Vincent Praplan

19. Mai 2019 17:09; Akt: 19.05.2019 17:10 Print

Zwischen WM, NHL-Träumen und SCB-Vertrag

von Marcel Allemann, Bratislava - Nach dem Spiel gegen Schweden musste er erstmals an dieser WM eine Niederlage erklären. Trotzdem zeigt Vincent Praplans Leistungskurve wieder nach oben.

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Für Nati-Stürmer Vincent Praplan war klar, weshalb es gegen die Schweden nicht ganz gereicht hat und am Ende eine knappe 3:4-Niederlage abgesetzt hat. «Einerseits war unser Powerplay zu wenig gut. Und zudem kassierten wir zwei Mal, nachdem uns ein Treffer gelungen war, sogleich wieder ein Gegentor.»

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Diese erste Niederlage in diesem Turnier ändert für ihn aber «gar nichts. Wir haben gesehen, dass wir mit den Besten mithalten können. Jetzt gilt es im Defensivverhalten einige Sachen anzupassen, dieses Spiel abzuhaken und den nächsten Sieg anzustreben.»

Zwei Jahre mit Rückschlägen

2017 in Paris startete Praplan an seiner ersten WM sogleich durch. Mit 4 Toren und 3 Assists war er der beste Skorer im Schweizer Team. Darauf folgten dann aber zwei Jahre, in denen der Walliser mit Negativerlebnissen umgehen musste. Ein ganz bitterer Moment war vor einem Jahr der Abstieg mit dem EHC Kloten. «Während der Saison lief es mir persönlich nicht schlecht, aber in den Playouts konnte ich meine Leistung auch nicht bringen», sagt er rückblickend.

Danach kam das Abenteuer Nordamerika. Praplan unterzeichnete einen Zweiweg-Vertrag mit den San Jose Sharks, lebte mit Timo Meier in einer WG. Doch die NHL blieb für ihn vorerst ein Wunschtraum, die Realität hiess für den Stürmer AHL und in dieser wurde er immer wieder von Verletzungen gestoppt. Auch die Tatsache, dass er im Februar von der Organisation der Sharks zu den Florida Panthers weitergereicht wurde, änderte daran wenig. «Sicher habe ich es mir anders vorgestellt und es war eine sehr harte Saison, aber ich konnte auch viel lernen», bilanziert er.

Die Ermunterungen der NHL-Spieler als Motivation

Umso bemerkenswerter ist es, wie Praplan nun an der WM in der Slowakei aufspielt. 6 Skorerpunkte (1 Tor, 5 Assists) steuerte bislang bei und ist damit auf gutem Weg, seinen persönlichen Punkterekord von Paris nochmals zu verbessern. «Ich habe jeden Tag enorm hart gearbeitet und irgendwann muss sich das ja auszahlen», sagt er über die Wende zum Guten, «Zudem erhielt ich von Trainer Patrick Fischer von Anfang an viel Vertrauen uns auf dem Eis verstehe ich mich sehr gut mit Nico Hischier und Kevin Fiala.»

Mit den Schweizer NHL-Spielern tauscht er sich in Bratislava immer wieder aus, sie ermuntern ihn ebenfalls, seinen Nordamerika-Traum nicht aufzugehen. «Sven Andrighetto und Kevin Fiala hatten es in dieser Saison auch nicht immer leicht, man muss in solchen Situation eben auch beissen können.» Ein weiterer Antreiber ist Timo Meier für ihn, der auch ein guter Freund geworden und in dieser Saison bei San Jose zum Star avanciert ist. «Auch für ihn lief es zuvor nicht immer nur rund, aber auch er hat mir immer wieder gesagt, dass ich unbedingt dranbleiben soll.»

Und deshalb will Praplan «nochmals angreifen», wenn man ihn denn lässt und er von Florida («ich hatte mit ihnen vor meiner Abreise gute Gespräche») – oder sonst von einer anderen NHL-Organisation – ein Vertragsangebot erhält. «Ich habe den Schritt nach Nordamerika nicht gewagt, um nach einem Jahr wieder heimzukehren, sondern möchte mich dort durchsetzen.» Eine gute WM kann dabei seine Chancen zweifellos erhöhen.

Ein SCB-Vertrag, den er eigentlich gar nicht antreten will

Inzwischen ist zwar offiziell bekannt geworden, dass der perfekt Schweizerdeutsch sprechende Romand beim SC Bern einen Vierjahresvertrag unterschrieben hat. Doch diesen möchte er am liebsten gar nicht antreten, dieser ist nur die zweite Option, für den Fall, dass eine NHL-Träume platzen. Um nichts unversucht zu lassen, hat er sich für die ersten drei Vertragsjahre eine Ausstiegsklausel für die NHL in die Vereinbarung mit dem SCB schreiben lassen.

