«Time-Out»

28. März 2011 07:17; Akt: 28.03.2011 09:56 Print

Das «Guttenberg-Prinzip»

von Klaus Zaugg - Der SC Bern strebt den «Guttenberg-Hattrick» an. Es wäre ein hockeyhistorisches Meisterstück.

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Larry Huras und der SCB: Nur noch der HC Davos hat diese Stilsicherheit. (Bild: Keystone)

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Ein «Guttenberg» liegt dann vor, wenn eine Mannschaft zweimal oder gar dreimal hintereinander nach dem akkurat gleichen taktischen Drehbuch ein Spiel gewinnt. Wäre Karl-Theodor zu Guttenberg also Sportreporter, dann könnte er einfach den Matchbericht von der letzten Partie von irgendeinem Kollegen abschreiben und sich mit diesem Plagiat als Fachmann feiern lassen, ohne je im Stadion gewesen zu sein.

Noch selten hat eine Mannschaft zweimal hintereinander genau gleich gespielt und gewonnen wie der SC Bern in den Partien fünf am Donnerstag (4:1) und sechs am Samstag (5:1) gegen die Kloten Flyers. Gelingt nun am Dienstag im 7. Spiel auch noch eine dritte Partie nach dem genau gleichen Schnittmuster, dann hätten wir einen «Guttenberg-Hattrick». Es wäre eine historische Leistung: Noch nie in der Geschichte unserer Playoffs (seit 1985/86) hat sich eine Mannschaft nach einem 0:3 im Halbfinale das Finale erreicht.

SCB-Cheftrainer Larry Huras hat es sich allerdings nicht ganz so einfach gemacht wie der ehemalige Deutsche Verteidigungsminister, der seinen Doktortitel abgeben musste, weil er abgeschrieben hat. Huras hat nicht einfach ein taktisches Konzept kopiert.

Es gibt zwar auf den ersten Blick kaum einen Unterschied zwischen dem 4:1 vom Donnerstag in Kloten und dem 5:1 vom Samstag im Berner Hockeytempel. Wieder war Jean-Pierre Vigier der grosse Vorkämpfer. Wieder war Marco Bührer besser als Ronnie Rüeger. Wieder hat der wahre SCB mit seinem gut strukturieren Rumpelhockey von der ersten Sekunde an dominiert. Wieder gibt es keine Sekunde lang Zweifel darüber, wer das Spiel gewinnt.

Aber es gibt sehr wohl einen Unterschied zwischen dem Spiel vom Donnerstag und jenem vom Samstag: SCB-Coach Larry Huras stellt nämlich um: Er lässt Schillerfalter Simon Gamache auf der Tribune und holt Verteidiger Travis Roche zurück.

Dass der SCB nun wieder wie eine grosse, mächtige Hockeymaschine funktioniert («big, bad Bears») zeigt sich daran, dass diese riskanten Umstellungen auf das Wesen und Wirken der Mannschaft keinerlei Auswirkungen hatten. Nur noch der HC Davos hat diese Stilsicherheit. Die grosse Tiefe im Kader mit sechs Ausländern gibt dem Coach in Bern viele Möglichkeiten, um mit der richtigen Aufstellung die Balance zwischen Offensive und Defensive zu finden. Larry Huras lobt Manager Marc Lüthi und Sportchef Sven Leuenberger ausdrücklich für die Bereitstellung und Finanzierung eines so breiten Kaders.

Mit ziemlicher Sicherheit wird es aber nicht mehr möglich sein, am Dienstag noch einmal den Guttenberg zu machen und zum zweiten Mal hintereinander den Matchbericht vom letzten Donnerstag abzuschreiben. Wenn wir nämlich denken, das Eishockey begriffen zu haben, folgt die Unberechenbarkeit von Spiel 7.

Und Hand aufs Herz: Wer hätte im letzten November zu wetten gewagt, dass Larry Huras beim SC Bern länger im Amt bleibt als Deutschlands Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg?

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • peter am 28.03.2011 13:23 Report Diesen Beitrag melden

    zaugg

    die zaugg-kommentare sind oft amüsant und provokativ geschrieben. an die bern fans (bin auch einer): wartet mal das spiel ab. viele spiele in der serie waren knapp. die letzten spiele liefen für den scb.. da ist noch nichts gewonnen!

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  • Hoschi am 28.03.2011 11:26 Report Diesen Beitrag melden

    Äpfel und Birnen

    Tut mir leid, aber der "Vergleich" hat den Artikel für mich ziemlich ruiniert. Denn hier hat ja niemand betrogen.

  • Harley am 28.03.2011 11:14 Report Diesen Beitrag melden

    It

    ... hat da mal ein gewisser selbsternannter Hockeyfachmann von sich gegeben. Respekt für die Berner, die sich in den letzten drei Spielen wieder vom loser zum serious contender gespielt haben. Doch das letzte Spiel ist noch nicht gespielt, und die Flyers einfach so pauschal abzuschreiben ist wohl auch nicht so "fachmännisch". Ich bin zuversichtlich, dass die Kloten Flyers den Zaugg einmal mehr als Guttenberg... pardon als Plauderi entlarven. Denn ein ernsthafter Gegner für Davos sind heuer nur die Flyers!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • peter am 28.03.2011 13:23 Report Diesen Beitrag melden

    zaugg

    die zaugg-kommentare sind oft amüsant und provokativ geschrieben. an die bern fans (bin auch einer): wartet mal das spiel ab. viele spiele in der serie waren knapp. die letzten spiele liefen für den scb.. da ist noch nichts gewonnen!

    • 00.0 am 28.03.2011 13:58 Report Diesen Beitrag melden

      Bern

      genau das wird ein sehr harter Kampf, obwohl ich Fussball-Fan bin hoffe ich das Bern gegen Davos spielt.... Davos gewinnt natürlich..xD

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  • Stefan Meier am 28.03.2011 12:46 Report Diesen Beitrag melden

    Schillerfalter & co

    Schafft Herr Zaugg auch mal einen Kommentar ohne abgedroschene Metaphern wie "Schillerfalter" etc.? Wäre auserdordentlich dankbar...

  • Chris am 28.03.2011 12:29 Report Diesen Beitrag melden

    Das Zaugg-Prinzip

    einfach mal alles im Nachhinein so hinstellen, als ob man es schon im Voraus gewusst hätte. Alte Journalisten Schule.

  • Sabrina Aeberli, am 28.03.2011 12:15 Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Ich finde es schade, dass alle jetzt schon sagen, dass der SCB morgen gewinnt. Seit ihr alle Hellseher? Ein Match muss zuerst 60min gespielt werden, wenn nicht länger. Erst dann ist entschieden, wer ins Finale kommt. Der SCB hat es geschafft, dass sie nach 3x verlieren auf de Gewinnerseite zurückkamen. Wieso kann das jetzt bei Kloten nicht auch passieren? Also ich finde alle die Kloten jetzt schon abschreiben, keine richtigen Hockeyfäns, denn vergesst nie ein Match geht 60min.

    • Hollenstein Senior/Junior am 28.03.2011 12:46 Report Diesen Beitrag melden

      Final

      Ich bin ein richtiger Hockeyfan, aber ich mag einfach die Kloten Flyers nicht. P.-S. Der Match könnte auch länger als 60Min. dauern.

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  • Alex Englisch am 28.03.2011 11:52 Report Diesen Beitrag melden

    Fachmann

    ...hat sich eine Mannschaft nach einem 0:3 im Halbfinale das Finale erreicht... Nun ja - wer behauptet denn das Sportjournalisten Experten sind.