Urs Fischer

27. Juli 2014 11:32; Akt: 27.07.2014 11:32 Print

«Da braucht man fast Medikamente»

von Eva Tedesco - Vier Tore erzielte Christian Schneuwly in der gesamten letzten Saison. Nun sind es schon drei nach lediglich drei Spielen in der aktuellen Meisterschaft.

Der FC Thun schlägt GC auswärts 3:2. Das sagt Trainer Urs Fischer zum turbulenten Spiel. (Video: 20 Minuten)
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Lachend klemmt der Thuner Offensivspieler den Matchball unter sein Trikot und lässt sich von der Handvoll Thun-Fans vor dem Gästesektor im Letzigrund feiern. Den Ball lässt er nicht mehr los und bekommt garantiert einen Ehrenplatz im Hause Schneuwly. Denn alle Tage fertigt er GC nicht mit drei Toren ab.

Nach zehn Minuten kann GC-Goalie Daniel Davari eine Flanke nur bis zu Schneuwly abwehren. Schneuwly trifft zum 1:0. Zehn Minuten später flankte Nelson Ferreira von links auf den zweiten Pfosten. Schneuwly versenkt den Ball mit einer Direktabnahme zum 2:0. Und in der 75. Minute köpfelt er den von Andreas Wittwer getretenen Eckball zu seinem dritten und dem Thuner Siegtreffer in die Maschen.

Ein Steilpass für den Bruder

«Heute sind alle Bälle zu mir gekommen und es ist ganz von alleine gegangen. Von mir aus kann es so weiter gehen», sagt Schneuwly zu seinem ersten Hattrick seit der Juniorenzeit. «Es war erstaunlich, dass wir vor allem in der ersten halben Stunde so viel Platz hatten und wir haben es auch recht gut ausgenützt – zumindest bis zum Platzverweis. Dann hatten wir etwas Mühe mit der Umstellung und dem Druck, den GC gemacht hat. Es hat viel gebraucht, aber wir haben gut gespielt und uns viele Chance erarbeitet. Es braucht halt auch etwas Glück.»
Christian Schneuwly glänzte gegen GC mit drei Toren. (Video: 20 Minuten)

Glücklich, wenn man Schneuwly heisst. Denn auch sein Bruder Marco trifft regelmässig. In drei Pflichtspielen hat der Stürmer bereits drei Tore für seinen neuen Arbeitgeber Luzern erzielt. «Ich habe ihm heute gezeigt, wie man es schneller machen kann», sagt Christian und lacht. Ob sich der ältere der Schneuwly-Brüder am Sonntag gegen de FCB ein Beispiel nimmt?

Fischer muss verlorene Skorerpunkte ersetzen

Glücklich war am Ende auch Thun-Trainer Urs Fischer. Das Spiel, das alle Facetten des Fussballs beinhaltete, hat Nerven gekostet. «Ich hoffe, dass ich nicht viele Spiele in dieser Art erleben muss. Da braucht man fast Medikamente nach so einer Partie. Wenn ich die strittigen Szene ausklammere, haben wir es über weite Strecken sehr gut gemacht. Aber ich sage nicht umsonst immer, dass ein 2:0 ein gefährliches Resultat ist. GC hat danach mehr gemacht, wir haben uns zu weit zurückgezogen und prompt hat GC das 2:2 geschafft. Der Platzverweis hat uns mehr geschadet. GC war näher am 3:2 dran. Dass Dabbur den Penalty verschiesst passt zum Abend», sagt Fischer.

Glücklich ist Fischer aber auch über die Art und Weise, wie seine Mannschaft aufgetreten ist. «Wir haben mit den Abgängen von Zuffi, Sanogo und Marco Schneuwly fast 70 Skorerpunkte verloren – insgesamt 35 Tore und 32 Assists. Das muss man erst ersetzen können. Deshalb bin ich zufrieden und auch stolz, wie es bisher gelaufen ist.»

Sechs Punkte aus drei Spielen ist eine gute Startbilanz für die Thuner, die ein happiges Programm zu bewältigen haben. Nach den Auswärtspartien gegen den FCZ letzten Mittwoch und GC am Samstag treffen die Thuner als nächstes auf weitere Top-Vier-Teams - erst auf Basel und dann im Kantonsderby auf YB. «Ich bin mehr als zufrieden», so Fischer. «So einen Start haben wir uns gewünscht, aber man hat in diesen drei Spielen auch gesehen, dass noch ein Haufen Arbeit auf uns wartet.»
Stefan Glarner äussert sich zum Sieg gegen GC. (Video: 20 Minuten)