FCZ-Star

05. Januar 2016 08:00; Akt: 05.01.2016 08:29 Print

Er will doch nur spielen – was bringt Kerschakow?

von Sandro Compagno - Der FC Zürich will weg vom Tabellenende und Alexander Kerschakow will dabei helfen. Eine Win-win-Situation?

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: Es regnet in Strömen, als der FC Zürich sein Wintertraining aufnimmt. Die ersten beiden Trainingstage gehören der Leistungsdiagnostik. Trainer Sami Hyypiä (l.) will wissen, wie es um die Fitness seiner Mannschaft bestellt ist. Zu dieser gehört neu der russische Internationale Alexander Kerschakow (r.). Kerschakow beim rund einstündigen Lauftraining auf der Allmend Brunau gemeinsam mit Stürmer-Kollege und -Konkurrent Franck Etoundi. Und nachher putzt auch ein Superstar brav seine Schuhe. Mit 30 Toren ist Alexander Kerschakow der Rekord-Torschütze der russischen Nationalmannschaft. Beim FC Zürich sucht der 33-Jährige vor allem Spielpraxis, um sich für ein Aufgebot an die Europameisterschaft 2016 aufzudrängen. : Alexander Kerschakow jubelt über ein Tor Russlands in der EM-Qualifikation gegen die Schweiz. Die Russen gewannen damals in Moskau mit 4:1. Kerschakow blieb ohne persönlichen Torerfolg. Die Schweiz qualifizierte sich trotz der Niederlage als Gruppenerster für die EM in Portugal, auch Russland schaffte via Barrage die Qualifikation. : Ein Bild aus besseren Tagen: Alexander Kerschakow im Dress von Zenit St. Petersburg. Beim russischen Meister besitzt der Stürmer einen Vertrag bis Sommer 2016, doch spielt er in den Überlegungen von Trainer André Villas-Boas keine Rolle mehr. : Den grössten Erfolg feiert Alexander Kerschakow mit dem FC Sevilla, wo er 2007/08 unter Vertrag war. 2007 gewann er mit dem spanischen Club den Uefacup, die heutige Europa League.

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Eines ist klar: Der 33-jährige Russe, mit 30 Länderspieltreffern der Rekord-Torschütze des Landes, ist in Zürich, weil er dringend Spielpraxis benötigt. Seit Juni 2015 hat Kerschakow nicht mehr Fussball gespielt – damals stand er in der EM-Qualifikation gegen Österreich 19 (erfolglose) Minuten auf dem Platz.

Am Tiefpunkt bei Zenit

Bei Zenit St. Petersburg spielte der Stürmer keine Rolle mehr. Schon im Sommer habe er St. Petersburg verlassen wollen, erzählt der Routinier nach seiner ersten Trainingseinheit mit dem FCZ. Die Club-Leitung lehnte ab – wohl auch weil Stürmer José Rondòn zu West Brom in die Premier League verkauft wurde. Trotzdem wollte Trainer André Villas-Boas weiter nichts von Kerschakow wissen, verbannte ihn zu den Reserven. Dort wollte der beleidigte Altstar aber nicht trainieren, sondern hielt sich zuletzt mit einem Privattrainer fit.

Kerschakow erhebt Anspruch auf Einsatzzeit

Im Herbst sprach er nochmals bei den Club-Bossen vor, die nun einem Leihtransfer zustimmten. Kerschakows Ziele in Zürich: «Ich erwarte viele Siege und viel Einsatzzeit. Ich will mithelfen, den FC Zürich in der Tabelle nach vorne zu bringen. Und Zürich soll mir helfen, an die Europameisterschaft zu gelangen.» Kerschakow ist einer von fünf (!) Sturmspitzen, die am Montag das Training aufgenommen haben – neben Amine Chermiti, Franck Etoundi, Mario Gavranovic und Armando Sadiku. Und alle haben sie Länderspiel-Erfahrung.

Sami Hyypiä laviert

Eine eigenartige Häufung in einem Team, dem es an tauglichen Verteidigern und Flügelspielern mangelt. Was hält Trainer Sami Hyypiä vom Transfer? «Die Möglichkeit hat sich ergeben», antwortet der Finne ausweichend. «Wenn man einen solchen Stürmer bekommen kann, warum nicht?» In die Verhandlungen war der Cheftrainer offenbar nicht involviert. «Ich habe nur mit der Club-Leitung gesprochen», erzählt Kerschakow, «es gefiel mir sehr, wie der Präsident sich um mich bemüht hat.» Mit Hyypiä habe er am Montagmorgen vor dem Training zum ersten Mal ein paar Worte gewechselt.

