«Time-Out»

09. Februar 2011 07:27; Akt: 09.02.2011 09:55 Print

Fribourg - eine längst fällige Entlassung

von Klaus Zaugg - Serge Pelletier gefeuert - das ist eine schlechte Nachricht für die Konkurrenz: Mit dem richtigen Coach kann der HC Fribourg-Gottéron nämlich die Meisterschaft gewinnen.

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Nach der verpatzten Qualifikation zieht der EV Zug am 5. März 2014 die Reissleine: Doug Shedden muss die Innerschweizer verlassen. Die Berner entlassen nach einem miserablen Start in die Saison , der den SCB in der Saison 2012/13 noch zum Meistertitel geführt hat. Der Verwaltungsrat des HC Lugano entscheidet am 2. April 2013 unmittelbar nach Saisonende überraschend, den noch ein Jahr laufenden Vertrag mit aufzulösen. Der erst vor Kurzem als Co-Trainer engagierte Anders Eldebrink wird am 14. März 2013 zum Headcoach befördert. Der bisherige Trainer wird nur noch als Sportchef tätig sein. Was schon lange vermutet und auch öffentlich diskutiert wurde, traf am 20. Februar 2013 ein: Der erst im vergangenen Sommer entlassene Felix Hollenstein löst seinen Nachfolger als Cheftrainer der Kloten Flyers wieder ab. Die Langnauer stellen Trainer am 9. Dezember 2012 frei. Der bisherige Assistent Alex Reinhard (als Headcoach) und der Ausbildungschef Konstantin Kuraschew übernehmen die Mannschaft. HC Ambri-Piotta: Kevin Constantine ist der erste Trainer der Saison 2012/13, der seinen Platz räumen muss (22. Oktober). Ersetzt wird der Kanadier durch seinen Landsmann Serge Pelletier. Saison 2011/2012 HC Lugano: wirft am 22. Oktober 2011 das Handtuch. Das 0:9-Debakel gegen Kloten war zuviel. Interimistisch übernimmt Assistenztrainer Patrick Fischer. den Hut nehmen. Bis ein Nachfolger gefunden ist, übernehmen Assistenztrainer Antti Tormänen und Nachwuchscoach Lars Leuenberger. Saison 2010/2011 HC Lugano: Drei Tage vor den Playouts verpflichteten die Tessiner als «Feuerwehr-Kommandanten», der gemeinsam mit den Interimstrainern Mike McNamara und Patrick Fischer den Ligaerhalt so schnell wie möglich sichern sollte. Mit einem 4:0 gegen die Lakers gelang dies problemlos. Dennoch erhielt Ireland für die neue Saison keinen Vertrag. Stattdessen wurde Barry Smith für zwei Jahre verpflichtet. Die Westschweizer trennen sich am 8. Februar 2011 trotz Playoff-Qualifikation von Trainer und Sportchef . Für ihn übernimmt Assistent René Matte ad Interim bis zum Saisonende. Am 1. Februar 2011 wird durch Igor Pawlow ersetzt. Am 28. November 2010 wird entlassen. Mike McNamara übernimmt. Am 20. Oktober 2010 wird entlassen und durch Bengt-Ake Gustafsson ersetzt. HC Ambri-Piotta: Benoit Laporte muss am 18. Oktober 2010 Kevin Constantine weichen. Saison 2009/2010 EHC Biel:. Er wird am 3. April 2010 entlassen und durch Kevin Schläpfer ersetzt. seinen Platz Philippe Bozon überlassen. ab. Konstantin Kuraschew nimmt Platz an der Bande. muss am 1. Dezember 2009 John Slettvoll Platz machen. Am 15. Februar 2010 übernimmt Christian Weber. Saison 2008/2009 wird nach der Qualifikation am 2. April 2009 durch Kevin Schläpfer ersetzt. gefeuert. Hannu Virta übernimmt. wird am 15. Dezember 2008 durch Rostislav Cada ersetzt. entlassen. Dave Chambers übernimmt und am 3. Februar 2009 muss dieser seinen Posten für Raimo Summanen räumen. Saison 2007/2008 EHC Basel: am 13. März 2008 entlassen und durch Benoit Laporte ersetzt. Kent Ruhnke Platz machen. Einen Monat später übernimmt John Slettvoll. durch Morgan Samuelsson ersetzt. Saison 2006/2007 EHC Basel: gefeuert. Mike McParland übernimmt. durch Larry Huras ersetzt. Saison 2005/2006 HC Lugano: am 10. März 2006 seinen Posten Harold Kreis überlassen. gehen und Christian Weber Platz machen. wird am 14. November 2005 durch Henryk Gruth ersetzt. Einen knappen Monat später kommt Juhani Tamminen und im März 2006 Beat Lautenschlager. Saison 2005/2006 HC Ambri-Piotta: Pekka Rautakallio Platz machen. wird am 8. Dezember 2004 durch Mike McParland ersetzt. Saison 2004/2005 SCL Tigers: aus gesundheitlichen Gründen seinen Platz Dave Chambers überlassen. Zwei Wochen später übernimmt Bruno Aegerter das Zepter. trifft es am 6. November 2004. Er wird durch Alpo Suhonen ersetzt. entlassen und durch Bill Stewart ersetzt. muss am 7. Oktober 2004 Felix Hollenstein und Mirek Hybler Platz machen.

