Michael Skibbe

27. Juli 2014 10:15; Akt: 27.07.2014 14:15 Print

«Der Herr war heute nicht mein Freund»

von Eva Tedesco - Michael Skibbe lässt nach dem 2:3 gegen Thun Dampf ab. Der Ärger des GC-Trainers trifft Ref Fedayi San. «Das war eine verdammt unausgewogene Leistung des Schiedsrichters.»

GC verliert gegen Thun 2:3 und steht nach zwei Spielen mit null Punkten da. Trainer Michael Skibbe zum Spiel und zum Fehlstart.(Video: 20 Minuten)
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Ref Fedayi San hat die Toleranzgrenze von Michael Skibbe am Samstagabend deutlich überschritten. «Ich muss sagen, dass ich mit der Leistung des Schiedsrichters überhaupt nicht einverstanden bin. Das war eine verdammt unausgewogene Leistung», sagt Skibbe nach dem 2:3 gegen Thun verärgert.

Und das ist diplomatisch formuliert. In der 8. Minute verweigert der Unparteiische GC nach einem Foul von Schindelholz an Lang einen Penalty. In der 53. Minute schickt er Kahraba frühzeitig unter die Dusche, wobei die erste Gelbe Karte unnötig und die zweite – wenn er es denn so gesehen haben will – in Ordnung geht. Nur hätte San eine klare Linie gehabt bei seinen Entscheidungen, hätte er korrekterweise auch Michael Siegfried die Ampelkarte zeigen müssen. Der bereits verwarnte Thuner behinderte GC-Goalie Davari und blieb ungestraft.

Ref nicht auf der Höhe

Skibbe: «Kahraba war eher von einer Schwäche befallen, als dass er einen Penalty herausschinden wollte. Zumal schon die erste Gelbe nicht in Ordnung war. Wenn man die Regeln ganz streng auslegen will, kann man diese Karte geben, aber dann darf es auf keinen Fall sein, dass er es fünf Minuten vorher bei der übleren Aktion nicht macht. Man kann bei Penalty oder nicht Penalty, bei Abseits oder kein Abseits schief liegen, aber nicht bei Aktionen, die spielentscheidend sind. Siegfried hätte Gelb sehen müssen.»

Der Ärger des GC-Trainers ist nachvollziehbar, die Leistung des Refs schwach. Ob es lediglich daran lag, dass San sein erstes Saisonspiel leitete und noch nicht in Form ist? Seine SL-Statistik lässt zweifeln: In 41 Partien zeigte er bislang 191 Gelbe, zehn Gelb-Rote und fünfmal direkt die Rote Karte...

Abhaken, erholen und besser machen

«Das Spiel hätte auch anders ausgehen können, aber der Herr war heute nicht mein Freund. Er hat es verdammt schwer gemacht für uns», so Skibbe. «Wir können auf dieser Leistung über weite Strecken aufbauen.» GC sei in der ersten Halbzeit lückenhafter gewesen. Thun habe gut und geradlinig gekontert und lag nach 20 Minuten bereits 2:0 in Führung.

Die Dreierabwehr mit Grichting, Jahic und Pavlovic bekam die Thuner Offensivspieler in der Startphase nicht in den Griff. Besser wurde es, als Skibbe auf eine Viererkette umstellte, um die Räume besser zuzustellen. «In der Anfangsphase haben wir in der Defensive nicht gut ausgesehen, aber die Systemumstellung ist nicht ungewöhnlich, sondern ein taktisches Mittel, das wir auch in der letzten Saison immer wieder verwendet haben.»

Leite hält Penalty von Dabbur

GC glich vor der Pause zum 2:2 aus. «Wir hatten dann die besseren Möglichkeiten – bis das 2:3 nach einem Eckball fiel», so Skibbe. Die Niederlage hätte GC dennoch abwenden können, aber Manus Dabbur, schon zweifacher Torschütze des Abends, sah seinen Penalty (84., nach einem Handspiel von Glarner) von Thun-Keeper Christian Leite pariert.

«Es ist so ziemlich alles gegen uns gelaufen», sagt Michael Lang. «Aber es war ja nicht alles schlecht. Nach dem Platzverweis waren wir die bessere Mannschaft. Wir müssen uns gut erholen und an den Details arbeiten. Wir haben die Qualität, dass wie gegen Lille bestehen können.»
GC-Verteidiger Michael Lang zum Fehlstart. (Video: 20 Minuten)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hans Burger am 26.07.2014 23:35 Report Diesen Beitrag melden

    Peinlicher..

    als der Schiri war aber GC ! Thun spielte am Mittwoch gegen den FCZ und somit weniger als 3 Tage Erholung , GC konnte sich 6 Tage ausruhen ... Bravo Thun !

