Roger Federer

06. Juli 2014 20:47; Akt: 06.07.2014 22:06 Print

«Weiss gar nicht, wie ich es in den 5. Satz schaffte»

Roger Federer war nach der Fünfsatz-Niederlage gegen Novak Djokovic im Wimbledonfinal gefasst: «Ich habe viel Liebe gespürt.»

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Novak Djokovic gewinnt in 5 Sätzen gegen Roger Federer. Es ist sein 2. Titel. Im 4. Satz scheint das Spiel entschieden. Federer muss einen Matchball abwehren. Doch der Maestro kommt zurück, gewinnt 4 Games in Folge und rettet sich in den 5. Satz. Djokovic kann es nicht fassen. Federer ist sehr nahe an der Sensation und dem 8. Titel, doch schlussendlich reicht es nicht ganz. Djokovic breakt den Schweizer und gewinnt das Turnier. Roger Federer kommt seinem Traum vom achten Wimbledon-Titel einen Schritt näher: Er schlägt im Halbfinal Milos Raonic souverän 6:4, 6:4, 6:4. Sie sehen ihn wieder - und zwar schon am Sonntag! Dann steht der Final gegen Novak Djokovic an. Holt Federer seinen achten Titel in London, krönt er sich zum alleinigen Rekordhalter. Raonic, der seinen ersten Grand-Slam-Halbfinal spielte, kann zwar was die Aufschläge und Vorhand angeht mithalten, spielerisch ist er dem Schweizer aber klar unterlegen. Die Faust von Roger Federer zeigt: Er ist der Sieger im Schweizer Viertelfinal in Wimbledon. Dabei erwischte Stan Wawrinka den besseren Start und holte sich den ersten Satz. Kein Wunder wirkt Wawrinka zum Schluss enttäuscht. Aber seine Fähigkeiten reichten heute nicht, Rasen-König Federer zu stoppen. Jaaaaaaa! Das Schweizer Duell im Viertelfinal ist perfekt: Wawrinka folgt Federer nach einem Dreisatz-Sieg gegen Feliciano Lopez. Der Spanier Feliciano Lopez war Wawrinka bis in den dritten Satz hinein ein absolut ebenbürtiger Gegner. Erst ganz zum Schluss bekundete er in seinen Aufschlagspielen Mühe und musst das einzige Break im ganzen Match zulassen. Federer hatte kurz zuvor Tommy Robredo 6:1, 6:4, 6:4 besiegt. Für Robredo hilft auch tiefes Durchatmen nicht: Der Spanier kommt nie richtig ins Spiel. Stan Wawrinka schlägt in der dritten Runde den Usbeken Denis Istomin und steht in den Achtelfinals von Wimbledon. Der Schweizer kommt gegen seinen Gegner nur am Anfang des ersten Satzes kurz unter Druck, als er drei Breakbälle abwehren muss. In den Achtelfinals wartet entweder Feliciano Lopez oder John Isner. Wie ein Eilzug: Federer lässt Santiago Giraldo keine Chance und steht im Achtelfinal. Am Ende gewinnt er gegen den Kolumbianer 6:3, 6:1, 6:3. Roger Federer hat auch in Runde 2 alles im Griff. Der Schweizer schlägt Gilles Muller aus Luxemburg 6:3, 7:5 und 6:3 und zieht in die nächste Runde ein. Dort trifft er entweder auf den Spanier Marcel Granollers oder den Kolumbianer Santiago Giraldo. Stan Wawrinka bleibt auch in der 2. Runde von Wimbledon siegreich. Der Schweizer schlägt den Taiwanesen Yen-Hsun Lu 7:6, 6:3, 3:6 und 7:5. In der nächsten Runde wartet Denis Istomin aus Usbekistan. Stanislas Wawrinka tritt in der 2. Runde gegen den Taiwanesen Lu Yen-Hsun an. Roger Federer gelingt der Auftakt in Wimbledon nach Mass. Er besiegt Paolo Lorenzi 6:1, 6:1, 6:3. Der Italiener hat einen schweren Stand. Stan Wawrinka startet mit einem 6:3, 6:4, 6:3-Sieg gegen Joao Sousa ins Turnier. Federer wirkt im Training in Wimbledon entspannt. Stan Wawrinka bekommt es in der ersten Runde von Wimbledon mit dem Portugiesen João Sousa (ATP 48) zu tun. Der siebenfache Champion Roger Federer trifft auf den Italiener Paolo Lorenzi (ATP 81). Im Viertelfinal könnten die beiden Schweizer aufeinandertreffen.

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Man erinnert sich an den emotionalen Roger Federer. Jenen Federer, der nach der Fünfsatz-Niederlage am Australian Open 2009 gegen Rafael Nadal in Tränen aufgelöst zum Platzinterview trottete.

Nicht so heute, nach einer weiteren, epischen Fünfsatz-Niederlage. Und das in Wimbledon, seinem Wohnzimmer, das er so gerne zum achten Mal gewonnen und sich zum alleinigen Rekordsieger gemacht hätte. Federer nahm ziemlich entspannt die Trophäe des Zweitplatzierten entgegen und war beim Platzinterview auffallend locker. Vielleicht lag es daran, dass seine beiden Töchter Myla und Charlene den Schluss der Partie in der Box verfolgt hatten. Darüber freute sich der Maestro natürlich: «Ich weiss nicht, ob sie wirklich mitbekommen haben, was hier passiert ist. Aber ich habe hier so viel Liebe gespürt», sagte er und meinte neben seiner Familie auch das Londoner Publikum, das ihm wie immer wohlgesonnen war.

«Djokovics Sieg ist absolut verdient»

Es sei grossartig gewesen, hier gegen Djokovic im Final gestanden zu haben. Enttäuscht sei er nicht, er könne Novak nur gratulieren zu seinem Sieg, «er ist absolut verdient». «Ich weiss gar nicht, wie ich es überhaupt in den fünften Satz geschafft habe, es hat ja eine Weile lang gar nicht gut ausgesehen», meinte Federer mit einem Lachen – im vierten hatte er bereits einen Matchball abgewehrt und nach 2:5-Rückstand den Satz noch 7:5 gewonnen. Seine Abschiedsworte hat man in Wimbledon sicher gerne gehört: «Bis zum nächsten Mal!»

Ganz ohne Tränen ging es dann doch nicht, als sich Federer vom Publikum verabschiedete und vom Platz ging, kämpfte er sichtlich mit sich – es ist eben doch nicht irgendeine Niederlage an irgendeinem Turnier ...

(ofi)