Ein Kreis schliesst sich

29. April 2018 19:07; Akt: 30.04.2018 08:50 Print

YB-Trainer Adi Hütter löst seinen Förderer ab

von E. Tedesco, Bern - 32 Jahre nach Alexander Mandziara holt Adi Hütter mit YB den Meisterpokal wieder in die Bundesstadt. Damit schliesst sich ein Kreis.

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Es schien eine unendliche Geschichte zu werden. YB kann keinen Titel holen. Trainer wie Gernot Rohr, Marco Schällibaum, Vladimir Petkovic, Christian Gross und auch Uli Forte scheiterten. Bis Adi Hütter kam und ein neues Kapitel aufschlägt. 32 Jahre nach Alexander Mandziara – dem letzten YB-Coach, der die Meisterschaft gewann.

Bei YB ist Adi Hütter der 25. Trainer seit Mandziara. Aber fremd waren sich der alte und der neue Meistertrainer nicht. Nach seiner Zeit bei YB (1984 – 1988) wechselte der Pole via Biel als Trainer zu LASK Linz nach Österreich, wo er zum Förderer des damals 20-jährigen Mittelfeldspielers Adi Hütter wurde. 2015 – just im Todesjahr von Mandziara – übernahm der ehemalige Schützling des ehemaligen polnischen Internationalen YB und ausgerechnet er schafft 2018, was zuletzt seinem Mentor gelungen war.

Immer weiter in Richtung Meisterschaft

An Selbstvertrauen hat es Hütter, der als Spieler mit Austria Salzburg (1994, 1995, 1997) und als Trainer mit RB Salzburg (2015) schon die Meisterschaft gewonnen hat, noch nie gefehlt. Als er 2015 die Nachfolge von Uli Forte antrat sagte er: «Zweiter sind hier viele andere vor mir auch schon geworden.» YB ist mit Hütter 2016 und 2017 auch nur Vizemeister geworden. Aber die Chemie stimmte. Und der gelernte Grosshandelskaufmann führte YB zielgerichtet und kontinuierlich in Richtung Meisterschaft. Trotz enttäuschender Vergangenheit und die zum Teil übertriebenen Erwartungshaltung behielt er sein Team in der Spur und entwickelte sein Meisterteam.

An der Medienkonferenz zum Saisonstart im vergangenen Juli sagte der 48-Jährige: «Die Strategie passt. Ich konnte vieles beeinflussen, aber im Team ist Hütter, Spycher, Chapuisat, Graf und Castella drin.» Für den Trainer sind also der Sportchef, der Chefscout und die Nachwuchsleiter auch Teil der Erfolgsgeschichte. Aber nicht nur die Strategie passt. Auch die Mannschaft passt – zum Trainer. Der Fussball den Hütter spielen lässt, ist offensiv und laufintensiv. Es setzt auf Pressing und Gegenpressing und mag das schnelle Umschaltspiel. «Ich will, dass meine Mannschaft erfolgreichen, aber auch begeisternden Fussball spielt», sagt der ehemalige 14-fache österreichische Internationale.

Die schöne Anerkennung

Der Gewinn der Meisterschaft ist das Zeugnis für die hervorragende Arbeit, die Hütter in Bern leistet. Ein anderes ist das Interesse, dass der Österreicher im Ausland geweckt hat. Werder Bremen hätte ihn im Winter gerne in die Bundesliga geholt. Und auch bei der Nachfolge von Marcel Koller als Trainer der österreichischen Nationalmannschaft stand er auf der Wunschliste. «Es ist eine schöne Anerkennung», sagte Hütter zu den Avancen und verlängerte seinen Vertrag mit YB bis Sommer 2019. «Meine Mission in Bern ist noch nicht zu Ende», sagte er.

Seine Mission ist auch jetzt noch nicht zu Ende, aber das grosse Ziel, auf das ganz Bern seit nunmehr 32 Jahren wartete, hat er am Samstag erreicht. YB gewinnt mit Adi Hütter die Meisterschaft und der Österreicher kürt sich damit seit Alexander Mandziara zum ersten Berner Meistertrainer. Der Kreis ist geschlossen. Oder noch nicht? Mandziara holte auch noch den Cup und auch das ist mittlerweile 31 Jahre her.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rolando Fleckflitzer am 30.04.2018 08:18 Report Diesen Beitrag melden

    Noch eine Bitte

    YB ist verdient Meister und das ist gut so. Bitte den Kübel bis nächstes Jahr noch reinigen, damit der FC Will den Kübel sauber übernehmen kann. :-)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Rolando Fleckflitzer am 30.04.2018 08:18 Report Diesen Beitrag melden

    Noch eine Bitte

    YB ist verdient Meister und das ist gut so. Bitte den Kübel bis nächstes Jahr noch reinigen, damit der FC Will den Kübel sauber übernehmen kann. :-)

    • roli fcz am 30.04.2018 13:25 Report Diesen Beitrag melden

      öfg liga

      wer ist wil ,liegt das im voralrlberg ich glaube östereich spielt in einer andern liga

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