Michael Skibbe

20. Juli 2014 10:59; Akt: 20.07.2014 10:59 Print

«Wir nehmen die Herausforderung an»

von Eva Tedesco - In den letzten zwei Jahren war GC der hartnäckigste FCB-Gegner im Titelkampf. Das könnte in dieser Saison wieder so sein. Aber: «Favorit bleibt Basel», sagt Michael Skibbe.

GC-Trainer Michael Skibbe spricht im Video über den bevorstehenden Saisonstart gegen den FC Zürich. (Video: 20 Minuten)
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Es hat beim Grasshopper Club in den letzten zwei Jahren viele Nebengeräusche gegeben. Trainerwechsel, Präsidentenwechsel, finanzielle Engpässe – neben dem Platz rumorte es konstant. Im krassen Gegensatz dazu steht die konstant gute sportliche Leistung, denn GC hat es sowohl unter Uli Forte, als auch unter dessen Nachfolger Michael Skibbe geschafft, der hartnäckigste Gegner des rotblauen Serienmeisters zu werden.

Am Sonntag (gegen den FCZ) startet GC einen nächsten Anlauf, Rotblau den Pokal nach zwei zweiten Plätzen in Serie zu entführen. «Wir nehmen die Herausforderung ‹alle gegen Basel› - wie die anderen auch - gerne an. Einmal mehr», sagt Michael Skibbe und zählt mit dem FCZ, YB, Luzern und vielleicht St. Gallen und Thun die üblichen Verdächtigen auf, die wie schon im letzten Jahr den Kampf gegen den Serienmeister aufnehmen könnten. «Aber einmal mehr ist Basel der Favorit», fügt Skibbe an – trotz schwieriger Vorbereitung aufgrund vieler Nationalspieler, die an der WM beschäftigt waren und trotz Trainerwechsel.

Gemeinsame Zeit in Dortmund

«Ich kenne Paulo Sousa noch gut aus Dortmund, wo ich zu der Zeit, als er dort Spieler war, Nachwuchskoordinator gewesen bin. Ich erinnere mich an einen Spieler mit Weltklasseformat und einen Strategen im Mittelfeld. Ich bin sicher, dass man in Basel von ihm überzeugt ist, sonst hätte man ihn nicht gleich mit einem Dreijahres-Vertrag ausgestattet. Ich denke, es könnte ein Gewinn für Basel sein, Sousa als Trainer zu haben.»

Als Ziel setzt sich Skibbe mit seiner Mannschaft einen Rang unter den Top 4. Und zum dritten Mal in Folge Basel ausdauernd unter Druck zu setzen, obwohl GC mit Goalie Roman Bürki, Mittelfeldspieler Toko und vor allem dem letztjährigen Torschützenkönig Shkelzen Gashi (ausgerechnet an Basel) gewichtige Abgänge zu verzeichnen hat. «Der Verein hat gute Arbeit geleistet, mit den Abgängen gutes Geld erwirtschaftet, aber auch gute Neue geholt. Ich bin sicher, dass wir die Abgänge kompensieren konnten», so Skibbe. Der Deutsche hofft, dass auf dem Transfermarkt, aber auch mit der neuen Organisation der sportlichen Führung wieder Ruhe im Klub einkehrt.

Neuer Einfluss

Neben Präsident Stephan Anliker bilden Skibbe, Banker Martin Keller und der ehemalige Spieler und heutige Chefscout Feliciano Magro diese neue sportliche Führung. Auf einen Sportchef verzichtet GC. Das sei nach dem Abgang von Dragan Rapic «aus der Not geboren». Der GC-Verwaltungsrat will keinen Sportchef, dafür als Gremium mehr Einfluss nehmen. «Für mich bedeutet das keine Mehrarbeit», so Skibbe, der mit seiner Erfahrung, seinem Beziehungsnetz, aber auch dem Fussball-Sachverstand zu einer der wichtigsten Personen bei GC aufgestiegen ist.

«Ich nehme Einfluss, aber ich entscheide nur über Dinge, die ein Trainer entscheiden muss», so Skibbe. «Ich will von der Mannschaft als Trainer wahrgenommen werden und bin nicht bei Verhandlungen dabei. Es sind klare Fronten abgesteckt. Wie bisher ist Martin Keller mein Ansprechpartner. Ich pflege einen guten Draht zum Präsidenten und ähnlich wie in der Vorsaison tausche ich mich mit Feliciano Magro aus, wenn es darum geht, Spieler zu sichten, die uns angeboten werden und den Kontakt mit Beratern zu pflegen.»