Zwei Tore gegen den Trainer

Dabei verbindet die beiden eine gemeinsame Geschichte: Am 10. Juni 2009 waren sich der finnische Verteidiger Hyypiä und der russische Stürmer Kerschakow im Rahmen der WM-Qualifikation begegnet. «Ich glaube, er hat gegen mich getroffen», erinnert sich Hyypiä nur vage. «Ich kann mich an jedes meiner Tore erinnern», sagt Kerschakow und lächelt süffisant. Die Russen gewannen damals dank zwei Toren des neuen FCZ-Stars mit 3:0. Nein, er habe Hyypiä noch nicht damit aufgezogen, so Kerschakow: «Ich weiss nicht, ob das gut ankommt ...»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Homer am 05.01.2016 08:58 Report Diesen Beitrag melden

    Top-Management

    Das Canepa den Spieler ohne Rücksprache mit dem Trainer und ohne Bedarf verpflichtet hat, spricht Bände...

  • Struga44 am 05.01.2016 09:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    FCZ Transferpolitik ??

    Absolut nichts gegen Kerzhakov - aber im Sturm sind die FCZler gut besetzt verfügen sie über gute Spieler wie Etoundi und Sadiku - dass der Trainer nicht gefragt wird ist äusserst seltsam - Sorry Herr Canepa aber ich denke der Trainer müsste doch sagen was er für Verstärkung braucht - oder nicht?

  • Dick van Hinten am 05.01.2016 11:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hust..

    Canepa ist wie ein schlechte Hausfrau. Er kauft nur was gerade " Aktion" ist, aber nicht wirklich gebraucht wird . Tolle Transferpolitik!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Fussball Fan am 05.01.2016 23:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    FCZ als Instrument für Herrn Canepa

    Solange Herr Canepa sein FCZ Eigentum so in Unprofessionalität führt, wird es keine sichtbaren - nachhaltigen Erfolge geben Wie lange es noch dauern wird, bis auch der Verein und die Umfelder dies erkennen? Dauernd, zunehmend werden uns doch Beispiele gezeigt, was dabei rauskommt, wenn Machtmenschen im Eigeninteresse handeln, statt im Interesse aller FIFA - Blatter etc

  • Supporter am 05.01.2016 21:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ziel:Challenge Liga

    Der russische Nationaltrainer hat nichts anderes zu tun, als täglich gebannt auf die Spitzenmannschaft FCZ zu schauen, auf seinen alten Torjäger und auf den aktuellen Sportchef, dem Profi, der alles besser weiss.

  • Stöfi62 am 05.01.2016 19:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was soll das?

    Da überrascht mich überhaupt nichts mehr! Das Kader ist breit aber falsch zusammengestellt und jetzt wird wieder ein Offensivmann verpflichtet, statt die überforderte Devensive dringenst zu verstärken! Kopfschütteln ist hier angezeigt!

  • Dingsbums am 05.01.2016 12:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Defensive

    Mit 27 geschossenen Toren ist der FCZ nicht schlecht dabei, nur die ersten 3 Teams haben mehr erzielt. Jedoch 40 Gegentore in 18 Spielen ist inakzeptabel. Da sollte doch die Defensive erste Priorität sein Herr Canepa!

  • Dick van Hinten am 05.01.2016 11:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hust..

    Canepa ist wie ein schlechte Hausfrau. Er kauft nur was gerade " Aktion" ist, aber nicht wirklich gebraucht wird . Tolle Transferpolitik!

    • Timm am 05.01.2016 16:07 Report Diesen Beitrag melden

      tja...

      Canepas "Konzept" heisst Bauchgefühl und spontane Emotionen. Ob dies sinnvoll und zielführend ist, weiss ich nicht, in den meisten Clubs führt man anders mittlerweile. Teuer und kosten-ineffizient ist diese Vorgehensweise auf jeden Fall.

    • Supporter am 05.01.2016 22:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Timm

      Zielführend - welches Ziel? Als hundertprozent Nicht-FCZler führt er unseren Club in den Ruin.

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