Markus Babbel

27. April 2015 13:35; Akt: 27.04.2015 13:53 Print

«Ich fühle mich wohl in Luzern»

Nach dem Sieg in Basel hat Luzern ein komfortables Polster auf den Abstiegsplatz und kann die Zukunft planen. Mit Markus Babbel für eine weitere Saison?

Der FC Luzern feiert in Basel einen überraschenden, aber verdienten 2:1-Sieg. Trainer Markus Babbel spricht über einen «grossen Schritt». (Video: 20 Minuten)
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«Wieso nicht einmal in Basel punkten?», sagte Claudio Lustenberger letzte Woche. Ja, warum eigentlich nicht? Am Sonntag gaben der Captain und sein Luzern die Antwort auf seine rhetorische Frage. Mit einem sehr frechen, mutigen und vor allem sehr kämpferischen Auftritt fügten sie dem Meister die erste Niederlage seit August 2014 (gegen St. Gallen) im Joggeli zu.

Fast auf den Tag genau zwei Jahre nach dem letzten Auswärtssieg in Basel. Zuletzt war das dem FCL am 28. April 2013 (3:0) gelungen. Der Lohn für die «tolle Leistung» (Markus Babbel): Nach dem überraschenden 2:1-Sieg gegen Meister Basel am Sonntag hat Luzern nun schon acht Punkte Vorsprung auf Aarau.

«Wir haben einen grossen Schritt in Richtung Ligaerhalt gemacht, aber es war nicht der finale», sagte Babbel nach dem tollen Erfolg in Basel. «Wir dürfen jetzt nicht den Fehler machen, zu meinen, dass wir durch wären. Wir haben aber in den nächsten zwei Spielen gegen St. Gallen und danach gegen Aarau die Chance, alles klarzumachen. Dafür lohnt es sich, noch einmal alles zu investieren.»

Vertrauen in die Arbeit von Babbel

Gelohnt hat es sich vielleicht schon für den Trainer. Mit dem komfortablen Acht-Punkte-Polster kann beim FCL die Zukunftsplanung in Angriff genommen werden. Die erste Personalie betrifft dann wohl den Trainer. Und das klingt einhellig. Investor Bernhard Alpstaeg sagte im Interview mit 20 Minuten: «Die sportliche Führung mit Markus Babbel und Sportchef Rolf Fringer macht einen guten Job. Ich wünsche mir, dass sie bleiben.» Präsident Ruedi Stäger sagte: «Wir vertrauen dem Duo Markus Babbel und Roland Vrabec. Wir haben immer betont, dass wir Kontinuität in den Klub bringen wollen.»

Sportlich hat sich der FCL unter Babbel kontinuierlich gesteigert. Nach der Winterpause haben die Leuchten 18 Zähler gemacht und stellen das drittbeste Rückrunden-Team hinter dem FCB (23) und YB (22). Insgesamt hat Babbel seit seiner Ankunft in Luzern in 18 Partien 26 Punkte geholt. Im Schnitt sind das 1,44 Punkte pro Spiel. Würde man das auf die komplette Saison hochrechnen, käme der FCL auf 51 Punkte. Mit 51 Zählern hat der FCL in der abgelaufenen Saison Platz 4 und die Qualifikation für die Europa League erreicht.
Remo Freuler und David Zibung zum sensationellen Sieg gegen den FCB. (Video: 20 Minuten)

Nicht noch so eine schlechte Saison

War es für Babbel etwa der finale Schritt zu einem neuen Kontrakt? Der FCL-Trainer: «Ich fühle mich wohl in Luzern und bin mit dem Präsidenten im Austausch.» Ähnlich tönt es bei Stäger. Keine Eile, Vertrauen, Gespräche. Aber eben noch nichts Konkretes. Neben dem Finanziellen ist auch das Kader ein Gesprächsinhalt, warum man noch keinen gemeinsamen Nenner gefunden hat.

Kaum vorstellbar, dass Babbel mit dem FCL eine weitere Saison am Tabellenende herumgurken will. Aber echte Verstärkungen kosten – und Geld hat der FCL immer nötig, aber selten genug. Auch in diesem Geschäftsjahr schreibt Luzern wieder einen Verlust. Wohl an die zwei Millionen Franken. Darüber will der FCL Ende Mai an der Generalversammlung informieren.

