.10.2011 11:08 Report Diesen Beitrag melden

    Es braucht immer 2!

    Gundsätzlich geht es ja darum, die Ursache/ die Gründe herauszufinden, warum eine Situation überhaupt eskaliert!! Und allen ist bekannt: "es braucht immer 2"!! Ob Fans - Fans oder "Sicherheitspersonal" - Fans (Fans-"Sicherheitspers.") Nur durch Kommunikation, Vertrauen und Verständis beider Seiten wird es in Zukunft zu weniger Probleme kommen!! Es ist an der Zeit durchdachte und sinnvolle Lösungen zu suchen! Alle Vor- und Nachteile müssen dabei beachtet werden und zwar mit professionellem Handwerk!!

  • Tom Baumann am 10.10.2011 07:36 Report Diesen Beitrag melden

    ID-Pflicht, super Idee!

    Es ist unglaublich, dass bezüglich Hooliganismus noch so viel gezögert wird. Aber wenn man dem sehr fragwürdigen Fussballverbands-Präsidenten zuhört, wundert einen nichts mehr. Jetzt blasen die Klubs ins gleiche Horn! Es ist absolut unverfroren von den Klubs zu meinen, dass der Steuerzahler die durch die Hooligans verursachten Kosten zu tragen haben. Ich und viele andere Schweizer haben mit Fussball abolut nichts am Hut. Darum sollen die Klubs die Kosten zu 100% zu übernehmen. Um neue, wehleidige Kicker zu kaufen, sind doch auch immer zig Millionen übrig.