Europa League

28. September 2017 20:42; Akt: 28.09.2017 23:19 Print

Glanzloser Auftritt von YB – Lugano verspielt Sieg

Die Young Boys spielen im zweiten Gruppenspiel der Europa League gegen Skenderbeu Korça nur Unentschieden. Lugano verliert erneut.

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Die Young Boys haben auch ihr zweites Gruppenspiel der Europa League mit einem 1:1 gegen Skenderbeu Korça beendet.

Gregory Wüthrich, Sven Joss, Marco Bürki und Michel Aebischer waren die vier Spieler in der Berner Anfangsformation, die sich aus verschiedenen Gründen in der laufenden Saison erst wenig Spielpraxis angeeignet hatten. YB-Trainer Adi Hütter sah sich ob der Belastung der englischen Wochen veranlasst, frische Kräfte zu bringen. Vielleicht war es dennoch kein Zufall, dass Gregory Wüthrich der Fehler unterlief, den der gambianische Stürmer Ali Sowe, eine Leihgabe von Chievo, nach 65 Minuten für das 1:0 nutzte. Der von einer langen Verletzungspause zurückgekommene Wüthrich «schlief» beim Pass einen kleinen Moment und konnte Sowe nicht mehr einholen.

Die Berner korrigierten das Ergebnis sieben Minuten später, als der in den letzten Spielen zum Goalgetter gereifte Roger Assalé einen Rückpass von Moumi Ngamaleu aus rund zehn Metern verwertete.

Von Ballmoos als Retter

Die beiden klarsten weiteren Möglichkeiten des Spiels hatten ebenfalls die Berner. Sie hätten schon vor Ablauf der ersten zehn Minuten in Führung gehen müssen, aber Sékou Sanogo war der falsche Mann am richtigen Ort. Der Ivorer kam aus drei Metern in der Mitte vor dem Tor frei zum Kopfball. Aber als Spielmacher, der das Kopfballspiel nicht hauptberuflich ausübt, konnte dem Ball weder genug Druck noch die passende Richtung geben. Nach 57 Minuten, als es immer noch 0:0 stand, brachte Michel Aebischer den Ball nach einer schönen Vorarbeit von Roger Assalé in bester Position nicht unter Kontrolle. Auch hier könnte sich der Mangel an Spielpraxis ausgewirkt haben.

Ein Ruhmesblatt ist das Unentschieden für die Berner nicht. Skenderbeu, die nominell schwächste Mannschaft der Gruppe, begann mit fünf Albanern und drei Kosovaren, von denen aber keiner für sein Land international spielt.

Skenderbeu, das zum Auftakt der Gruppenphase bei Dynamo Kiew nach einer 1:0-Führung 1:3 verloren hatte, erwies sich als die erwartete Stimmungsmannschaft, die man als Gegner nicht aufbauen sollte. Nachdem die Young Boys in der ersten Halbzeit den Albanern den ersten gefährlichen Angriff zugestanden hatten, mussten sie sich bis zur Pause dominieren lassen. Sie benötigten in dieser Phase ein bisschen Glück, um nicht in Rückstand zu geraten. Goalie David von Ballmoos musste zweimal in brenzligen Situationen retten.

Trainer Hütter beliess die in der Meisterschaft gesetzten Verteidiger Kevin Mbabu und Kasim Nuhu auf der Bank, ebenso die offensiveren Christian Fassnacht und Djibril Sow, die beide im Falle einer Verwarnung für das wichtige dritte Gruppenspiel auswärts gegen Dynamo Kiew gesperrt gewesen wären. Auch ohne diese vier und ohne die verletzten Leistungsträger Guillaume Hoarau, Leonardo Bertone und Loris Benito stellten die Berner dank ihrem starken Kader immer noch eine ansehnliche Startformation - der man einen Sieg zugetraut hätte.

Lugano verspielt Führung gegen Steaua

Der FC Lugano befindet sich in einer Krise. Das zeigte sich auch am Donnerstagabend in Luzern. Die Tessiner spielten sich mit viel Einsatz in eine gute Ausgangslage und verspielten sie dann innerhalb von sechs Minuten fast im Alleingang. Mattia Bottani brachte Lugano nach 14 Minuten und einem schönen Pass in die Tiefe von Davide Mariani in Führung. Bis zur Pause verteidigte Lugano diesen Vorsprung ohne Mühe und hätte ihn sogar ausbauen können. Der offensiv starke Mariani traf in der 40. Minute mit einem schönen Schuss nur den Pfosten.

Der rumänischen Rekordmeister, der früher Steaua Bukarest hiess, erhöhte nach der Pause das Tempo für eine gute Viertelstunde frappant und überforderte damit Lugano kurzzeitig. Ein Ballverlust von Mariani führte in der 58. Minute zum 1:1 von Constantin Budescu. Sechs Minuten später schoss der gebürtige Brasilianer Junior Morais nach einem Stellungsfehler in der Tessiner Abwehr das 2:1.

«Solche Fehler dürfen nicht passieren»

«Wir wurden hart bestraft», bedauerte Luganos Goalie David Da Costa. «Dabei waren wir auf gutem Weg, einen Schritt in die richtige Richtung zu machen.» Lugano war dem rumänischen Rekordmeister über weite Strecken überlegen, in der ersten Halbzeit dominierte er die Partie sogar deutlich. Er zeigt nicht nur Engagement, sondern auch spielerische Qualitäten, agierte zielstrebig und drang die etwas pomadig wirkenden Gäste in die eigene Platzhälfte.

