Die WM-Noten der Nati-Spieler

24. Mai 2019 06:13; Akt: 24.05.2019 06:13 Print

Die Maximalnote für Genoni und Josi

von Marcel Allemann, Bratislava - Die WM ist für die Nati zu Ende. So sieht die Turnier-Statistik der einzelnen Spieler aus und ihr Abschlusszeugnis aus.

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Reto Berra, Torhüter, 4 Spiele, 7 Gegentore, 91,57 % abgewehrte Schüsse, 2 Strafminuten Note: 5 Startete mit zwei Shutouts gegen Italien und Österreich brillant, auch danach spielte er gross auf. Bis das zweite Drittel gegen Tschechien kam und Berra sechs rabenschwarze Minuten einzog. Danach wurde er ausgewechselt und das Turnier war für ihn zu Ende. Leonardo Genoni, Torhüter, 4 Spiele, 8 Gegentore, 93,80 % abgewehrte Schüsse, 0 Strafminuten Note: 6 In all seinen Spielen ein überragender Rückhalt, der uns bis zum Schluss vom erneuten Einzug in den WM-Halbfinal träumen liess. Bewegte sich auf dem Niveau der Top-Goalies der WM. Einmal mehr. Robert Mayer, Torhüter, 1 Spiel, 1 Gegentor, 87,50 % abgewehrte Schüsse, 0 Strafminuten Note: 4,5 War eigentlich nur als Goalie Nummer 3 vorgesehen, kam dann aber gegen Tschechien zu seiner WM-Premiere, als Berra schwächelte. Fehler beging er keinen, wirklich viel zu tun hatte Mayer jedoch auch nicht. Raphael Diaz, Verteidiger, 8 Spiele, 0 Tore, 1 Assist, 1 Punkt, 2 Strafminuten, +6 Bilanz Note: 5,5 Offensiv hat er auch schon mehr bewirkt als an dieser WM. Doch wenn der Captain auf dem Eis oder am Puck war, dann sorgte dies stets für Beruhigung. Spielte seine Routine, Klasse und Wendigkeit aus. Ein gutes Turnier. Michael Fora, Verteidiger, 8 Spiele, 0 Tore, 0 Assists, 0 Punkte, 6 Strafminuten, +1 Bilanz Note: 4,5 Nicht fehlerfrei, aber fiel auch nicht ab. Besitzt die Fähigkeit, sich in ein Spiel rein zu beissen und das geforderte Level anzunehmen, Sogar gegen Russland, wo man im ersten Drittel noch das Gefühl hatte, dass er überfordert sei, sich danach aber dem hohen Niveau anpassen konnte. Lukas Frick, Verteidiger, 8 Spiele, 1 Tor,1 Assist, 2 Punkte, 2 Strafminuten, +3 Bilanz Note: 4 Leistete sich gegen die Grossen den einen oder anderen Bock und stiess an seine Grenzen. Doch daneben liess er auch immer wieder sein Talent aufblitzen und zeigte, dass er selbst auf hohem Niveau unter Druck eine prima Angriffsauslösung hin bekommt. Wird er konstanter, kann er ein zweiter Diaz werden. Joël Genazzi, Verteidiger, 7 Spiele, 1 Tor, 2 Assists, 3 Punkte, 0 Strafminuten, +1 Bilanz Note: 5 Hat einmal mehr mit einem sehr guten Turnier überrascht, der Spätberufene holte das Maximum aus seinen Möglichkeiten heraus und war nach Roman Josi und gemeinsam mit Romain Loeffel der zweitbeste Schweizer Verteidiger auf der Skorerliste. Auch in der Defensive enorm solid. Roman Josi, Verteidiger, 8 Spiele, 1 Tor, 5 Assists, 6 Punkte, 6 Strafminuten, +8 Bilanz Note: 6 Es war einmal mehr ein Genuss, ihm bei der Arbeit zuzuschauen. War der genialste Schweizer Einzelspieler und überzeugte auch als Leader. Gelegentlich übertrieb er es ein wenig mit seinem Offensivdrang und löste so gefährliche Konteraktionen aus. Aber die Maximalnote hat er sich trotzdem verdient. Geht bei ihm gar nicht anders. Romain Loeffel, Verteidiger, 8 Spiele, 1 Tor, 2 Assists, 3 Punkte, 2 Strafminuten, +1 Bilanz Note: 4 Zumeist verkaufte er sich ordentlich und schaltete sich auch