«Ausverkauf» in Le Mans

15. November 2013 07:43; Akt: 15.11.2013 10:52 Print

Constantin holt drei junge Spieler aus Frankreich

Sion-Boss Christian Constantin tätigt drei Transfers: Vom französischen Erstligisten Le Mans verstärkt sich der FC Sion in der Abwehr, im Mittelfeld sowie im Sturm.

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Der 37-jährige Portugiese soll es richten. Er war bisher Trainer bei Stade Nyonnais. Zuvor war er als Physiotherapeut in Portugal angestellt, bei Porto, Benfica und Sporting Lissabon. Zermatten übernimmt interimistisch für fünf Super-League-Partien. Der 108-fache Schweizer Internationale wird neuer Trainer, ist zu Beginn erfolgreich unterwegs, aber auch für ihn geht es plötzlich schnell abwärts. Henchoz zieht selber die Handbremse und demissioniert. Für die letzten vier Spiele der Super-League-Saison 208/2019 wird die Mannschaft von Christian Zermatten (Bild) und dem U21-Trainer Sébastien Bichard betreut. Nach acht Monaten beurlaubt Christian Constantin Murat Yakin, Sion befindet sich im Barrage-Strudel. Yakin geht rechtlich gegen CC vor. Der U21-Trainer des FC Sion übernahm interimistisch das Traineramt des geschassten Gabri. Nach Irrungen und Wirrungen haben sich nun der Italo-Berner und der mächtige Präsident finanziell einigen können. Rund dreieinhalb Monate war der 38-jährige Spanier im Wallis tätig. Dann wurde es CC ein weiteres Mal zu bunt: Entlassung. Gabri wird nach nur einem Spiel der Rückrunde, einer 1:3-Heimpleite gegen GC, gefeuert. Der Italiener kommt von Lugano und ist der neue Hoffnungsträger im Wallis. Der Erfolg lässt jedoch auf sich warten, stattdessen muss Tramezzani nach einem schwachen Saisonstart gehen. Er soll den Wallisern zu neuem Schwung und zum 14. Sieg im 14. Cup-Final verhelfen: Sébastien Fournier wird interimistisch vom Nachwuchsverantwortlichen zum Trainer der ersten Mannschaft befördert. Sion verliert erstmals in seiner Geschichte einen Cup-Final, 0:3 gegen Basel. Ende Saison kehrt Fournier in den Nachwuchs zurück. Dem Deutschen gelingt ein guter Start im Wallis, doch nach der Winterpause sackt der Punkteschnitt zusammen. Das kostet ihn schliesslich den Platz an der Seitenlinie, obwohl er das Team in den Cupfinal geführt hat. Tholot kommt zum dritten Mal als Trainer zum Zug. Der ehemalige Sion-Spieler trainierte die Walliser bereits 2009 und 2003. Am 12. Mai 2015 wird der Vertrag des Franzosen frühzeitig um zwei Jahre verlängert. Am 12. August 2016 beschliessen Trainer und Präsident Constantin gemeinsam, die Zusammenarbeit zu beenden. Smajic (r.) springt im Wallis wieder ein. Er war bereits 2004 für vier Monate Trainer. Nun erhielt er einen Vertrag bis 2017. Der eigentliche Trainer mit Lizenz, Jochen Dries (l.), wirft den Bettel nach der 0:2-Niederlage gegen St. Gallen am 7. Dezember 2014 hin. Eigentlich hätte Claudio Gentile den FC Sion ab der Saison 2104/15 trainieren sollen, doch der Italiener taucht im Wallis nicht auf. Chassot wird zum neuen Übungsleiter ernannt. Sein Problem: Er besitzt nur das A-Diplom und nicht die für die Super League nötige Uefa-Pro-Lizenz. Christian Constantin hat eine Lösung gefunden: Dries, der bereits 1998 Sion-Coach war und eine Uefa-Pro-Lizenz besitzt, unterstützt Chassot. Claudio Gentile (2.v.l.) hätte am 9. Juni beim FC Sion anfangen sollen. Doch der Italiener tauchte nicht auf. Hier auf einem älteren Foto von 2002 (2.v.l.). Rechts neben ihm steht der junge Bernard Challandes, der auch schon unter Constantin als Trainer gedient hat. Auf die Rückrunde der Saison 2013/14 übernimmt Ponte von Laurent