Patrick Fischer

20. Mai 2019 08:15; Akt: 20.05.2019 14:56 Print

«Habe nie gegen besseren Gegner gecoacht»

von Marcel Allemann, Bratislava - Die Nati musste beim 0:3 gegen Russland untendurch, hatte aber auch starke Momente. Bringt nun Nino Niederreiter die Lösung für das kränkelnde Powerplay?

Die Russen stellen mit einem wunderbaren Konter auf 3:0. (Video: SRF)
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Es war für die Nati ein Wochenende ohne Punkte. Gegen Schweden (3:4) fehlte sehr wenig, gegen Russland (0:3) ein wenig mehr. Vor allem in der Startphase wurden die Schweizer vom russischen Wunderteam um Alexander Owetschkin und Nikita Kutscherow nach allen Regeln der Kunst zerlegt. «Ich habe noch nie gegen einen besseren Gegner gecoacht», zog Nati-Trainer Patrick Fischer seinen Hut.

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Zu spüren bekamen dies vor allem die Verteidiger. Einer von ihnen, der im Gegensatz zu NHL-Spielern wie Roman Josi oder Yannick Weber nicht regelmässig gegen solche Ausnahmekönner antritt, war Lukas Frick. «Es war extrem schwer und eine riesige Herausforderung», gestand er nach dem Match.

Die Selbstkritik des Lukas Frick

Der 24-jährige, in der nationalen Meisterschaft für Lausanne spielende St. Galler sparte dabei auch nicht mit Selbstkritik: «Beim ersten Gegentor war ich zusammen mit Michael Fora auf dem Eis und es ging etwas gar einfach für die Russen. Doch in solchen Momenten können wir viel lernen, daran wachsen und es dann im nächsten Spiel gegen die Tschechen besser machen.»

Zweite Niederlage in Folge für die Schweiz

Er habe sich nach besagter Szene vorgenommen, einfacher zu spielen, erzählte Frick weiter, «so kann man ein solches Tief überwinden.» Und das kriegten er und Fora auch ganz gut hin, im Lauf des Spiels begannen sie sich gegen diese Übermannschaft wohlerzufühlen. «Das ist so», bestätigte Frick, «wir sind gewachsen. Es macht auch Spass, gegen solche Spitzenleute zu spielen.»

«Wir konnten diesen hohen Rhythmus annehmen»

Die Schweizer hatten beim 0:3 gegen Russland aber auch ihre starken Momente, die der Partie durchaus eine Wende hätten geben können. «Nach der schwierigen Anfangsphase gelang es uns, diesen hohen Rhythmus anzunehmen», befand Fischer. Letztlich scheiterte die Nati wie schon am Tag zuvor gegen Schweden am selben Übel: Das Powerplay ist die Schweizer Sorgendisziplin an dieser WM. Insgesamt konnten die Schweizer gegen Schweden und Russland über ein Drittel in Überzahl spielen und brachten dabei kein Tor zu Stande.

Fischer formierte für das Russland-Spiel zwar die Powerplay-Formationen neu, doch auch diese Massnahme fruchtete nicht. «Wir arbeiten daran und brachten gegen die Russen immerhin wieder mehr Pucks aufs Tor», erklärte der Nati-Trainer. Die Hoffnung hat er selbstverständlich nicht aufgegeben, die entscheidende Phase des Turniers beginnt schliesslich erst.

Hoffen auf Niederreiter

Nach der zweiten Niederlage im Turnier ist für die Nati der Gruppensieg zwar nicht mehr möglich, doch der zweite Platz in dieser starken Gruppe und damit eine Top-Ausgangslage für die Viertelfinals ist mit einem Sieg gegen Tschechien noch immer drin. «Wir wollen dieses Spiel unbedingt gewinnen und uns diesen zweiten Platz holen», sagte Frick. Verteidiger-Kollege Romain Loeffel bemerkte dazu: «Es wäre auch fürs Selbstvertrauen wichtig, gegen Tschechien einen Sieg zu landen, damit wir den Viertelfinal nicht mit drei Niederlagen in Folge angehen müssen.»

