FC Thun

18. Mai 2015 20:59; Akt: 18.05.2015 20:59 Print

Der Beste vom Rest

von Peter Berger - Hinter Meister Basel und Verfolger YB liegt der FC Thun trotz Mini-Budget auf Rang 3 – eigentlich ein Wunder.

Thuns Sportchef Andres Gerber. (Video: 20 Minuten)
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5., 5., 5., 6. lauten die Platzierungen des FC Thun seit dem Wiederaufstieg 2010. Jetzt haben sich die Berner Oberländer drei Runden vor Schluss bereits die Qualifikation zur Europa League gesichert und liegen auf dem 3. Platz. «Den wollen wir unbedingt verteidigen, denn ein Podestplatz fühlt sich sehr gut an», so Captain Dennis Hediger.

Der «kleine» FC Thun ist somit drauf und dran sein zweitbestes Ergebnis der 117-jährigen Klubgeschichte zu realisieren – vor zehn Jahren hatte Kulttrainer Hanspeter Latour den FCT auf Rang zwei geführt. Dass dies mit einem Mini-Budget von rund 8 Millionen Franken möglich ist, grenzt an ein Wunder, hat aber auch irdische Gründe: Sportchef Andres Gerber leistet sich seit Jahren kaum Fehltransfers. Vernünftig, bodenständig, bescheiden, aber dennoch ehrgeizig; der frühere Captain verkörpert die Eigenschaften des Klubs wie kein anderer. So weigert sich Gerber auch jetzt, einen Topstürmer zu holen. Ridge Munsy (Kriens/1. Liga), Gaëtan Karlen (Sion/U21) und ab Sommer Roman Buess (Wohlen/Challenge League) sind nächste Saison die FCT-Stürmer. «Vielleicht ist das Europa-League-Abenteuer nach zwei Qualispielen schon vorbei, deshalb rüsten wir jetzt nicht blind auf», sagt Gerber. «Erreichen wir aber die Gruppenphase, bleibt immer noch Zeit zum Reagieren.»


Thuns Trainer Urs Fischer. (Video: 20 Minuten)

Trainer Fischer ist zufrieden

Gerbers umsichtige Transferpolitik ist ein wesentlicher Grund für den Höhenflug, ein anderer ist Trainer Urs Fischer. Der Zürcher versteht es, sein Team konstant an der Leistungsgrenze agieren zu lassen. «Wir haben das Niveau hoch gehalten», freut sich Fischer. Thun hatte keine solche Schwächeperioden wie Luzern und GC in der Vorrunde, oder der FCZ und St. Gallen nun in der Rückrunde. Fischer verweist jedoch auch auf die Konkurrenz. «Damit wir da vorne stehen, müssen die anderen Teams mithelfen. Denn es gibt einige, die das Potenzial hätten, vor uns zu liegen.» Im Klartext: alle ausser Vaduz und Aarau. Der Coach ergänzt seine Aussage aber gleich selbst: «Wenn jedoch die anderen schwächeln, muss man selbst bereit sein, um dies ausnützen zu können.»

Und das waren die Thuner. «Auch weil wir eine homogene Mannschaft sind. Da lässt keiner den Kopf hängen», sagt Hediger. Der Captain spricht damit den dritten Hauptgrund an: In Thun ist die Mannschaft der Star. Grüppchenbildung und interne Grabenkämpfe im Team gibt es nicht. Sicher – wie überall im Sport ist das Erfolgsgebilde auch in Thun fragil. Aber wenn alles stimmt, sind Wunder eben möglich.


Thuns Captain Dennis Hediger. (Video: 20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ismael Abdel Rehim am 18.05.2015 21:18 Report Diesen Beitrag melden

    Glücksfälle Fischer und Gerber

    Ich sage es schon lange. Was im Berner Oberland derzeit passiert ist sensationell. Res Gerber macht hinter den Kulissen einen super Job und holt mit cleveren Transfers alles aus dem Budget raus. Dabei agiert er weitsichtig und engagiert hungrige low-cost-Spieler. Fischer habe ich vor einiger Zeit als zu wenig intelligent für diesen Job bezeichnet. Ich durfte mich eines anderen belehren lassen und freue mich riesig für den FCT. Gute Resultate zu erzielen und mit höchstens durchschnittlichem Spielermaterial dabei noch attraktiv zu spielen ist wahrlich nicht einfach und zeigt grosse Klasse!

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  • Samuel Kirchhofer am 18.05.2015 21:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hopp Thun

    An alle die immer jammern wegen dem hohen Budge des FC Basel, Thun ist das perfekte Beispiel das Geld nicht alles ist für den Erfolg. In sachen Management kann sich YB oder Zürich noch vieles abschauen vom "kleinen" FC Thun Gruss aus Basel

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  • Gunner am 18.05.2015 21:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Respect

    Was der kleine fct jahr für jahr leistet, ist wirklich bemerkenswert. Was die führung eines fussballclubs angeht, könnten sich mannschaften wie gc, fcz oder yb mal eine scheibe abschneiden.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jim am 19.05.2015 16:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    Von allen Seiten gelobt... dabei haben stehen sie finanziell auf der Kippe wie kein anderer Verein. Schon bald wird man diesen Verein vergessen, weil es in nicht mehr geben wird

  • Okatimati am 19.05.2015 13:33 Report Diesen Beitrag melden

    FCT-Fussballtaktik

    Kein Wunder sind die dort oben. Mit dem Knochenbrecherfussball des FCTs haben die Gegner einfach Angst, gegen den FCT zu spielen. Deren Verteidigung geht mit Körperverletzungsabsicht in die Zweikämpfe. Da würde ich auch den Fuss zurück ziehen und den FCT spielen lassen.

  • Strolchi am 19.05.2015 13:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo Thun!!

    Das zeigt doch, dass es nicht nur am Geld liegt, ob ein Club gut ist oder nicht! Die Einstellung der Spieler und der Club-Verantwortlichen muss stimmen, dann spielt man auch guten und erfolgreichen Fussball! Es freut mich, dass Thun sich so super geschlagen hat!!

  • Deltreze am 19.05.2015 11:14 Report Diesen Beitrag melden

    Respekt!

    Das was der FC Thun in dieser Saison geleistet hat verdient sehr grossen Respekt! Mit so einem kleinen Budget europäisch spielen zu können ist einfach grossartig! Hut ab vor dieser Mannschaft. Von einem GC-Fan

  • striker am 19.05.2015 08:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorbild

    Einige renomierte Vereine in der Super League können sich ein Beispiel nehmen am FCT und das sage ich als GC Supporter! Chapeau!