Zu viele Köche verderben den Brei

Und welche Rolle spielen die Investoren, die in der Trainerfrage ein Mitspracherecht haben? Denn Ex-Präsident Walter Stierli hat sein Aktienpaket (25 Prozent) deponiert. Alpstaeg könnte die Aktien übernehmen und hätte damit die Mehrheit von 51 Prozent in seinem Besitz – aber auch das Sagen beim FC Luzern. Was die Geschicke im sonst schon gern überheizten Umfeld des Klubs nicht vereinfachen würde. Es besteht aber auch noch die Möglichkeit, das deponierte Aktienpaket zu splitten und an neue Aktionäre zu verkaufen. Aber auch zu viele Köche, das weiss man in Luzern aus der Vergangenheit nur zu gut, können den Brei verderben.

«Irgendwann muss auch Planungssicherheit da sein – für mich und auch für den Verein», sagt Babbel. «Schaun mer mal. Ich habe keine Hektik.» Gut möglich, aber manchmal kann es trotzdem hektisch werden. Zum Beispiel, wenn das Trainer-Karussell gegen Saisonende plötzlich in Bewegung kommt.

(ete)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fussballfan am 27.04.2015 14:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stabilisiert

    Er hätte es verdient. Die Mannschaft hat sich gefangen und zeigt gute Spiele. Doch ganz aus dem Schneider ist sie noch nicht, im Fussball kann es schnell gehen. Das direkt Duell Aarau-Luzern am 3. Mai wird wohl die Entscheidung bringen, ob es nochmals spannend wird oder nicht.

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  • Alex am 27.04.2015 15:32 Report Diesen Beitrag melden

    HOPP LOZÄRN

    Super Leistung vom FC Luzern!!! Vorallem die Defensive konnte überzeugen und das obwohl die beiden Stamm Innenverteidiger gefehlt haben! Dazu scheint es bei Lezcano endlich besser zu laufen, zusammen mit Schneuwly könnten die beiden ein sehr gefährliches Sturmduo für die Zukunft bilden!! Weiter so FCL, Babbel und Fringer!!!!!

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  • Triesen am 27.04.2015 14:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aussenseiter Vaduz

    Bitte orientiert Euch nach vorne und nicht nach hinten. Seit Euch bewusst die Gegner werden Euch wieder vermehrt ernst nehmen. So ein glatter SIeg würde euch nicht mehr so schnell wie gegen GC gelingen vorallem nicht nach deren letztem Spiel gegen YB. Aber definitiv das Thema Abstieg ist definitiv vorbei, dieser schwarze Pater ist Aarau zugesteckt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • ruedi lanz am 27.04.2015 23:37 Report Diesen Beitrag melden

    Logisch

    Wenn ich ein so schlechter Trainer wäre, und trotzdem so viel verdiente, würde ich mich in Luzern auch sehr wohl fühlen!

  • Alex am 27.04.2015 15:32 Report Diesen Beitrag melden

    HOPP LOZÄRN

    Super Leistung vom FC Luzern!!! Vorallem die Defensive konnte überzeugen und das obwohl die beiden Stamm Innenverteidiger gefehlt haben! Dazu scheint es bei Lezcano endlich besser zu laufen, zusammen mit Schneuwly könnten die beiden ein sehr gefährliches Sturmduo für die Zukunft bilden!! Weiter so FCL, Babbel und Fringer!!!!!

    • Kudi Weggis am 27.04.2015 20:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      60 Jahre FCL Fan

      Luzern lebt. Die Schweiz braucht den FCL mit seinem großen Einzugsgebiet. Bin seit über 60 Jahren FCL Fan, in guten wie in schlechten Zeiten. Wenn man ja sagt, muss man auch B sagen. Hoffe wir bleiben oben.

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  • Triesen am 27.04.2015 14:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aussenseiter Vaduz

    Bitte orientiert Euch nach vorne und nicht nach hinten. Seit Euch bewusst die Gegner werden Euch wieder vermehrt ernst nehmen. So ein glatter SIeg würde euch nicht mehr so schnell wie gegen GC gelingen vorallem nicht nach deren letztem Spiel gegen YB. Aber definitiv das Thema Abstieg ist definitiv vorbei, dieser schwarze Pater ist Aarau zugesteckt.

  • Fussballfan am 27.04.2015 14:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stabilisiert

    Er hätte es verdient. Die Mannschaft hat sich gefangen und zeigt gute Spiele. Doch ganz aus dem Schneider ist sie noch nicht, im Fussball kann es schnell gehen. Das direkt Duell Aarau-Luzern am 3. Mai wird wohl die Entscheidung bringen, ob es nochmals spannend wird oder nicht.

    • Sepp am 27.04.2015 14:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Hopp Luzern

      Ich habe noch selten mich so gefreut über den Sieg gegen den FC Basel. Macht weiter so. Dann könnt Ihr euch für die nächste Saison vorbereiten. Jeder für Jeden soll das Motto heissen, dan kommt das s hon Richtig! Hopü FCL !!!

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