Dass dann eine kurz andauernde Tempoverschärfung der Bukarester reichte, um Lugano um Punkte zu bringen, konnte sich Da Costa nur mit dem fehlenden Selbstvertrauen seiner Mitspieler erklären: «Solche Fehler dürfen nicht passieren». Noch ärgerlicher machte den Doppelschlag der Rumänen, dass zwischen den beiden Toren Bottani eine exzellente Chance für Lugano ausliess.

Es wartet Viktoria Pilsen

Lugano, das vor zwei Wochen bei Hapoel Be'er Sheva verloren hat, trifft in seinem nächsten Europacup-Spiel in drei Wochen auf die Tschechen von Viktoria Pilsen. Bis dahin muss die Mannschaft von Pierluigi Tami die Trendwende geschafft haben, forderte Da Costa: «Am Sonntag in Zürich muss ein Resultat her, das uns Vertrauen gibt – egal wie.»

(sr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rolf am 28.09.2017 23:40 Report Diesen Beitrag melden

    ein Fan der CH-Mannschaften in der CL/EL

    Herr Hütter, schämen Sie sich nicht für Ihre Aussage, dass Sie Spieler wegen dem nächsten Meisterschaftsspiel gegen St. Gallen geschont haben? Wir Fan's reden immer davon, dass wir nicht nur für unseren Verein sondern auch für die Punkte für die Schweiz mitfiebern. Ich wünschte YB viel Glück und 3 Punkte, aber bei solchen Aussagen erübrigt sich das für die Zukunft.

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  • Don Höfi am 28.09.2017 23:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    YB oh je - EL

    Auch als YB Fan muss man ehrlich sagen mit einer solchen Leistung vom Trainer bis zu den Leistungen der Spieler hat das mit Fussball und gewinnen nichts zu tun. Traurige Einstellung von allen!

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  • Luigi Salami am 28.09.2017 21:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das war es.

    Zwei Pässe und die ganze Luganoabwehr steht im Schilf. Nicht nur die Bayern auch Lugano hat Handlungsbedarf.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Goldschmied Fabian am 29.09.2017 16:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verhüttert

    Nach veryounboyst muss ich wohl verhüttert in mein Vokabular aufnehmen. Mit einer B-11 als eine Mannschaft wie YB kann man internatiinal auflaufen, wenn man sich in der Endphase der Schweizer Meisterschaft steht und gute Chancen auf den Titel hat, in der EL das Hinspiel zu Hause hoch7 verloren hat und nun gegen einen grossen Gegner das Rückspiel auswärts hoch gewinnen. Aber hier hats der Trainer echt verhüttert.

    • Goldschmied Fabian am 29.09.2017 16:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Goldschmied Fabian

      sorry für die vielen tipp und Satzfehler o.O

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  • Dani Müller am 29.09.2017 14:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    5 Jahreswertung

    Nächste Saison werden wir im 5 Jahresranking aktuell hinter Kroatien und Dänemark starten, da es ausser Basel kein schweizer Team schafft regelmässig international zu gewinnen. Peinlich so etwas

    • Nicht akzeptabel am 29.09.2017 14:51 Report Diesen Beitrag melden

      Beschämend

      Bin fast gleicher Meinung... Muss sagen, finde es beschämend ein solch lustloses Spiel von YB zu sehen... Man will europäisch spielen und stellt dann eine B-Elf auf... Zurück zu der fast gleichen Meinung, Basel hat abgesehen vom Mittwoch seit fast 2 Jahren international in einer Gruppenphase nicht mehr gewonnen.

    • Daniel P. am 30.09.2017 16:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Nicht akzeptabel

      2015/16 wurde der FCB Gruppen 1. in der EL mit 4 Siegen und 1 Unentschieden. 2016/17 immerhin zwei Unentschieden.

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  • tom tom am 29.09.2017 13:50 Report Diesen Beitrag melden

    Sorry

    Als YB-Fan schäme ich mich in Grund und Boden. Mit einer B-elf international aufzutreten... Das können sich spitzenclubs leisten, aber kein schweizer Verein. Wertvolle Punkte für YB sowie die Schweiz verschenkt. Schämen Sie sich Adi Hütter.

  • Tell am 29.09.2017 12:36 Report Diesen Beitrag melden

    schade... ich hatte mich auf einen...

    spannenden Fussballabend gefreut... bin ein bisschen traurig... (heute ohne ";)" )

  • alien am 29.09.2017 12:10 Report Diesen Beitrag melden

    Respektlos

    Dieses mal nicht kurz und bündig. Herr Hütter, dies ist eine Respektlosigkeit gegenüber allen YB-Fans, allen CH-Fussballfans und der Fussballschweiz. Wenn Ihnen als Österreicher die Schweizer Uefa-Wertung nicht wichtig ist haben Sie in diesem Land nichts verloren. Rotation ja, aber nicht nur in EL Spielen die Hälfte oder mehr der Spieler rotieren. Rotation ist, in jedem Spiel den einen oder anderen Spieler rotieren, massvoll und regelmässig. Und, auch als YB Supporter hoffe ich nicht, dass Sie den nächsten Titel seit Jahrzehnten mit YB gewinnen, nicht mit dieser Einstellung!!