Kolumne – Time Out

22. Dezember 2010 15:36; Akt: 22.12.2010 15:52 Print

Dubé ein Glücksfall – wenn Pelletier geht

von Klaus Zaugg - Christian Dubé macht Gottéron nächste Saison zum spektakulärsten Offensivteam der Liga. Doch Trainer und Sportchef Serge Pelletier bringt er in Bedrängnis.

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Christian Dubé (vorne) wechselt von Bern zu Fribourg. (Bild: Keystone)

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Kann es Sinn machen, einen Star zu verpflichten, den der SC Bern, das mächtigste Sportunternehmen im Lande, nicht mehr haben will? Ja, es kann. Der Kanadier mit Schweizer Lizenz kann das letzte Teilchen zum ersten Meisterpuzzle in Gottérons Geschichte werden. Wenn nun für nächste Saison die drei richtigen flankierenden Massnahmen folgen.

Erstens: Zwei ausländische Verteidiger

Mit dem 32-jährigen Dubé wird Fribourg offensiv besser und ausgeglichener sein als während den «russischen Flugjahren» mit Slawa Bykow und Andrej Chomutow. Aber die Balance zwischen Offensive und Defensive stimmte damals nicht und stimmt heute nicht. Dubé gibt Sportchef und Trainer Serge Pelletier nun die Möglichkeit, endlich eine meisterliche Balance zwischen Angriff und Verteidigung zu erreichen. Dank Dubé kann er auf einen ausländischen Stürmer verzichten und dafür einen zweiten ausländischen Verteidiger verpflichten. Mit dieser Massnahme wird die Defensive meisterliche Tiefe und Qualität bekommen.

Zweitens: Vier ausländische Feldspieler

Meister kann Gottéron nur werden, wenn auch nächste Saison vier ausländische Feldspieler beschäftigt werden (zwei Verteidiger/zwei Stürmer). Also muss Sportchef und Trainer Serge Pelleiter einen erstklassigen Torhüter mit Schweizer Pass finden. Im Idealfall gelingt es, von Chicago Torhüter Cristobal Huet ein weiteres Jahr auszuleihen. Wenn das nicht möglich ist, muss er alles daran setzen, dass Servette nächste Saison Benjamin Conz nicht nach Langnau, sondern nach Fribourg ausleiht. Oder er kann versuchen, Daniel Manzato bei den Lakers aus dem weiterlaufenden Vertrag herauszulösen. Muss für die erstklassige Besetzung der Goalieposition eine Ausländerlizenz gelöst werden, ist der Titel nicht möglich.

Drittens: Ein neuer Trainer

Serge Pelletier ist mit der Doppelfunktion Sportchef/Trainer überfordert. Mit Christian Dubé hat er jetzt einen Star im Team, der die Chemie von Grund auf verändert. Weil Dubé zu Recht einen Platz ganz oben in der Nahrungskette für sich beansprucht und seine Position mit einem Dreijahresvertrag zementiert hat, müssen Julien Sprunger, Shawn Heins und Sandy Jeannin ein neues Alphatier am Fresstrog der Autorität dulden. Pelleiter wird nächste Saison nicht dazu in der Lage sein, den Frieden im Team zu wahren und das Maximum aus dieser Mannschaft herauszuholen. Es gelingt ihm bereits diese Saison nicht mehr, seine Spieler an die Leistungsgrenzen zu führen und für eine mit Davos, Kloten oder Bern vergleichbare Spielintensität und taktische Disziplin zu sorgen. Wenn Fribourg Meister werden will, braucht die Mannschaft einen neuen Coach. Einen, der nicht, wie Pelletier, bei den Vertragsverhandlungen am Tisch sass und ohne Rücksicht auf erworbene Verdiente wieder das Primat der Leistung durchsetzt. Im Idealfall begnügt sich Pelleiter im nächsten Frühjahr nach fünf Jahren an der Bande mit dem Job des Sportchefs und holt einen neuen Coach.

Die alles entscheidende Frage ist, ob der Präsident oder einer der Verwaltungsräte den Mut und die Autorität haben, Pelleiter den Rückzug auf den Posten des Sportchefs nahezulegen.