Derby-Krawalle

04. Oktober 2011 07:47; Akt: 04.10.2011 09:41 Print

Auf der Jagd nach den Petardenchaoten

Die Chancen stehen gut, dass die Petardenwerfer vom Letzigrund bald gefasst werden: Sie sind auf scharfen Fotos zu sehen. Insider rechnen zusätzlich mit einer Welle von Stadionverboten.

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Der «Blick» publizerte heute Bilder der mutmasslichen Petardenwerfern (Bild: Screenshot SF/Ausriss «Blick»)

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Die Krawalle im Letzigrund vom Sonntag dürften für einige Chaoten ein unangenehmes Ende nehmen. Das gesamte Stadion ist mit Überwachungskameras ausgestattet. Wie der «Tages-Anzeiger» mit Bezug auf gut unterrichtete Quellen berichtet, ist auf den Aufnahmen deutlich zu sehen, wie sich im GC-Block die gewaltbereiten Fans maskieren, wie sich FCZ-Extremisten über die Tartanbahn in Richtung GC-Fans bewegen und vor allem: Wer die Petarden in den GC-Sektor geworfen hat.

Während der «Tagi» von einem Petardenwerfer spricht, geht der «Blick» von zwei Tätern aus. Das Boulevardblatt hat heute Aufnahmen publiziert, die die beiden während ihrer lebensgefährlichen Aktion zeigen sollen (siehe oben). Der oder die Täter konnten am Sonntag unerkannt flüchten.

40 Stadionverbote dürften folgen

Die Verantwortlichen seien noch immer daran, sämtliche Videoaufnahmen des Spieles zu sichten, schreibt der «Tages-Anzeiger» weiter. Man hoffe, den Täter in einem Moment zu identifizieren, in dem er noch nicht vermummt war. Christian Schöttli, Sicherheitsverantwortlicher der Swiss Football League, gibt sich gegenüber der Zeitung unerbittlich: «Wir werden alles daran setzen, diesen Mann zu identifizieren.» Als Beifang gingen den Verantwortlichen bei der Sichtung der Aufnahmen rund vierzig Personen ins Netz, gegen die ein Stadionverbot ausgesprochen werden dürfte.

Wer mit Petarden wirft, darf von der Justiz keine Milde erwarten. Staatsanwalt Edwin Lüscher war am Sonntag im Stadion. Er will die Strafuntersuchung unter dem Gesichtspunkt der «Gefährdung des Lebens» eröffnen: «Der oder die Werfer haben die Petarden meiner Meinung nach in voller Absicht in die GC-Fangruppe geschleudert. Dass dabei niemand verletzt wurde, ist lediglich ein Riesenglück», lässt er sich im «Blick» zitieren. Eine Gefährdung des Lebens kann laut Strafgesetzbuch, Artikel 129, mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden.

«Und dann in die ‹Chischte›»

Eine harte Strafe ist auch im Sinn des Generalsekretärs des Schweizer Fussballverbandes: «Es braucht einen direkten sofortigen Zugriff und eine harte Bestrafung des Täters», so Alex Miescher im «Tages-Anzeiger». Miescher zeigt sich als grosser Fan der Schnellgerichte nach St. Galler Vorbild: «Schnell identifizieren, schnell verurteilen und dann in die ‹Chischte› mit ihm.» Er sei nicht ohne Hoffnung, dass gewalttätige Fussballfans ein ernstes Problem bekommen würden, wenn sie nicht zur Arbeit erscheinen könnten, weil sie in Haft sässen.

Miescher setzt zusätzlich weiter Druck auf die Fankurven auf: Am Wochenende sei die Praxis und die Theorie einer Selbstregulierung der Kurven auf den Kopf gestellt worden. Die Fankurven müssten sich einer gewissen Kollektivhaftung stellen. «Wer künftig nicht hilft, diese Elemente zu identifizieren und zu isolieren, der hängt mit.»

Letzigrund wird aufgerüstet

Bereits beschlossene Sache ist, dass der nicht gerade als Hochsicherheitsstadion bekannte Letzigrund aufgerüstet wird. So sollen in der Winterpause die beiden Fansektoren mit hohen Gittern eingezäunt werden. Zwischen den Sektoren sollen massive Glas- und Gitter-Konstruktionen erstellt sowie die Gitterdrehtüren erhöht werden. Dies hat der Zürcher Stadtrat bereits im November 2010 entschieden. Da der FC Zürich im Sommer aber die Champions-League-Qualifikation spielte, können die Arbeiten erst im Winter ausgeführt werden.

(mlu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Xamax Fan am 06.11.2011 12:48 Report Diesen Beitrag melden

    Unterschiede!!

