Magnin über Jung-Star Rohner

11. März 2018 03:16; Akt: 11.03.2018 15:59 Print

Wer ist der junge Mann mit dem Helm beim FCZ?

von E. Tedesco - Fabian Rohner fällt nicht nur mit seinem ungewöhnlichen Kopfschutz beim FCZ auf, sondern auch mit schönen Toren.

Das sagt FCZ-Youngster Fabian Rohner über seinen ungewöhnlichen Kopfschutz und zum Sieg gegen Lugano. (Video: 20 Minuten)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Arsenal-Keeper Petr Cech kann man sich ohne den auffälligen schwarzen Helm gar nicht mehr vorstellen. Am 14. Oktober 2006 prallt er gegen Reading nach 16 Sekunden mit Stephen Hunt zusammen. Der Tscheche erlitt einen Schädelbasisbruch. Seither spielt er mit dem Kunststoffhelm, der längst sein Markenzeichen ist. Auch in der Super League ist der Kopfschutz, der an eine Badekappe aus Grossmutters Zeiten erinnert, nicht neu. Thun-Goalie Guillaume Faivre trägt ihn wie auch FCZ-Verteidiger Pa Modou und jetzt auch Fabian Rohner.

«Ich hatte in der U16 nach einem Ellbogenschlag und in der U18 nach einem Zusammenstoss zwei Gehirnerschütterungen. Danach habe ich mich nicht mehr richtig getraut, in Kopfballduelle zu gehen. Manchmal wurde mir auch etwas schwindlig», sagt Rohner, während er seinen «Helm» in der Hand betrachtet. «Die Gehirnerschütterungen waren recht schmerzhaft und diese Erfahrung wollte ich nicht noch einmal machen.»

Guter Rat war teuer. Erst testete er ein Stirnband im Stile von Hannu Tihinen. Dann wurde er im Internet fündig. «Der Helm gibt mir einfach ein gutes Gefühl und vor allem schütze ich mich, dass ich keine Gehirnerschütterung mehr bekomm», so Rohner. Und weil er den «Helm» auch im Training stets trägt, hat er sich an ihn gewöhnt. «Ich spüre ihn gar nicht mehr.»

Das «ordentliche Spiel» der Jungen

Am Samstag hat er Lugano schwindlig gespielt. Als er so allein auf das gegnerische Tor zulief, umkurvte er einen Tessiner Verteidiger nach dem anderen, als wären sie Slalomstangen. Die Aktion schloss er im Stil eines Routiniers mit dem 1:0 ab. «Er ist polyvalent und sein Speed ist aussergewöhnlich», lobte FCZ-Trainer Ludovic Magnin das Eigengewächs.

Wer aber ist der Mann mit dem «Helm»? Er kam als Zehnjähriger vom SV Höngg zum FCZ und durchlief bei den Zürchern alle Juniorenstationen. Mit der U18 wurde er Schweizer Meister. Der damalige Trainer: Ludovic Magnin. Rohner, der seine KV-Ausbildung auf der FCZ-Geschäftsstelle absolviert, erhielt im Januar 2017 einen Profivertrag bis 2020. Im letzten Dezember gab er seinen Super-League-Einstand und schoss im Februar 2018 beim 2:1-Sieg in St. Gallen sein erstes Tor.

«Rohner hat ein ordentliches Spiel gemacht», sagt Magnin nach dem 3:0 gegen Lugano. Wie die anderen Jungen auch. Fünf Spieler unter 20 Jahren hatte der Forte-Nachfolger gegen die Tessiner im Einsatz. Neben Rohner (Jahrgang 1998) standen Kevin Rüegg (1998) und Izer Aliu (1999) in der Startelf. Mit Stephen Odey (46. für Winter) und Lavdrim Rexhepi (67. für Marchesano) wechselte er zwei weitere mit Jahrgang 1998 ein.
Luganos Davide Mariani und FCZ-Stürmer Michael Frey nach dem Spiel. (Video: 20 Minuten)

Wiederentdeckte Jugend beim FCZ

Damit setzt der FCZ-Trainer die Forderung von Präsident Ancillo Canepa vermehrt auf junge Spieler zu setzen, konsequent um – und er hat auch noch Erfolg. Neben Rohner brillierte Izer Aliu mit zwei Vorlagen. Das erst 18-jährige Eigengewächs bereitete das 1:0 vor und trat den Eckball zum 2:0 von Oldie Alain Nef. «Aliu kenne ich seit Jahren und auch er spielte ordentlich. Er hat noch viel mehr drauf – und das garantiere ich.»

Das «Götti-Konzept» von Magnin scheint zu funktionieren. Die Älteren müssen dafür sorgen, dass sich die Jungen entfalten können. Dass Magnin die Jungen aus seiner Tätigkeit im Nachwuchs bestens kennt, vereinfacht die FCZ-Verjüngung. Aber Magnin hält den Ball flach, wenn es um die wiederentdeckte Zürcher Jugend geht. «Ich betone, dass man die jungen Spieler nicht nach ein, zwei Spielen beurteilen kann. Sie haben viel Potenzial und irgendwann müssen sie ihre Chance bekommen, aber sie müssen sich einen Startplatz hart erarbeiten. Denn ich unterscheide nicht junge oder alte, sondern gute oder weniger gute Spieler.»

