Nach der Wicky-Entlassung

26. Juli 2018 18:27; Akt: 26.07.2018 18:27 Print

Ein rotblaues Konzept in der Sackgasse

von Eva Tedesco - Der FC Basel entsorgt das schwächste Glied in der Kette. Die Probleme aber bleiben.

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Der FC Basel hat am Donnerstag gemacht, was auf dem Rasen zuletzt zu selten geschah: agiert. Raphael Wicky wurde per sofort freigestellt. Dabei ist es gerade mal etwas mehr als eine Woche her, dass Präsident Bernhard Burgener, Sportdirektor Marco Streller und Wicky im Mediencenter die neue Saison gemeinsam auf dem Podest eröffneten. Es herrschte grosse Zuversicht. Komplimente wechselten auf dem Podest von hüben nach drüben. Acht Tage später ist alles anders.

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Ein Fehlstart in die Meisterschaft gegen St. Gallen (1:2) und die Niederlage in der Champions-League-Qualifikation in Saloniki (1:2) – und das Vertrauen in Wicky war weg. Und er auch. Nach nur einem Jahr im Amt des Cheftrainers und in der Super League musste der ehemalige U21-Trainer sein Büro räumen. Nach nur einem Spiel in der neuen Meisterschaft. Das gab es wohl noch nie.

Clubleitung in keinem guten Licht

Rein faktisch mag verständlich sein, dass der FCB die Reissleine zog, schliesslich hat Wicky die Titelverteidigung verpasst, und riskiert im neuen Jahr schon in der ersten von drei Qualifikationsrunden für die Champions League 37 Millionen Franken zu verspielen. Doch die Schuld daran liegt keineswegs bei Wicky allein, sondern wirft auch auf die Clubleitung kein gutes Licht, die schliesslich das Kader zusammengestellt hat. Ein Kader, das in der letzten Meisterschaft notabene gigantische 15 Punkte Rückstand auf YB vorwies. Dafür aber folgte es den Vorgaben «verkleinern, verjüngen, verbaslern» von Präsident Bernhard Burgener.

Der Unternehmer investierte zwar rund 13 Millionen Franken (Oberlin, Omlin, Kalulu, Widmer), um die Abgänge von Michael Lang, Mohamed Elyounoussi und Tomas Vaclik zu ersetzen. Hinter der ersten Garde wurde aber gespart. Akzentuiert hat sich das in Griechenland, als Rechtsverteidiger Widmer ausfiel. Als sich nämlich auch noch dessen Stellvertreter Raul Petretta, eigentlich ein Linksverteidiger, verletzte, war da noch nur Yves Kaiser auf der Bank. 20 jährig und mit null Spielen auf Profi-Ebene. Burgeners Konzept «Für immer Rot-Blau» wirkt inzwischen wie eine PR-Aktion, die den Club direkt in eine Sackgasse führte.

Sie hat sich unweigerlich in der Leistung der Mannschaft auf dem Platz bemerkbar gemacht. Der FC Basel hat innert einem Jahr sein Standing als Serienmeister und Mass aller Dinge im Schweizer Fussball verloren. Die Trainer-Entlassung nach nur zwei Spielen ist ein legitimes Mittel. Aber Raphael Wicky ist nur das schwächste Glied in der Kette und lenkt maximal von den Fehlern in der Führungsetage ab.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Payne am 26.07.2018 18:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Streller

    Wen Streller bleiben darf ist das der Witz des Jahres 2018!

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  • Mira am 26.07.2018 18:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Solange Streller da ist wirds nicht besser

    Solange Streller Sportchef ist, wird nichts, aber gar nichts besser. Seine Transfers sind mehrheitlich ein Desaster. Auch Streller war es, der den erfolgreichen Fischer entlassen und den untalentierten und unerfahrenen Wicky zum Cheftrainer auserwählt hat. Zudem hätten man den Trainer vor 6 Wochen tauschen müssen, nicht nach einer missglückten Vorbereitung mehr.

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  • Rosella am 26.07.2018 18:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alte Weisheit

    Der Fisch stinkt auch in Basel am Kopf Wicky ist nur das Bauernopfer. Die Spekulanten werden hoffentlich folgen

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Die neusten Leser-Kommentare

  • UPP am 27.07.2018 22:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fehler

    Falscher Entscheid zum falschen Zeitpunkt. Wicky hätte schon lange entlassen werden müssen, zusammen mit Streller. Den Mannen auf dem Platz kann man keinen Vorwurf machen.

  • Rosenrudi am 27.07.2018 19:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Streller der Zungenschnalzer

    Streller kann sich vorerst noch sehr gut verstecken! Die Anderen sind für das Joggeli-Desaster schuldig und die Bösen. Streller war schon immer ein sicherer Torschütze, der toll mit seiner Zunge nervös lallen konnte. Hoffe, dass Basel einen neuen Präsidenten finden kann, der wieder etwas von Fussball versteht und den verwöhnten Streller adäquat ersetzte kann!

  • Didi am 27.07.2018 19:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    verloren

    zudem hat heite die U19 vom FCB verloren; am internationalen Turnier in Aesch ... gegen Roter Stern Belgrad !

  • Ritschi am 27.07.2018 13:27 Report Diesen Beitrag melden

    FCB GV Ja Sager

    Alle machen einen Aufschrei. Wo waren alle Mitglieder letztes und dieses Jahr an der GV? Der Grossteil hat gefehlt und die Mehrheit die da waren hat dem ganzen mit Ja zugestimmt. Ich gehörte mit meinen zwei Stimmen an der GV (Privat und Firma) zu der kleinen Minderheit die mit der Zusammensetzung und Konzept nicht überzeugt waren und ein ungutes Gefühl dabei hatten.

    • ruedi engel am 27.07.2018 14:11 Report Diesen Beitrag melden

      zu schwache mannschaft

      mann verkauft drei sehr gute spieler und ersetzt werden sie mit nachwuchs spieler welche auch an die spitze sich herantasten müssen.Wenn man dann meister wird ist natürlich der trainer schuld.

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  • Ricco Rocco am 27.07.2018 13:09 Report Diesen Beitrag melden

    Der Neid den wir uns erarbeitet haben

    Wird um so schöner wenn der FCB wieder in der Spur ist und alle anderen wieder hinten anstehen können. Kommt schon wieder und zum Leid aller Neider die es nicht war haben wollen, freue ich mich jetzt schon. Geht schneller als vermutet.