Roussey. Für den 58-jährigen Aargauer ist Sion die erste Station in der höchsten Schweizer Spielklasse seit dem FC Luzern in der Saison 2001/2002. Doch am Ende der Saison erhält Ponte keinen neuen Vertrag. Roussey wird von CC auf die Strasse gestellt. Fünf Niederlagen in Serie und das frühe Cup-Aus in Luzern sind dem Sion-Boss zu viel. Decastel übernimmt den Posten von Rossini. Er selbst wurde erst im letzten Oktober nach 57 Tagen im Amt als Sion-Trainer entlassen. Das nächste Mal Schluss ist aber bereits wieder am 21. Oktober 2013, nachdem er mit den Sittenern in 12 Spielen nur 11 Punkte holen konnte. Rossini hat die nötige Uefa-Pro-Lizenz und wird den FC Sion zusammen mit Spielertrainer Gennaro Gattuso coachen. Er fliegt am 13. Mai 2013 bereits wieder. Gattuso bleibt dem Verein als Spieler erhalten. Gattuso waltet als Spielertrainer im Wallis. Erst wird ihm wegen der fehlenden Lizenz Arno Rossini zur Seite gestellt, dann wird er wieder zum Spieler degradiert. Muñoz übernimmt die Nachfolge von Pierre-André Schürmann, kann sich aber nur gut zwei Monate halten. Schürmann erhält nur einen befristeten Vertrag bis zum Ende der Hinrunde. Nach fünf Spielen verzichtet CC auf eine Verlängerung. Nach nur 57 Tagen im Amt muss Decastel gehen, Nachfolger wird der ehemalige Schweizer U21-Nationaltrainer Pierre-André Schürmann. Nach einem 0:3 gegen den FC St. Gallen hält Fournier vor seinen Spielern eine Brandrede und beschimpft diese aufs Übelste. Zwar entschuldigt er sich, doch aller Kredit ist verspielt. Nur wenige Tage danach nimmt er seinen Hut. Petkovic verlor drei seiner vier Spiele als Sion-Trainer, konnte die Walliser in der Barrage gegen Aarau aber dennoch vor dem Abstieg retten. Ein Angebot von Lazio Rom war schliesslich verlockender, als unter Constantin zu arbeiten. Roussey hielt es über 400 Tage unter der Herrschaft Constantins aus, dann trat er völlig überraschend zurück. Der entlassene FCZ-Meistertrainer hielt es im Wallis nicht lange aus. Der Franzose ist im Wallis kein Unbekannter. Von 1997 bis 1999 stürmte er für Sion und 2003 war er als Spielertrainer tätig. Zermatten war schon nach dem Krankschreiben von Stielike im Trainerstab und ist mit Barberis gleichberechtigt. Ausgerechnet an Weihnachten präsentiert CC seinen neuen Trainer. Umberto Barberis übernimmt zum zweiten Mal in Sion. Stielike wurde von Constantin lange in Ruhe gelassen. Mitte November wurde Stielike aber «krank» und CC übernahm auch noch den Trainerposten. Bigon sprang wieder einmal als Notnagel ein und durfte dieses Mal neun Spiele an der Seitenlinie stehen. Nur acht Spiele überlebte das Duo. Nach Meinungsverschiedenheiten holte Constantin Bigon an die Seitenlinie zurück. Constantin gab Bigon bei seinem zweiten Versuch ungewöhnlich viel Zeit. Am Ende wurde auch er seines Postens enthoben. Gabet Chapuisat war das letzte Opfer von Sion-Präsident Constantin in der Entlassungsserie der Saison 2006/07. Marco Schällibaum musste den Trainerstuhl nach zwei Monaten bereits wieder räumen. Moulin kommt nochmals zum «Handkuss». Didier Tholot übernahm noch im selben Jahr. Bereits im November wird ihm Guy David als Assistent zur Seite gestellt - kurz darauf mit Ami Rebord ein dritter Trainer. Im Mai werden alle drei rausgeworfen. 2003 kommt Constantin zurück und stellt als ersten (und insgesamt neunten) Trainer Charly Rössli ein. Richard zum dritten - und vorläufig letzten Mal: Constantin gab 1997 das Sion-Präsidium ab. Richards zweites Engagement unter Constantin. In Constantins erster Amtszeit (1992-1998) wurde Trossero als Erster ersetzt.