Alle entlassenen Hockey-Trainer seit 2004.

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Die Mannschaft ist einfach zu gut. Sonst wäre Trainer und Sportchef Serge Pelletier längst gefeuert worden. Aber auch als «Club méditerrané» ist Gottéron nie in eine richtige Krise geraten, nicht sportlich und nicht wirtschaftlich.

Die «Playoff-Wunder» von 2008 (gegen den SC Bern) und 2009 (gegen die ZSC Lions) haben die Hockeybegeisterung entfacht, die für konstant hohe Zuschauerzahlen sorgt und die Trainer und Sportchef Serge Pelletier scheinbar «unentlassbar» gemacht haben.

Ein Diplomat im feinen Zwirn

Der eingebürgerte Kanadier ist einer der intelligentesten und kultiviertesten und mit Sicherheit der bestangezogene Trainer unserer neueren Hockeygeschichte. Mit Universitätsabschluss in Kanada, mit Humor, mit guten Manieren und einem Sinn für modische Kleidung. Das Problem ist nur, dass er im Laufe der Zeit mehr Diplomat, Manager und Hockeygeneral und immer weniger Hockeytrainer geworden ist.

Deshalb ist aus Fribourg-Gottéron im Laufe von Pelletiers gut fünfjähriger Amtszeit mehr und mehr ein «Club méditerrané» des Hockeys geworden: Zu viel Vergnügen, zu wenig Arbeit. Aus Gottéron ist so etwas wie ein ungeschliffener Diamant geworden. Genug Talent, um eine Meisterschaft zu gewinnen. Aber zu wenig Disziplin, zu wenig taktische Ordnung und zu wenig Intensität im Training und im Spiel, ganz einfach zu wenig Schliff, um während der Qualifikation zu dominieren und in den Playoffs den letzten Schritt zum grossen Triumph machen zu können. Auch deshalb, weil Pelletier in der Doppelfunktion als Sportdirektor und Trainer überfordert war und nicht mehr genug Zeit und Energie für die tagtägliche Arbeit auf dem Eis hatte. Zudem kompensierte er im Umgang mit den Spielern fehlendes Einfühlungsvermögen und keimende Unsicherheit durch Arroganz und brachte so die Alphatiere (allen voran Sandy Jeannin) gegen sich auf. Pelletier ist letztlich ebenso als Kommunikator gescheitert.

Es kann nur einen geben

Während der «russischen Flugjahre» mit Slawa Bykow und Andrej Chomutow verpasste Gottéron den Titel gegen den SC Bern und Kloten, weil Torhüter Dino Stecher zwar einer der talentiertesten und populärsten Goalies der Liga war. Aber mental zerbrechlich wie eine billige Uhr.

In den letzten drei Jahren hätte Gottéron mit einem Coach wie Arno Del Curto einen Titel geholt und wäre jetzt einer der Favoriten für die Meisterschaft 2010/11. Aber die Mannschaft steht auf Platz 8 und nur noch die ZSC Lions haben von den Playoff-Teams mehr Tore kassiert. Ein weiteres Zeichen für den Larifari-Betrieb: Zehnmal hat Gottéron mit zwei oder mehr Toren geführt und doch verloren.

Die Entlassung von Serge Pelletier kommt zu spät, um Gottéron noch zum Meisterkandidaten zu trimmen. Aber mit dem richtigen Trainer ist Gottéron nächste Saison ein ganz heisser Titelkandidat.

Eigentlich ist auch klar, wen der Verwaltungsrat jetzt als Trainer nach Fribourg holen müsste. Sozusagen um (fast) jeden Preis: Slawa Bykow, zurzeit noch in Russland beschäftigt. Es wäre eine Geschichte, wie sie eben nur Gottéron schreiben kann: Slawa Bykow, als Spieler im Titelkampf gescheitert, kehrt als Trainer zurück, vollendet seine Mission und beschert Gottéron den ersten Titel der Geschichte.

Und Pelletier? Geläutert durch die Erfahrungen, die er bei Gottéron gemacht hat, könnte er der perfekte Trainer für Lugano werden.