immer wieder in die Offensivbemühungen ein. Doch vor dem eigenen Tor ab und an etwas wirr und daher auch ein gewisses Sicherheitsrisiko. Die Spätfolge eines Lapsus von ihm war das erste Gegentor im Viertelfinal gegen Kanada. Janis Moser, Verteidiger, 3 Spiele, 0 Tore, 0 Assists, 0 Punkte, 0 Strafminuten, +1 Bilanz Note: 5 Ein Jammer, dass das Turnier nach drei Spielen für ihn wegen einer Handgelenkverletzung zu Ende war. Das 18-jährige Ausnahmetalent startete bärenstark ins Turnier, beging praktisch keine Fehler. Zu gerne hätte man ihn auch gegen die grossen Nationen gesehen. Yannick Weber, Verteidiger, 7 Spiele, 0 Tore, 1 Assist, 1 Punkte, 18 Strafminuten, +4 Bilanz Note: 4,5 Startete etwas zähflüssig in die WM, wurde aber in der zweiten Turnierhälfte besser. Seinen stärksten Match zeigte er im letzten Gruppenspiel gegen Tschechien, der zugleich auch sein letzter war, weil er nach einem Crosscheck mit Schwindel zu kämpfen hatte. War immer dann am Besten, wenn er seine Robustheit ins Spiel brachte. Andres Ambühl, Stürmer, 8 Spiele, 2 Tore, 2 Assists, 4 Punkte, 2 Strafminuten, +1 Bilanz Note: 5 Die 15. WM des Routiniers ist gelungen. In den Spielen gegen die schwächeren Nationen ein fleissiger Skorer, danach primär ein fleissiger Arbeiter. Ist noch immer mit so viel Engagement und Wille bei der Sache, als wäre er anfangs 20. Dass er mit dem HC Davos eine enorm schwierige Saison hatte, war überhaupt kein Faktor. Sven Andrighetto, Stürmer, 6 Spiele, 3 Tore, 0 Assists, 3 Punkte, 2 Strafminuten, -2 Bilanz Note: 5,5 Eine weitere überzeugende WM des Mannes, der es in der NHL nicht ganz einfach hat und oft nur auf der Tribüne sitzt. Sorgte immer wieder für Überraschungsmomente im Schweizer Spiel und liess uns mit seinem 1:0 im Viertelfinal gegen Kanada vom Coup träumen. Auch als Persönlichkeit enorm gereift. Christoph Bertschy, Stürmer, 8 Spiele, 0 Tore, 2 Assists, 2 Punkte, 6 Strafminuten, +5 Bilanz Note: 5,5 Der WM-Debütant war eine der grossen Überraschungen dieser WM. Im Startspiel gegen Italien noch verhalten unterwegs, zündete er danach den Turbo und beschäftigte die Gegenspieler mit seinem Speed permanent. Gefiel auch durch seine Furchtlosigkeit. Kevin Fiala, Stürmer, 8 Spiele, 4 Tore, 3 Assists, 7 Punkte, 2 Strafminuten, +4 Bilanz Note: 5,5 Legte zu Beginn los wie die Feuerwehr (Hattrick gegen Italien). Diese Kadenz konnte er zwar nicht über das gesamte Turnier aufrecht erhalten, doch er blieb ein unberechenbarer Wirbelwind, der mit viel Intensität spielte, so viele Pucks zurückgewinnen konnte und viele Gegenspieler mit seiner grossartigen Technik narrte. Gaëtan Haas, Stürmer, 8 Spiele, 1 Tor, 2 Assists, 3 Punkte, 2 Strafminuten, -1 Bilanz Note: 5 Mit einem grossartigen Spiel gegen Schweden und auch ein sehr wertvoller Center für die Defensivarbeit. Was seinem Turnier ein wenig fehlte, war die Konstanz. Und hätte er es in den Schlusssekunden gegen Kanada nicht verpasst, den Puck aus der Gefahrenzone zu schlagen, stünden wir jetzt im WM-Halbfinal. Nico Hischier, Stürmer, 8 Spiele, 4 Tore, 5 Assists, 9 Punkte, 4 Strafminuten, +3 Bilanz Note: 5,5 Unser Nummer-1-Draft war bei seiner ersten WM sogleich der Schweizer Topskorer. Seine Spielintelligenz ist beeinruckend, auch wie gut er zurückstaffelt und Pucks zurück erobert. Ein Highlight, ihn im Nati-Dress zu sehen. Es gab aber auch