Eishockey-WM

19. Mai 2019 23:21; Akt: 19.05.2019 23:38 Print

Zweite Niederlage in Folge für die Schweiz

Russland zeigt dem Team von Patrick Fischer seine Grenzen auf. Gegen die russischen Top-Stars bleibt die Schweiz das erste Mal ohne eigenen Treffer.

Kutscherow veredelt eine schöne Kombination im Powerplay zum 2:0. (Video: SRF)
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Die riesige Euphorie nach dem besten WM-Start seit 1939 ist vorerst gedämpft. Das Eishockey-Nationalteam verliert an der WM in Bratislava nach Schweden auch gegen Russland, diesmal mit 0:3.

Dem Schweizer Trubel in der Slowakei taten die beiden Niederlagen vorerst keinen Abriss. Um die 5000 Schweizer reisten übers Wochenende nach Bratislava. Noch nie vorher waren derart viele Schweizer der Eishockey-Nationalmannschaft an eine ferne WM nachgereist. Nebst zweimal gut 3000 Fans in der Ondrej-Nepela-Arena befanden sich weitere 2000 Schweizer in der Fan-Zone. Sie hatten keine Tickets mehr erhalten oder aus freien Stücken bei Schwarzmarktpreisen von 200 Euro auf einen Kauf verzichtet.

Schweizer waren der Aufgabe nicht gewachsen

Sofort nach dem Spiel skandierten die Schweizer Fans sofort wieder das bekannte «Nati, Schweizer Nati». Die Unzufriedenheit hielt sich in sehr engen Grenzen. Dabei bot die Partie gegen Russland gewiss nicht mehr Feinkost wie am Abend vorher das Spiel gegen Weltmeister Schweden.

Die Schweizer waren der Herkules-Aufgabe gegen Russland nicht gewachsen. Sie wurden von den Russen gleich am Anfang krass dominiert. Aus der ersten Druckphase resultierte schon nach 216 Sekunden der erste Gegentreffer. Artjom Anissimow brachte den Favoriten mit dem vierten Torschuss in Führung.


Anissimow bringt den Favoriten in Führung (Video: SRF)

Umstellung tat dem Schweizer Spiel nicht gut

Die Schweizer fanden danach den Tritt besser. Lino Martschini (6.), Roman Josi (9. und 14.), Nico Hischier (19.), Tristan Scherwey und Sven Andrighetto (beide 24.) kamen zu Chancen auf den Ausgleich. Ausserdem konnten die Schweizer bis zum zweiten Gegentreffer in der 27. Minute durch NHL-Topskorer Nikita Kutscherow dreimal Powerplay spielen.


Kutscherow vier Minuten vor Schluss mit der Entscheidung. (Video: SRF)

Aber: Die Schweizer spielten nicht mehr so überzeugend, so schnell, so gradlinig, so mutig, so selbstbewusst und so stark wie gegen Schweden. Die Umstellung aller Angriffsformationen tat dem Schweizer Spiel zumindest vorerst noch nicht gut. Automatismen gingen verloren. Viele Pässe fanden keinen Abnehmer.

Doch keine Top-Nation?

Was liefern die Niederlagen gegen Schweden und Russland für Klarheiten? Wer meinte, dass die Schweiz nach der Silbermedaille von 2018 sowie den 4:0 Siegen und 20:2 Toren zu Beginn dieser WM nun definitiv zu den Top-Nationen gehört, der wurde vorerst belehrt. Aber: Schon vor einem Jahr in Kopenhagen verlor die Schweiz am mittleren Wochenende gegen Russland (3:4) und Schweden (3:5) - und stand eine Woche später dennoch im WM-Final.

Russland hat nach dem Erfolg gegen die Schweiz gute Aussichten, die Vorrunde auf Platz 1 zu beenden. Und die Schweiz kann bei einem Sieg am Dienstag im abschliessenden Gruppenspiel gegen Tschechien immer noch Zweite werden. Wenn die Schweiz in Bratislava in der nun beginnenden letzten WM-Woche im Konzert mit den Grossen aber noch eine Rolle spielen will, muss sie sofort das Powerplay in den Griff kriegen.

Wieder ein schwaches Powerplay der Schweizer

Gegen Schweden spielte die Schweiz sechs Mal in Überzahl, gegen Russland nochmals sechs Mal. Ein Powerplay-Tor gelang in beiden Spielen keines, trotz fast vier Minuten sechs gegen vier Feldspieler (ohne Goalie) im Finish gegen die Russen. Gegen Schweden am Samstag taten sich die Schweizer sogar schwer, den Weg in die Angriffszone zu finden. Zumindest das gelang am Sonntag besser.

Zweite Niederlage in Folge für die Schweiz

Vor einem Jahr in Kopenhagen erzielte die Schweiz in den Playoffs aus fünf Powerplay-Chancen vier Tore. Insgesamt erzielten sie 2018 in Dänemark elf Treffer in Überzahl aus 35 Chancen. Jetzt in Bratislava gelang der Schweiz aus den letzten elf Möglichkeiten kein Tor mehr. Aus den letzten 24 Powerplay-Chancen resultierten nur zwei Goals - beide in der Schlussphase gegen Norwegen, als der Widerstand der Norweger zusammengebrochen war.

Am Montag kommt Niederreiter

Aber: Am Montag trifft der nächste und letzte Schweizer Hoffnungsträger für diese Weltmeisterschaft ein. Nino Niederreiter landet am Vormittag in Wien und wird anschliessend nach Bratislava chauffiert, wo er am frühen Nachmittag mit der Schweizer Equipe auf dem Eis trainieren wird. Niederreiter spielte vor einem Jahr im Schweizer Angriff und im Powerplay eine Hauptrolle - schafft er das erneut?

