Chaos-Derby

19. November 2011 12:35; Akt: 19.11.2011 12:59 Print

«Verlierer ist der Sport»

Der 3:0-Forfait-Sieg von GC bei der «Schande von Zürich» sorgt im Talkback von 20 Minuten Online für Diskussionen. Das Umfragen-Resultat zum Entscheid der Liga ist jedoch erstaunlich deutlich.

FCZ-Chaoten rennen beim Derby am 2. Oktober Richtung GC-Sektor. (Video: Leserreporter)
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Ob dem Entscheid der Swiss Football League, das abgebrochene Zürcher Derby vom 2. Oktober 2011 mit 3:0 für den Heimklub GC zu werten, scheiden sich die Geister. Dementsprechend zahlreich sind die Kommentare, die zur Berichterstattung eingehen. Weit über 100 sind es bereits am Samstagmittag. Auch bei unserer Umfrage «Was halten Sie vom 3:0-Forfait-Sieg für GC beim Skandal-Derby?» haben zu dem Zeitpunkt schon über 700 Personen teilgenommen. Hier ist man sich jedoch erstaunlich einig: 69 Prozent der Teilnehmer sagen, dass die Liga korrekt entschieden habe. 13 Prozent sind der Meinung, dass eine Spielwiederholung angebracht gewesen wäre, 12 Prozent hätten es gerne gesehen, wenn die letzten 13 Minuten nachgespielt worden wären und nur 6 Prozent der Teilnehmer sind überzeugt, dass der FC Zürich hätte forfait gewinnen sollen.

Umfrage
Was halten Sie vom 3:0-Forfaitsieg für GC im Skandal-Derby?
69 %
5 %
15 %
11 %
Insgesamt 2159 Teilnehmer

Im Talkback ist die Einigkeit weniger gross. Die einen begrüssen den Entscheid, die anderen hätten gerne eine andere Lösung gesehen. Für Martin Güdel beispielsweise ist das Urteil logisch, wie er in seinem Kommentar schreibt. «Ich kann den Entscheid verstehen: GC-Fans haben provoziert, deshalb Busse. FCZ-Fans haben durchgedreht, deshalb Busse und Niederlage. Wer ein grobes Foul begeht, sieht Gelb. Wer sich mit einer Tätlichkeit rächt, sieht Rot. Dass er provoziert worden ist, interessiert niemanden. So ist der Sport, so sind die Regeln. Jeder weiss es. Wieso sollte man mit den Fans nicht auch so umgehen?» Der User «Neutraler Zuschauer» spricht hingegen von einem «krassen Fehlentscheid». «GC war für die Sicherheit im Stadion verantwortlich, hat nicht genug Securitys aufgeboten und seine Fans provozierten indem sie die Zaunfahne von den 'Boys' (eine FCZ-Gruppierung, Anm. d. Red.) klauten - und nun werden sie für das noch belohnt?», fragt er. Klar rechtfertige das keinen Petardenwurf, «aber überlegt euch doch mal: Es ist die letzte Runde der Meisterschaft, ein Fan geht in die gegnerische Kurve und veranstaltet irgendetwas, worauf das Spiel abgebrochen wird und dann?» Das Heimteam sei für die Sicherheit zuständig, von daher sei es für ihn schlicht und einfach ein Fehlentscheid.

«Fans können ein Spiel manipulieren»

Von einem solchen spricht auch User «Peter Zürich» - aus ähnlichen Gründen. Er führt an: «Fakt ist, dass es keine der beiden Mannschaften verdient hat. Denn durch dieses Urteil können die Fans ein Spiel manipulieren. Wieso erhält GC diesen Sieg und wird zeitgleich mit einer Busse bestraft? Das heisst doch, dass GC eine Mitschuld trägt. Also ist dies ein Fehlurteil. Am Besten wäre es gewesen, dass das Spiel 0 zu 0 zu werten und keine Punkte zu vergeben.» Auch User «Markus» bläst ins gleiche Horn: «Schade, dass Spiele am Tisch und nicht auf dem Rasen entschieden werden. Daraus folgt, dass in Zukunft die 'Fans' entscheiden können, wer ein Spiel gewinnt - mit ein paar Kollegen in den gegnerischen Sektor rein und Randale machen und schon gewinnt 'meine' Mannschaft. Eine interessante Perspektive...»

User «Roman Züricher» hätte auch gerne ein anderes Urteil gesehen - zugunsten des Sports. «Wem wird geholfen?», schreibt er in unser Talkback und beantwortet die Frage gleich selber: «Leider niemandem, weil der Verlierer ist der Sport. Fakt. Am Grünen Tisch zu entscheiden, naja. 12-13 Minuten nachspielen, ja. Der GCZ spielte wie verwandelt, FCZ hatte keine Chance. In diesem Sinne wäre ein 2-1 für GC auch ok.» Und wer glaubt, dass alle GC-Fans nach dem Entscheid ausgiebig Freudensprünge machten, irrt. So schreibt beispielsweise User «David Beckham»: «Als GC-Fan freue mich über die drei Punkte. Aber: So machts nicht so viel Spass. Bin nicht unbedingt mit dem Ergebnis zufrieden. 0 Punkte für beide wäre angemessener gewesen!»