    Hi... etwas muss man klar machen: es gibt die normalen Fans, dann gibts die Hooligans, das sind die die sich nach dem Spiel treffen und sich verprügeln (ohne Waffen), dann gibts die Ultras das sind die mit den Fahnen und Pyros aber die würden nie eine Pyro schiessen und zum Schluss gibts noch dei Krawallmacher die intressiert Fussball gar nichts, die werfen Pyros, prügeln im Stadion, provozieren u.s.w.

  • R.M.Z. am 07.10.2011 15:28 Report Diesen Beitrag melden

    Die Medien...

    Die ganzen Medien behaupten doch noch immer wenn die 3-4 % die Krawale machen aus dem stadion sind können die wirklichen fans stimmung machen das.... .... dabei sind genau die Chaoten die leute die Finaziell in Choreos inverstieren unter der Woche die Choreos Vorbereiten und die Chaoten sind auch die leute die 30 stunden in einen Car sitzen um ihre Mannschaft spielen zu sehen in Rumänien

  • Hans am 07.10.2011 10:38 Report Diesen Beitrag melden

    Stadion Jetzt!

    Ja genau, setzt nur noch mehr Geld in den Letzi/Sand. Mit dem ganzen Geld, welches schon für die Aufrüstung des Letzis augegeben wurde, hätte man längst ein neues Stadion in Zürich bauen können, welches den Sicherheitsanforderungen von Anfang an entspricht.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Xamax Fan am 06.11.2011 12:48 Report Diesen Beitrag melden

    Unterschiede!!

    Hi... etwas muss man klar machen: es gibt die normalen Fans, dann gibts die Hooligans, das sind die die sich nach dem Spiel treffen und sich verprügeln (ohne Waffen), dann gibts die Ultras das sind die mit den Fahnen und Pyros aber die würden nie eine Pyro schiessen und zum Schluss gibts noch dei Krawallmacher die intressiert Fussball gar nichts, die werfen Pyros, prügeln im Stadion, provozieren u.s.w.

  • Juventino am 10.10.2011 17:36 Report Diesen Beitrag melden

    ID-PFLICHT..!

    hallo... Was hier in der Schweiz als Idee gesehn wird ist in Italien schon pflicht! Ich bin Juve-Fan und war vor ne woche Juve-Milan schauen und für das musste ich mein Pass-Daten od ID abgeben nur so krigst ein Ticket und es steht auch dort draf dein Name! egal od fan oder nicht jeder muss seine daten abgeben nur so kommst rein.. Und Fahnen gehören zum Spiel..!

    • Engländer am 06.11.2011 12:41 Report Diesen Beitrag melden

      Italien

      Musst gerade nichts sagen : in italien fliegen Pyros nur so rum

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  • Markus_Oberholzer am 10.10.2011 15:46 Report Diesen Beitrag melden

    Information

    bitte unterscheidet Hooligans und Ultras. Ihr schreibt alle so viele kommentare ohne zu wissen was da überhaupt los war. Die Fackel/Petarde die der junge Mann schoss wird nur ein paar hundert grad heiss und nicht tausende..wenn ihr was zu melden habt, dan geht euch zuerst bitte richtig informieren. als hier eine aufe grosse klappe machen!

  • Marc Meiser am 10.10.2011 11:08 Report Diesen Beitrag melden

    Es braucht immer 2!

    Gundsätzlich geht es ja darum, die Ursache/ die Gründe herauszufinden, warum eine Situation überhaupt eskaliert!! Und allen ist bekannt: "es braucht immer 2"!! Ob Fans - Fans oder "Sicherheitspersonal" - Fans (Fans-"Sicherheitspers.") Nur durch Kommunikation, Vertrauen und Verständis beider Seiten wird es in Zukunft zu weniger Probleme kommen!! Es ist an der Zeit durchdachte und sinnvolle Lösungen zu suchen! Alle Vor- und Nachteile müssen dabei beachtet werden und zwar mit professionellem Handwerk!!

  • Tom Baumann am 10.10.2011 07:36 Report Diesen Beitrag melden

    ID-Pflicht, super Idee!

    Es ist unglaublich, dass bezüglich Hooliganismus noch so viel gezögert wird. Aber wenn man dem sehr fragwürdigen Fussballverbands-Präsidenten zuhört, wundert einen nichts mehr. Jetzt blasen die Klubs ins gleiche Horn! Es ist absolut unverfroren von den Klubs zu meinen, dass der Steuerzahler die durch die Hooligans verursachten Kosten zu tragen haben. Ich und viele andere Schweizer haben mit Fussball abolut nichts am Hut. Darum sollen die Klubs die Kosten zu 100% zu übernehmen. Um neue, wehleidige Kicker zu kaufen, sind doch auch immer zig Millionen übrig.