Spiele, in denen er ein wenig abtauchte. Gregory Hofmann, Stürmer, 8 Spiele, 3 Tore, 0 Assists, 3 Punkte, 0 Strafminuten, +3 Bilanz Note: 4,5 Sehr gut in den ersten Partien gegen die schwächeren Teams. Danach bekundete er aber deutlich mehr Mühe, im gegnerischen Drittel für Unruhe zu sorgen. Im Viertelfinal gegen Kanada wurde er nach drei missglückten Einsätzen in der Startphase nicht mehr eingesetzt. Philipp Kuraschew, Stürmer, 8 Spiele, 1 Tor, 3 Assists, 4 Punkte, 4 Strafminuten, +4 Bilanz Note: 5 Ein erstaunliches WM-Debüt für den 19-Jährigen. Was er teilweise mit dem Puck aufführt, ist allererste Sahne und es ist auch lobenswert, wie gut er das Turnier durchstand, obwohl er zuvor noch gar nicht richtig im Erwachsenen-Hockey mitgespielt hat. An diesem Riesentalent werden wir in Zukunft noch sehr viel Freude haben. Lino Martschini, Stürmer, 8 Spiele, 1 Tor, 6 Assists, 7 Punkte, 2 Strafminuten, +4 Bilanz Note: 5,5 Er hat allen gezeigt, dass man auch mit einer Körpergrösse von lediglich 167 Zentimetern sehr wohl an einer WM bestehen und auch Akzente setzen kann. Abgesehen vom Spiel gegen Schweden, wo er Probleme bekundete, stets überzeugend und dazu mit einem überragenden Turnier-Finish. Seine 7 Skorerpunkte sprechen für sich. Simon Moser, Stürmer, 8 Spiele, 2 Tore, 2 Assists, 4 Punkte, 2 Strafminuten, +3 Bilanz Note: 5 Wie immer durch seine Robustheit eine Bereicherung für die Schweizer Equipe. Zu Beginn des Turniers war er noch etwas schwerfällig unterwegs, aber steigerte sich danach von Spiel zu Spiel. Stellte sich permanent mit vollem Einsatz in den Dienst der Mannschaft. Nino Niederreiter, Stürmer, 2 Spiele, 1 Tor, 1 Assist, 2 Punkte, 2 Strafminuten, -1 Bilanz Note: 5 Man kann es ihm gar nicht hoch genug anrechnen, dass er direkt aus dem NHL-Playoff für die entscheidende Turnier-Phase noch in die Slowakei angereist ist. Er konnte dabei auch immer wieder Akzente setzen. Doch so dominant wie beim Silberwunder 2018 war er nicht. Konnte er auch gar nicht sein, bei dieser kurzen Anlaufzeit. Verlor leider an der Bande den Zweikampf, der in der Verlängerung des Viertelfinals zum Siegestor der Kanadier führte. Vincent Praplan, Stürmer, 7 Spiele, 1 Tor, 5 Assists, 6 Punkte, 4 Strafminuten, +3 Bilanz Note: 4,5 Ein König in der ersten Hälfte der Gruppenphase, als er neben Fiala und Hischier stürmen durfte und fleissig Skorerpunkte sammelte. Und mit einem schweren Stand, als die Gegner besser wurden und er seinen Platz neben den beiden NHL-Spielern verlor. Bei ihm gefällt aber, dass er sich durch nichts unterkriegen lässt. Noah Rod, Stürmer, 8 Spiele, 0 Tore, 1 Assist, 1 Punkt, 2 Strafminuten, 0 Bilanz Note: 4,5 Erhielt nicht sehr viel Eiszeit, deshalb war es für ihn auch nicht einfach zu glänzen. Doch wenn er ran durfte, dann wusste er durchaus zu gefallen und sorgte dafür, dass die Gegenspieler ihn spüren. Zuweilen agiert er jedoch etwas hektisch. Tristan Scherwey, Stürmer, 8 Spiele, 2 Tore, 2 Assists, 4 Punkte, 2 Strafminuten, +4 Bilanz Note: 5,5 Wie beim Silberwunder 2018 in Kopenhagen wieder mit einer ganz starken WM. Je länger das Turnier dauerte, umso besser kam er in Fahrt. Suchte die Checks und den direkten Zug aufs Tor. Ist aus dem Nationalteam nicht mehr wegzudenken.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • M.K. am 24.05.2019 08:08 Report Diesen Beitrag melden