Am Samstag war der FCZ sehr gut – aber nur die ersten 20 Spielminuten. Sie reichten für drei Tore. Das hat der FCZ letztmals unter Sami Hyypiä im November 2015 geschafft. Der Gegner beim 5:3-Sieg hiess –Lugano. «Wir waren in den ersten 20 Minuten nicht auf dem Platz», sagte Lugano-Trainer Pierluigi Tami und wirkte ratlos, «und wir kassierten alle Tore nach wirklich grossen Fehlern.» Ganz anders fiel das Schlusswort von Magnin nach seinem ersten SL-Sieg aus: «Wir hatten 20 Minuten Spass. Am Rest müssen wir arbeiten.»


Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Walti us Tagelswangen am 11.03.2018 08:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute, solide Nachwuchsförderung dank L.Magnin und

    Ich verfolge seit Jahren die Spiele und das Geschehen um den FCZ. Was aber da im Moment an Talenten heran wächst ist schon grosse Klasse. Insbesondere Fabi Rohner macht unglaublich Freude. Seine 2 Supertore in den letzten beiden Spielen zeugt von einer guten Ausbildung und riesigem Selbstvertrauen. Aber auch die anderen Jungen, wie Y. Brecher, Jagne, Aliu, Marchesano, Brunner, Rüegg, Rexhepi und weitere machen für die Zukunft Zuversicht. Jetzt nur nicht durch die "gewinnsüchtigen" SV verheizen. Dann ist der FCZ auch bald wieder ein Spitzenclub.

  • bruno h. am 11.03.2018 06:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Para

    Nach seinem sensationellen Sieg in der Abfahrt hat Theo Gmür auch im Super-G einen bestechenden Auftritt hingelegt. Der Walliser war in der Kategorie stehend auch in der zweiten Speed-Disziplin nicht zu schlagen. Damit sorgte der 21-Jährige, der seine ersten Paralympics bestreitet, in seinem zweiten Einsatz für die zweite Schweizer Goldmedaille an der Paralympics in Pyeongchang. Für Gmür geht damit sein steiler Aufstieg rasant weiter: Der Walliser hatte vor einem Jahr an der WM in Tarvisio mit Silber im Riesenslalom sein erstes Edelmetall an einem Grossanlass geholt. Diese Saison gewann er erstmals ein Weltcuprennen und reiste als Gesamtweltcupsieger nach Südkorea.

  • Chris Basel am 11.03.2018 08:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ungewöhnlich ist der Schutz nicht

    Ungewöhnlicher Kopfschutz? Nein... ganz normal im Rugby. Gut trägt er einen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Berner Bär am 11.03.2018 12:42 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Spieler für YB

    Ein Spieler für YB. Wer will schon beim FCZ spielen. Die gewinnen ja nie etwas. Komm Spycher Zahl dem Canepa 1000.- und nim diesen Spieler zu uns. Spätestens wenn er im Cupfinal die YB Spieler feiern seht, kommt er von selbst zu YB. YB nimmt die Spieler gratis, der FC Öri bezahlte für die gleichen x Millionen.

  • Letzi Parker am 11.03.2018 11:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Viel Glück

    Schön, wenn er einen Ballwurf von zuhause - Höngg/Letzigrund - seine Profi Karriere starten kann.

  • niels am 11.03.2018 11:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gegen Hirnerschütterung - so ein dünnwandiger Helm

    Helm sicher sinnvoll bei Kontaktsportarten, viel Glück beim Unterfangen, aber ich kann mir schier nicht vorstellen, dass so ein Teil gegen HE schützen kann. Schützt wohl eher gegen äussere Verletzungen wie auch gegen Brüche, da die Crashkräfte auf grössere Fläche verteilt werden. Aber wenns knallt ist der Beschleunigungsweg immer noch sehr kurz und die Beschleunigung dementsprechend hoch. Eishockeyspieler tragen viel grössere Helme und erleiden trotzdem noch Hirnerschütterungen... ... also trotzdem noch mit Verstand in die Zweikämpfe :-)

  • Ein Leser am 11.03.2018 11:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Im Tor 'am warten'

    Tja schön wärs, G.Faivre heute wieder mal im Tor zu sehen... Wer sind eigentlich Favre, Ruby Ruberto etc.?

  • Ruedi SG am 11.03.2018 10:02 Report Diesen Beitrag melden

    Interessant

    Plötzlich sind es 200 weniger als die sonst angegeben 8223 Zuschauer beim FCZ. Nähert man sich jetzt schrittweise der effektiven Zuschauerzahl von 4'000 pro Match an?