Heute zieht die Nati hinsichtlich der K.-o.-Spiele ihren letzten Trumpf. Um 10.20 Uhr landet Nino Niederreiter in Wien, wird dann anschliessend nach Bratislava chauffiert, am Nachmittag trainiert er erstmals und am Dienstagmittag, anlässlich des letzten Gruppenspiels gegen Tschechien, debütiert er. «Er ist ein Superspieler, der uns viel bringen wird. Wir hoffen, dass er fit ist, und freuen uns sehr auf ihn», so Frick.

«Nino war an der letzten WM in der Offensive unser Herz», sagte derweil Trainer Fischer über den Neuankömmling. Man darf gespannt sein, welche Impulse der NHL-Powerflügel der Carolina Hurricanes, der beim letztjährigen Silberwunder eine so überragende Rolle spielte, in die Mannschaft einbringt. Auch die Lösung fürs Powerplay?

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • M.F aus C. am 20.05.2019 08:30 Report Diesen Beitrag melden

    Hockey Fan

    Man muss neidlos eingestehen, dass gestern die Russen einen riesen Match abgeliefert haben. Und ich bin auch stolz auf die Schweizer, wie sie sich geschlagen haben. Vorallem nach den ersten 10min. Je nach Gegner ab den Viertelfinals ist alles Möglich und ich hoffe, dass sie weit kommen.

  • Puck Instor am 20.05.2019 08:41 Report Diesen Beitrag melden

    Hopp Schwiiz

    Die Spiele gegen Schweden und Russland waren einfach fantastisch anzusehen. Unglaubliches Tempo! Kaum hatte ein Team eine Topchance, brannte es vor dem anderen Tor wieder. So soll es sein! Hut ab, Schweizer Nati!

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  • Ra Ra Rasputin am 20.05.2019 08:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schön

    Ich fand es beeindruckend, das die nati 4min ohne goalie überlebt hat gegen die russen. Aber klar, powerplay muss besser werden!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Danny am 20.05.2019 18:16 Report Diesen Beitrag melden

    Die Wahrscheinlichkeit sagt, dass

    2 Siege gegen eine top Mannschaft im gleichen "Turnier" ganz selten sind. Insofern bin ich zuversichtlich.

  • Michi peter am 20.05.2019 15:05 Report Diesen Beitrag melden

    Klar das er zurück gekommen ist!

    Fora war von der ersten bis zur letzten Sekunde überfordert! der Rest war okay

  • Betzki am 20.05.2019 13:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grüsse aus Bratislava

    Auf jeden Fall haben wir die besten und stimmungsvollsten Fans der Welt. Was im Stadion abging war Hühnerhaut pur. Ich drücke den Schweizern die Daumen gegen die Tschechen und werde sie lautstark unterstützen! Bratislava ist Fest in Schweizer Händen

  • Marco am 20.05.2019 13:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Nati spielt auf sehr hohem Niveau

    Ich bin auch ganz klar der Meinung, dass die Nati sich gegen Schweden und auch gegen die Russen sehr gut geschlagen hat. Gegen die Schweden wäre auch ein Sieg möglich gewesen, die Russen waren gestern eine Nummer zu gross. Jetzt einfach nochmals einen Zahn zulegen und dann kommt es schon gut. Der Coach ist sicher der richtige und hoffen wir, dass er uns noch länger erhalten bleibt.

  • Russin am 20.05.2019 13:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweiz ist schlechter als die Rede ist

    Die Schweizer waren in der Vergangenheit unverdient im Final. Russland ist mehrere Nummern zu gross für das Heidiland. Gegen Russland sollte man etwas bei der Sache sein.

    • Nice To Look At am 20.05.2019 13:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Russin

      Unverdient im final hahaha. Wer dort ist hat es verdient Punkt! Und ja, Russland war gut, gewonnen haben sie seit 2014 auch nicht mehr. Trotz grossen Namen;)

    • DerSchweizer am 20.05.2019 13:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Russin

      Haha guter Witz.. Spätistens wenn Russland auf Kanada trifft ists vorbei :)

    • Insider am 20.05.2019 15:50 Report Diesen Beitrag melden

      Wird sich zeigen

      für Ein Schweizer: ich wäre an Ihre Stelle vorsichtig mit solchen Aussagen. Der WM wird es zeigen

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