Sven Christ

24. Juli 2014 07:31; Akt: 24.07.2014 11:31 Print

«In der Box ist er ein sehr gefährlicher Mann»

von Eva Tedesco - Aaraus Neuverpflichtung Edgars Gauracs schiesst den FC Aarau gegen Sion zum 1:0-Sieg. Zum zweiten Mal in Folge traf bei den Aargauern ein Einwechselspieler.

FCA-Trainer Sven Christ zum ersten Dreier in der neuen Meisterschaft. (Video: 20 Minuten)
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Und wieder bewies Trainer Sven Christ bei seinen Einwechslungen ein gutes Näschen. Das Tor von Alain Schultz im Saison-Auftaktspiel gegen Basel reichte nur zum 1:2-Anschlusstreffer. Gegen Sion verhalf das Tor von Joker Edgars Gauracs Aarau zu drei Punkten. Im ersten Spiel der neuen Meisterschaft musste der Lette letzten Samstag noch zuschauen, da für ihn die Spielerlaubnis fehlte. Und gegen Sion musste er bis zur 67. Minute warten, ehe er für Dante Senger randurfte.

«Man merkte, dass es ihn richtig angeschissen hätte, wenn er nicht hätte dabei sein können», sagt Sven Christ, weil man lange nicht wusste, ob die Spielberechtigung für den Letten rechtzeitig eintreffen würde. Dann war die Qualifikation da, aber Gauracs musste dennoch auf die Bank.

Eine erste Duftmarke

Der FCA-Trainer: «Er akzeptierte, dass er nicht von Anfang dabei war, und gab Gas, als er reinkam.» Sogar richtig Gas, denn 17 Minuten nach seiner Einwechslung traf der 19-fache lettische Internationale in der 84. Minute zum 1:0. «Das war ein langer Ball in die Spitze, den ich mit dem Kopf verlängert habe. Als ich realisierte, dass der Ball noch einmal zu mir zurückkommen könnte, habe ich mich frei gelaufen und mit links abgezogen. Es ist schön, beim Debüt ein Tor zu erzielen, aber ich habe nur meinen Job gemacht», sagt der glückliche Torschütze.

Der 26-Jährige kam von Spartaks Jurmala zum FCA und zählte mit 13 Toren in 16 Spielen zu den treffsichersten Stürmern in der Virsliga. Mit seinem Siegtreffer setzte er eine erste Duftmarke in der Super League ab. Wie aber hat es den Angreifer nach Aarau verschlagen? «Mein Agent kam auf mich zu und sagte, dass ich beim FC Aarau ein Probetraining absolvieren könne. Ich habe von meinen Nationalmannschaftskollegen Nauris Bulvitis und Sion-Goalie Andris Vanins gute Sachen von der Schweizer Liga gehört und bin sehr glücklich, dass ich hier sein kann.»

Ein sehr gefährlicher Mann

Seit einer Woche ist der 26-Jährige in der Schweiz und fühlt sich pudelwohl. «Wir haben eine tolle Gruppe», erzählt der Stürmer, der zuvor bereits bei Ascoli Calcio, FK Ventspils, Rapid Bukarest, Sheriff Tiraspol sowie dem russischen Zweitligisten Yenisey Krasnoyarsk und Torpedo Moskau gespielt hat. «In der Box ist er ein sehr, sehr gefährlicher Mann. Das hat er gegen Sion gezeigt», sagt Sven Christ. «Er ist ein Junge mit viel Qualität, er passt zu uns und fühlt sich wohl.»

Wie wohl, hat er mit seinem ersten Tor im ersten Spiel für Aarau gezeigt. «Die Schweiz ist für ihr gutes Niveau bekannt und wenn ich viel arbeite und meine Tore mache, kann ich in meiner Karriere einen weiteren Schritt vorwärts machen», sagt Gauracs.

«Gegen Sion hat nun ein Spieler den Unterschied ausgemacht, der von der Bank kam», wehrt Christ die Glückwünsche für seine geglückten Spielerwechsel ab. «So soll es sein, denn ich sage allen Spielern, dass sie wichtig sind, egal, ob sie von Anfang an spielen oder von der Bank kommen.» Wenn es wie gegen die Walliser am Ende zu drei Punkten reicht – umso besser. Aarau kann die Tore von Gauracs und Punkte im Kampf um den Ligaerhalt in der zweiten Saison nach dem Aufstieg gut brauchen.
Aarauer Stimmen nach dem Sieg gegen den FC Sion. (Video: 20 Minuten)