Die abschliessende Partie gegen Tschechien mit Niederreiter steht am Dienstagmittag um 12.15 Uhr auf dem Programm.

Telegramm:

Schweiz - Russland 0:3 (0:1, 0:1, 0:1)

Bratislava. - 9056 Zuschauer.

SR Björk/Tufts (SWE/USA), Malmqvist/Oliver (SWE/USA).

Tore: 4. Anissimow (Orlow, Gussew) 0:1. 27. Kutscherow (Gussew/Ausschluss Hischier) 0:2. 56. Kutscherow (Anissimow, Saizew) 0:3. -

Strafen: 4mal 2 Minuten gegen die Schweiz, 7mal 2 Minuten gegen Russland.

Schweiz: Genoni; Fora, Frick; Loeffel, Genazzi; Weber, Josi; Diaz; Rod, Bertschy, Scherwey; Fiala, Hischier, Simon Moser; Andrighetto, Kuraschew, Ambühl; Martschini, Haas, Hofmann; Praplan.

Russland: Georgijew; Saizew, Orlow; Chafizullin, Gawrikow; Sergatschjow, Nesterow; Sadorow; Telegin, Andronow, Kowaltschuk; Dadonow, Malkin, Grigorenko; Kaprissow, Kusnezow, Owetschkin; Kutscherow, Anissimow, Gussew; Barabanow.

Bemerkungen: Schweiz ohne Janis Moser (verletzt), Mayer (Ersatztorhüter) und Berra (geschont). - Timeout Schweiz (58:04). - Schweiz ab 56:23 ohne Goalie. - Schüsse: Schweiz 31 (9-11-11); Russland 34 (12-14-9). - Powerplay-Ausbeute: Schweiz 0/6; Russland 1/3.

Resultate und Tabellen

(dho/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Blandi am 19.05.2019 19:56 Report Diesen Beitrag melden

    Super Schwiiz

    Was ist das für eine Frage ob die Schweiz überzeugt gegen die Russen, spielen doch jetzt schon Super was wollen wir mehr. Einfach genießen und Hopp Schwiiz wir sind Stolz auf euch

    einklappen einklappen
  • Mario am 19.05.2019 20:21 Report Diesen Beitrag melden

    So sieht's aus

    Alles ist möglich nichts ist unmöglich, aber Russland ist stark.

  • Bergkamp am 19.05.2019 20:27 Report Diesen Beitrag melden

    Kämpfä

    Russland ist ultrastark.. es gilt so gut es nur geht dagegen zu halten und die wenigen Chancen, die es geben wird auch ausnutzen... aber die Russen sind klar die spielstärkste Mannschaft an dieser WM

Die neusten Leser-Kommentare

  • Maun am 20.05.2019 17:27 Report Diesen Beitrag melden

    An alle Nörgler...

    An alle Nörgler. Die Schweiz hat 50min mitgehalten und fast gleich viel Schüsse aufs Tor gebracht. Im Viertelfinal wartet Finland, USA oder Kanada, welche (aussgenommen Kanada) schlechter sind als Rusland oder Schweden. Und sowieso wenn Schweden heute verlieren sollte nach 60min gegen Lettland (zurzeit steht es 1-1) und dann gegen Rusland verlieren sollte und Lettland gegen Norwegen gewinnt (was realistisch ist), ist Schweden draussen während die Schweiz im Viertelfinal ist. Also das bedeutet dass die Schweiz nicht zu den ganz grossen gehört, aber diesen immer wieder ein Bein stellen können.

  • S.P.Q.R. am 20.05.2019 13:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wir werden Weltmeister usw.

    Im Vorfeld grösse Töne von sich geben sind einige Eisgenossen und Schwizer-Fussballnati Fans doch sehr ähnlich. Ihr habt mehr Gemeinsamkeiten als ihr denkt. ;)

    • Maun am 20.05.2019 14:49 Report Diesen Beitrag melden

      Null Ahnung

      Haben sie das Spiel gesehen? Ich denke nicht. Derjeniger der hier den Bericht geschrieben hat auch nicht... Die ersten 10min waren die Schweiz nicht im Spiel, danach aber voll dabei. In gewissen Minuten spielte die Schweiz Rusland gegen die Wand (klar Rusland ist natürlich besser) und ohne eine super Abend des Goalis hätte es auch 2,3 mal gescheppert im russischem Tor. 50min lang hat die Schweiz mitgehalten und das gegen Rusland. Also Topleistung und 3-0 klingt zwar nach viel aber das Spiel zeigte was anderes. Also grosse Töne aber selber das Spiel nicht gesehen. Sind sie nun besser??

    einklappen einklappen
  • MaxLi am 20.05.2019 13:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super Arbeit

    Ich weiss gar nicht was viele Leute erwarten. Wir spielen unter den acht besten Mannschaften der Welt mit und spielen auch gegen die absoluten Top Teams nicht schlecht, wir können mithalten und jeder Gegner zeigt grossen Respekt vor dem Schweizer Team. Ich finde das die Schweiz, zumal wir doch ein kleines Land sind, super Arbeit leistet

  • Liron am 20.05.2019 12:49 Report Diesen Beitrag melden

    Bleiben wir realistisch:

    versuchen wir das Unmögliche! (-:

  • Patricia Suri am 20.05.2019 11:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute Leistung!

    Ja die Schweizer Hockeyaner haben sich super gehalten und tapfer gekämpft gegen die Russen. Im allgemeinen haben Sie die ganze Zeit super gespielt!Bravo für diese Leistung!