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Gemäss der Zeitung «Le Matin» hat Christian Constantin vom FC Le Mans drei Spieler geholt. Der französische Klub befindet sich in Liquidation. Dabei handelt es sich um den 22-jährigen Franzosen Jason Buaillon (Abwehr), Jiaqui Zhang aus China (21, defensives Mittelfeld) und Kervens Belfort aus Haiti (21 Jahre, Sturm).

Noch wurden die Spieler nicht zum FC Sion transferiert. Dies soll in der Winterpause passieren, wonach sie erst in der Rückrunde einsetzbar sein werden. Dennoch sind die Verstärkungen bereits im Wallis eingetroffen und sollen das Training beim Super-League-Klub in Kürze aufnehmen.

Sion hinkt bislang in der Super League den eigenen Ansprüchen hinterher und ist lediglich auf dem 7. Tabellenplatz klassiert. Immerhin zeigte es seit der Rückkehr von Trainer Laurent Roussey aufsteigende Tendenz.

(als/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • John am 15.11.2013 16:19 Report Diesen Beitrag melden

    Der Tschumpel lernts nie!

    Ein Team braucht Identifikationsfiguren, sprich Spieler aus dem eigenen Nachwuchs oder Spieler die sich speziell gut mit der Region/Verein identifizieren. Und nicht eine Zusammengewürfelte Truppe mit 11 Spieler aus 11 verschiedenen Länder, die auch noch Jahr für Jahr ausgewechselt wird. Da ist ja null Struktur vorhanden bei Sion. Wenn man bedenkt was CC von seinen Trainern verlangt müsste er vielleicht mal überlegen ob er sich als Manager nicht feuern sollte! So aus der Ferne betrachtet, macht er einen ziemlich miesen Job!

  • Rotweiss am 15.11.2013 16:53 Report Diesen Beitrag melden

    Clever, dieser CC

    Junge Spieler kaufen rsp gratis übernehmen und wenn sie einschlagen mit Gewinn verkaufen. Hallo, Träumer, so läuft das Geschäft - und das Risiko ist minim. Natürlich könnte man auch abgehalfterte Spieler wie Delgado, P.+D. Degen, Safari etc übernehmen und ihnen einen schönen Fussball-Vorruhestand gönnen. Ist das ein Geschäft? NEIN! Also lasst den CC mal schön machen, es gibt in der Schweiz nicht viele cleverere Geschäftsleute!

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  • Peter am 15.11.2013 16:03 Report Diesen Beitrag melden

    Wurden sie denn nicht gewarnt?

    Ob die Spieler in ihrem Vertrag vermerkt haben, dass der Präsident ihnen nach Lust und Laune die Löhne vorenthält und man pro Saison mindestens 3 verschiedene Trainer kennen lernt?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Rotweiss am 15.11.2013 16:53 Report Diesen Beitrag melden

    Clever, dieser CC

    Junge Spieler kaufen rsp gratis übernehmen und wenn sie einschlagen mit Gewinn verkaufen. Hallo, Träumer, so läuft das Geschäft - und das Risiko ist minim. Natürlich könnte man auch abgehalfterte Spieler wie Delgado, P.+D. Degen, Safari etc übernehmen und ihnen einen schönen Fussball-Vorruhestand gönnen. Ist das ein Geschäft? NEIN! Also lasst den CC mal schön machen, es gibt in der Schweiz nicht viele cleverere Geschäftsleute!

    • heiri basler am 16.11.2013 10:28 Report Diesen Beitrag melden

      rechnen

      lies mal nach, wieviel der FCB für die erwähnten Spieler bezahlt hat und wieviel er vorher für sie erhalten hat und rechne nach, ob sich das Geschäft gelohnt hat oder nicht. aber pro Saison mehrere Trainer zu bezahlen ist lukrativ oder wie???