Doch SCB oder doch NHL. Das ist Zukunftsmusik. Die Gegenwart heisst WM und an dieser hat Praplan mit der Nati noch einiges vor. Schon am Sonntagabend gegen Russland. «Wir wollen dieses Spiel gewinnen», gibt er die Marschrichtung vor. «Die Russen sind vor allem in der Offensive eine Supermannschaft, deshalb ist es wichtig, dass wir in der Defensive sauber arbeiten, unsere Beine bewegen und unseren Speed nutzen – dann können wir für sie gefährlich sein.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Amy am 19.05.2019 21:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Notlösung?

    Ich will Praplan gar nicht im SCB Dress sehen. In Bern wollen wir Spieler wie Scherwey, die ihr ganzes Herzblut für den Verein geben. Was wollen wir mit einem überschätzen Spieler der gar nicht in Bern sein will?

  • Erik76 am 19.05.2019 23:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Für sich behalten

    Ich finde seine Einstellung bedenklich! Wer einen Vertrag mit einem Club eingeht sollte eine professionellere Einstellung an den Tag legen!!! Bern ist ihm mit einer Ausstiegsklausel entgegen gekommen, da darf man von ihm erwarten dass er positiv über seinen Kontrakt spricht!! Es ist natürlich logisch, er möchte lieber NHL spielen, verstehen wir, aber dass kann er ja für sich behalten!!!

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  • Dani Boy am 19.05.2019 21:02 Report Diesen Beitrag melden

    Einstellung

    Super Einstellung gegenüber dem scb

Die neusten Leser-Kommentare

  • Heinz Nütteler am 20.05.2019 18:30 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso?

    Also die NHL besser als der grosse SCB Bern sein sollte??? Wir sind die lautesten Fäns, haben das beste und grösste Stadion. Wenn er lieber für die NY Jankis oder andere, mit weniger Fäns spielen will, selber schuld.

  • Rolf Beutler am 20.05.2019 10:25 Report Diesen Beitrag melden

    Ehrlich???

    Wenn ich Sportchef des SCB wäre und diesen Kommentar lese, dann würde ich den Vertrag auflösen. - Den Fünfer und das Weggli und zudem noch eine Garantie zu haben finde ich äusserst vermessen wenn nicht gar frech. - Hoffe für den SCB, dass dieser Praplan, von mir aus sowieso etwas gar gutgeschrieben, nie im Dress des SCB aufläuft. - Charakter vor Talent?? - Chatelain, handeln Sie!

    • Pragmatiker am 20.05.2019 11:21 Report Diesen Beitrag melden

      @Rolf

      yeah genau und entlasst gleich noch Haas der die gleiche Klausel hat und diesen Sommer wieder den Sprung in die NHL packen will. Und hey, wäre der SCB so konsequent und würde Ausstiegsklauseln verbieten, dann hätte auch ein Hischier oder Josi mit dieser Regel nie für den SCB gespielt...ihr Vorschlag ist ein klassiches Eigentor von einem emotionalen Fan!

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  • U.Puck am 20.05.2019 09:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    NHL ?

    Ein völlig überschätzter Spieler,ist bis jetzt auch an der WM fast nicht zusehen(ein weiterer Schmetterlig auf Schlittschuhen) !

  • Rigolet am 20.05.2019 08:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Füfi u z Weggli für die Spieler

    Vertrag mit SCB, wird jedoch kaum in Bern eintreffen. Wie planen da die Vereine und wieso gehen sie Vereine solche Verträge ein? Welche dem Spielerz füfi und z Weggli bringen?

  • Reini Schnyder am 20.05.2019 00:25 Report Diesen Beitrag melden

    Hoffentlich nie beim SCB

    Hoffentlich nimmt ihn ein NHL oder AHL-Club. Beim SCB würde man sich über ihn nur ärgern. Davon bin ich überzeugt. Er hat einfach die nötige Klasse nicht. Wie Chatelain dazu kam, ihm überhaupt einen Vertrag zu offerieren, ist mir schleierhaft. Da gibt es bessere Spieler.

    • hockeytown am 20.05.2019 08:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Reini Schnyder

      ein einzelner spieler bringt nichts und nur im team kann man grosses leisten!! das haben manschafts sportarten so an sich. allez scb

    • A. Theist am 20.05.2019 10:28 Report Diesen Beitrag melden

      Nur zweite Wahl und das ist okay!

      Ach Reini, man muss halt einfach klar sehen, dass nicht (unser!) SCB das Mass aller Dinge und der Traum der Spieler ist, sondern die NHL. Da ist es nur logisch, dass die es zuerst in der NHL versuchen wollen.

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