Erste Auftritte

20. Juli 2014 01:08; Akt: 20.07.2014 08:51 Print

Drei Trainer-«Debüts» im Brügglifeld

von Eva Tedesco - Für Paulo Sousa und Sven Christ war das Spiel im Brügglifeld der erste Auftritt als Trainer in der Super League – wenig überraschend mit dem besseren Ausgang für den Portugiesen.

Das sagt Sven Christ nach seinem ersten Auftritt als Trainer in der Super League. (Video: 20 Minuten)
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Für den ersten Auftritt in der Super League haben Christ und Sousa den Sonntagsstaat aus dem Kasten geholt. Graue Hose, schwarzes Polo (trotz 34 Grad mit langen Ärmeln, aber bis zum Ellbogen hochgeschoben) sah man bei Sousa. Eine beige Hose und ein blaues Hemd trug Sven Christ. «Ein Spieltag ist ein Festtag», sagt der neue Aarau-Trainer und Nachfolger von René Weiler. «Und an einem Festtag trage ich ein Hemd», liess er sich in der Aargauer Zeitung zitieren.

Zu feiern gab es für Christ nach seinem Debüt nichts. Der FCA verlor wie schon in den Auftakt zur letzten Saison (1:3) auch diesmal gegen Rotblau. Aarau musste sich vor den Augen von Nati-Trainer Vladimir Petkovic und dessen Assistenten Paolo Rongoni 1:2 geschlagen geben. Der Nachfolger von Ottmar Hitzfeld besuchte erstmals in seiner Funktion offiziell eine SL-Spiel. Der Handshake von Basel-Trainer Sousa, die kurze Umarmung und anerkennende Worte waren ein schwacher Trost, wenn auch eine schöne Geste des Portugiesen.

«A lot of emotions»

Christ war während den 94 Spielminuten nicht anzumerken, dass er sein Debüt in der höchsten Schweizer Spielklasse gab. Zwar stand er fast über die gesamte Spieldauer vor der Ersatzbank in seiner Coachingzone, aber er wirkte ruhig. Seine Anweisungen machte er ohne grosses Gestikulieren. Sousa hingegen war in seiner Coachingzone stets in Bewegung. Gestikulierte und redete in der typischen Manier eines Latino auf Spieler und Staff ein.

«A lot of emotions», habe er gefühlt. Viele Emotionen. «Vor allem in der Schlussphase, als der Gegner alles unternommen habe, um den Ausgleich zu schaffen. So war auch mein Ausdruck an der Linie ein anderer, wie die achtzig Minuten zuvor«, gab Sousa nach dem Spiel an der Medienkonferenz Auskunft über sein Gefühlsleben. Sein Fazit – in zwei Worten, wie Medienchef Remo Conoci den Gast einlud – fiel länger aus. «Wir hatten eine gute erste Halbzeit und haben bis auf wenige Phasen auch das Spiel kontrolliert. In der zweiten Hälfte hatten wir gute Chancen und hätten das 3:0 und 4:0 machen müssen, aber leider haben wir die Chancen ausgelassen. Ich bin froh, dass wir mit einem Sieg starten konnten.»

Christ war nicht überrascht

Auch der Aarau-Trainer schaffte seine Analyse natürlich nicht in zwei Worten, aber in deutlich weniger Sätzen wie sein beredter Kollege. «Wir hatten einen Plan, wie wir auftreten wollten. Er ist am Anfang aufgegangen und wir hätten mit einer klaren Torchance in Führung gehen müssen. Durch einen Eigenfehler sind wir aber in Rückstand geraten. Das hat uns die Sicherheit genommen. Wir sind in der zweiten Halbzeit zwar zurückgekommen und haben auch den Anschluss erzielt. Es hat nicht viel gefehlt. Es wäre sicher mehr drin gelegen.»

Die Aufstellung und auch die Dreierkette, mit der Basel im Brügglifeld angetreten ist, hat den ehemaligen Aarau-Verteidiger nicht überrascht. «Dann hätten wie uns nicht vorbereitet», sagt Christ. «Den Unterschied haben unsere Eigenfehler ausgemacht. Sie haben uns aus der Bahn geworfen und wir haben zu lange gebraucht, um uns wieder zu finden. Das kann, darf aber nicht passieren», so Christ deutsch und deutlich, wie er es schon als Spieler pflegte.
FCB-Trainer Paulo Sousa startet mit einem Sieg in die Super League. (Video: 20 Minuten)