  • Rolf M. am 27.07.2014 07:49 Report Diesen Beitrag melden

    2. Penalty ja, aber

    Für was einen zweiten Penalty für GC geben. Die verschiessen ihn ja doch! Sorry, aber die Niederlage von GC ist nicht die Schuld des Schiri, wenn die GC-Spieler alle Möglichkeiten verwerten, so gewinnen sie sicher. Aber eben Unfähigkeit der eigenen Spieler übersehen und die Schuld dem Schiri zuschieben. Das ist sportlich!

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  • mike vg am 27.07.2014 00:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    weissnödwasdexsehet?

    bis heute war mir herr skibbe sympatisch, aber mit seiner aussage das karaba eine schwäche hatte und deshalb so schwalbenmässig abhob ist schlicht und einfach gelogen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sven Ullmann am 27.07.2014 20:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu wenig Schiedsrichter hat das Land

    Ich finde es ja immer toll wie ihr allesammt über die Schiedsrichterleistung urteilen wollt, aber alle nicht viel von diesem Hobby verstehen. Ich finde tatsächlich auch das GC gestren Pech hatte mit den Entscheidungen. Aber das kann es geben und ich würde mal positiv sagen, dass sich das über eine ganze Saison ausgleicht. Und zweitens wenn alle die, die unsere Schiedsrichter immer kritisieren, die Schiedsrichterausbildung machen würden. Hätten wir nicht mehr zu wenig Schiedsrichter und das würde sich sicherlich auch auf die Leistungen auf dem höchsten Niveau positiv auswirken.

  • diddlwei am 27.07.2014 14:43 Report Diesen Beitrag melden

    mal so, mal so

    die saison ist zwei (bei manchen drei) spiele alt. ich bin sicher das im verlauf der saison auch gc mehrmals von schiedsrichter entscheiden profitieren, und thun benachteiligt wirt. mal sehen wie sich die akteure in diesem fall verhalten. (werden die thuner auch so jammern??)

  • rudolf. am 27.07.2014 14:06 Report Diesen Beitrag melden

    Arme Zürcher Fussballklubs

    Das Problem von Trainer Skibbe und GC liegt am Stadion; nicht am FCB, der hat ein tolles Stadion, ein motiviertes Publikum, das hinter der Mannschaft steht. Darum sind die Zürcher so neidisch auf die Basler. Das Zürcher Gejammer ist nur die Ausrede; der Deckmantel für das Unvermögen von Mannschaften und Trainern. Arme Zürcher. mitsamt ihren kompetenten Anhängern.

    • Ein Luzerner am 27.07.2014 16:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Ach ja ?

      Dass die Basler eingebildet sind, das weiss man ja schon lange, aber langsam wird diese Überheblichkeit lächerlich! Ihr könnt einem nur noch leid tun! Dass die Zürcher kein richtiges Stadion haben, dafür können die Clubs ja nichts!

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  • SportRadar am 27.07.2014 13:20 Report Diesen Beitrag melden

    TV SRF da - trotz "low interest" ?

    Gibt es eigentlich eine quantifizierbare Untergrenze "an Zuschauer im Stadion" um einem Fussballspiel die "Relevanz an Oeffentlichkeit" und umfassender Berichterstattung zu entziehen? Mit 4200 Fussball-Freunden - als Vertreter der Region Stadt Zürich und Thun und BeO-Umgebung ist man weit unter jedem Openair-Festival (ohne Berichterstattung... ausser zu Abfallentsorgung.) Oder sind die Übertragungen einfach "man kennt sich" - Tradition? Bitte auch nicht mehr von Marketing sprechen bei solchen Zahlen und TSD-Kontakt-Werten.

  • Michael Feutz am 27.07.2014 12:41 Report Diesen Beitrag melden

    Rot verändert Spielverlauf erheblich!

    Wie es scheint, benötigt ein Grossteil der hier vertretenen Autoren als einzige Infoquelle die wie immer unausgewogene Berichterstattung des SRF . Kein Wunder, dass man sich mit einem 3-minütigen Zusammenschnitt kein fundiertes Bild der Schiri-Leistung machen kann. Klar ist: Gibt es Rot für GC, muss es dasselbe für Thun geben. Dies natürlich nur bei einer guten/ausgeglichenen Schiri-Leistung. Q.E.D.: Die Schiri-Leistung war ganz klar ungenügend und hat den Spielverlauf auf unzulässige Weise erheblich geprägt.