    • John am 16.11.2013 11:31 Report Diesen Beitrag melden

      @Rottweiss: Wäre noch die Frage

      ...zu klären ob CC mit Sion möglichst viel Geld machen will oder sportlichen Erfolg haben möchte. Ist halt so, auch wenn einer der beste Geschäftsmann der Welt ist, heisst das noch lange nicht, dass er auch ein guter Fussball-Manager ist! Anders als in einer normalen Firma zählt im Fussball nicht in 1.Linie der wirtschaftliche Erfolg. Die Masche mit den jungen Ausländer versucht CC schon seit Jahren. Und was hats gebracht? Zudem haben junge Ausländer viel mehr Chancen ihr Potenzial zu entfalten, wenn das Umfeld und die Struktur im Verein stimmt, was bei Sion nicht der Fall ist

    • Guschti am 16.11.2013 11:52 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht viele cleverere Geschäftsleute?

      Hmm... mal sehen, die Trainer kommen und gehen, die Spieler kommen und gehen. Sogar ein grosser Teil der treuen Fan-Gemeinde hat sich abgewendet. Die einzigen Konstanten bei Sion sind Misserfolg und CC. Für einen cleveren Geschäftsmann scheint der Herr ziemliche Mühe zu haben, das offensichtliche Problem zu erkennen...

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  • John am 15.11.2013 16:19 Report Diesen Beitrag melden

    Der Tschumpel lernts nie!

    Ein Team braucht Identifikationsfiguren, sprich Spieler aus dem eigenen Nachwuchs oder Spieler die sich speziell gut mit der Region/Verein identifizieren. Und nicht eine Zusammengewürfelte Truppe mit 11 Spieler aus 11 verschiedenen Länder, die auch noch Jahr für Jahr ausgewechselt wird. Da ist ja null Struktur vorhanden bei Sion. Wenn man bedenkt was CC von seinen Trainern verlangt müsste er vielleicht mal überlegen ob er sich als Manager nicht feuern sollte! So aus der Ferne betrachtet, macht er einen ziemlich miesen Job!

  • Peter am 15.11.2013 16:03 Report Diesen Beitrag melden

    Wurden sie denn nicht gewarnt?

    Ob die Spieler in ihrem Vertrag vermerkt haben, dass der Präsident ihnen nach Lust und Laune die Löhne vorenthält und man pro Saison mindestens 3 verschiedene Trainer kennen lernt?

  • fan am 15.11.2013 10:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    allez sion

    sion wird schweizer,meister beste spieler bestes managerment beste fans

    • Danny am 15.11.2013 11:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Fan

      Gut, dass Du uns das mitteilst. Ausser Dir hat das noch niemand bemerkt.

    • fifi am 15.11.2013 12:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      wohl kaum

      Die Chance das Sion Meister wird is kaum grösser als das YB noch Cupsieger werden kann.

    • heiri basler am 15.11.2013 13:31 Report Diesen Beitrag melden

      santé!

      Sion wird Schweizer ??? ist doch schon in der Schweiz ... und der beste Spieler heisst Meister? noch nie gehört... Managerment.... ?? Vielleicht solltet ihr Walliser nicht so viel Weisswein trinken!

    • Minouououou am 15.11.2013 14:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      ...

      ......dazu muss man wahrscheinlich nicht mal was sagen. Ich glaube Sion würde nicht mal Meister wenn sie zusammen mit Lausanne eine eigene Liga gründen.

    • Xavi am 16.11.2013 12:41 Report Diesen Beitrag melden

      @fan

      Glaube für einige hier ist Ironie ein Fremdwort ;)

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  • Marco Weber am 15.11.2013 10:38 Report Diesen Beitrag melden

    1+1=2

    ...und der Architekt werkelt weiter an seiner Bruchbude. Wenn sie vollends eingestürzt ist merkt er vielleicht, dass man zuerst beim Fundament beginnt und nicht mit dem Dach!