    Hopp Schweiz!

    Ich habe schon lange nicht mehr so fest bei einem Match bis zum Ende mitgefiebert. Am Ende hat es leider nicht gereicht, aber stellt euch vor es hätte... ich hätte nicht mehr ruhig sitzen können... Genau dafür ist Sport! Vielen Dank für diese gezeigte Leidenschaft und all den Emotionen, die wir mittragen durften.

  • Cadoc am 24.05.2019 08:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke !! :)

    Super gemacht Jungs. Ich rede sicher für die klare Mehrheit wenn ich sage: Wir sind mega Stolz auf Euch!!!! Uns ist allen klar, dass ihr es bis in den Final geschafft hättet. Es war einfach ein riiieeesen Pech! Super Leistung. Mega geil gespielt! Danke

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  • Marcel H am 24.05.2019 07:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Moralisch sind wir Weltmeister

    Wir haben die beste Nati . Nur das Glück stand nicht auf Ihrer Seite.Kompliment an alle auch an die Betreuer .

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Priska Iten am 27.05.2019 08:13 Report Diesen Beitrag melden

    Unser National Eishockey Jung

    An unsere Jungs aus der Nation Mannschaft auch wenn es ihr nicht geschafft habt. Ich bin stolz auf euch. Es tut zwar weh im Herzen . Aber wie heißt ein berühmtes Sprichwort. Es ist noch nicht alle Tage Abend . Ich weiss früher oder später werde ihr Eishockey WM Meister. Danke und einen schönen Sommer wünsche ich euch. Bis bald .

  • Baslerbebbi am 26.05.2019 19:08 Report Diesen Beitrag melden

    Ja nicht mehr....und nicht weniger

    Selbstzufriedenheit und Minimalismus führen zur Stagnation. Auch an der nächsten WM ist der Viertelfinal das Ende der Fahnenstange. Man überlege aber auch, vor Jahren war das Ziel stets, nicht abzusteigen.

  • Nur so am 25.05.2019 00:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    6 nie

    Noten zu verteilen ist so oder so ein Schwachsinn. Eine 6 dem Genoni zu geben ist lachhaft. Für eine 6 müsste er den Ausgleichschuss halten, da er freie Sicht hatte... aber eben.

  • Jolly am 24.05.2019 17:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ääähm..

    "Die Maximalnote für Genoni und Josi" Interessiert das den Genoni oder den Josi???

  • Lance Nethery am 24.05.2019 14:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nie mehr ne solche Top-NHL-Zusammensetzung

    Das wird mit der-Top-Kaderzusammenstellung nie mehr möglich sein, Gold zu holen. Sprich: so viele NHL-Spieler (ausser dem engagierten SJ-Forward Timo Meier) kaum ein fehlender oder Ex-NHL-Player wie Brunner ( schade, immer noch für das Quäntchen Plus gut!