(mon)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • El Grogonzola am 19.11.2011 15:41 Report Diesen Beitrag melden

    Richtiger Entscheid

    Richtiger Entscheid, die Provokationen im Vorfeld sind normal und gehören dazu. Lieder, Stimmung etc. Sicherlich ist Fahnen verbrennen nicht das beste Beispiel und wurde gemäss Entscheid ja auch bestraft... Ausrasten und Fakelwerfen... nun ja, gehört definitiv nicht dazu. GC ist nicht für die Sicherheit verantwortlich im Letzigrund, der FCZ aber auch nicht! Dennoch sind die Worte des GC Präsidenten klar gegen Pyros, die des FCZ contrepard halt eben nicht. Man hat was man verdient

  • Alain am 18.11.2011 21:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo bleibt unser Stadion?!

    Baut mal ein Stadion! Wir sind einer der reichsten Städte der Welt und nicht mal im stande ein Stadion zu bauen!!!!!

  • Gina am 19.11.2011 01:29 Report Diesen Beitrag melden

    Hört doch auf!

    Sport ist es schon lange nicht mehr, seit es "hinterher" noch rote Karten und sonstiges gibt, ist alles nur noch Politik und Geschiebe!

Die neusten Leser-Kommentare

  • P. K. aus S. am 19.11.2011 16:35 Report Diesen Beitrag melden

    Richtiger Entscheid

    Die ganzen Kommentare hier zeigen, dass viele Leute aber gar keine Ahnung haben. Provokation hin oder her, das gehört zu einem Derby, egal wo auf der Welt. Schlussendlich wurde das Spiel abgebrochen, weil die Sicherheit der Spieler nicht mehr garantiert war. Auslöser dafür waren die Leute auf der Bahn und diese kamen aus dem Sektor des FCZ. Die Busse für beide Vereine geht vollkomen in Ordnung, somit erhält auch der GCZ eine angemessene Strafe. Leistungsmässig ist der Sieg für den Rekordmeister gerechtfertigt. Die Schliessung beider Kurven für das nächste Derby, naja sei mal dahingestellt.

  • El Grogonzola am 19.11.2011 15:41 Report Diesen Beitrag melden

    Richtiger Entscheid

    Richtiger Entscheid, die Provokationen im Vorfeld sind normal und gehören dazu. Lieder, Stimmung etc. Sicherlich ist Fahnen verbrennen nicht das beste Beispiel und wurde gemäss Entscheid ja auch bestraft... Ausrasten und Fakelwerfen... nun ja, gehört definitiv nicht dazu. GC ist nicht für die Sicherheit verantwortlich im Letzigrund, der FCZ aber auch nicht! Dennoch sind die Worte des GC Präsidenten klar gegen Pyros, die des FCZ contrepard halt eben nicht. Man hat was man verdient

  • blabla am 19.11.2011 15:21 Report Diesen Beitrag melden

    Fan von anderem Club

    Ich als Fan von einem andern Club hätte natürlich 0 Punkte für beide gern gesehen. Wenn man das ganze versucht objektiv zu betrachten ist es der richtige Entscheid. GC hat provoziert. Etwas ganz alltägliches zwischen Fangruppierungen. Nicht illegal und nicht strafbar. Deshalb ist die Busse für GC nicht nachvollziehbar (fehlende Security vllt. ). Bei der Strafe muss ausserdem ein erzieherischer Effekt dahinter stehen, was Geld schlecht kann. Deshalb 0 Punkte für FCZ. Ausserdem war das Spiel fast zu Ende. Der Punktegewinn für GC ist also auch aus dieser Sicht vertretbar.

  • Zuschauer am 19.11.2011 15:14 Report Diesen Beitrag melden

    GC war Matchverantwortlich

    Mit GC als Matchverantwortliche müssen klar diese für diesen Zwischenfall haften. Hätten sie die Zuschauer unter Kontrolle gehabt, sprich die erforderlichen Sicherheitseinrichtungen auch eingehalten (was sie ja nicht haben) wäre dies nicht passiert.. Klar müssen die Fans des FCZ welche die Kurve verliessen bestraft werden. Für das Geschehen im Stadion war jedoch klar GC verantwortlich !!!

    • Paul am 19.11.2011 18:44 Report Diesen Beitrag melden

      Wieviele male noch?

      GC hat die Rechnung bezahlt.Alles andere ist Sache der Stadt Zürich!

    einklappen einklappen
  • chrigi am 19.11.2011 14:47 Report Diesen Beitrag melden

    Das Urteil ist korrekt

    Der Spielabbruch wurde durch die FCZ-Fans verursacht, also verlieren sie das Spiel. Ob sie provoziert wurden oder nicht, spielt nur bedingt eine Rolle. Das legitimiert die Aktion der Fans nicht im geringsten und somit gehören sie als Verursacher gestraft. Und am meisten werden sie gestraft, wenn sie selber dafür verantwortlich sind, dass ihr Klub verloren hat. So werden die wahren Fans, denen der Klub am Herzen liegt, versuchen solche Aktionen von Chaoten zu verhindern. Nur schon falls solche Chaoten dadurch nicht mehr als Mitstreiter gelten würde, hätte das eine grosse Signalwirkung.