Roger Federer

04. Juli 2014 20:14; Akt: 04.07.2014 20:55 Print

«Zehnmal werde ich dies nicht mehr schaffen»

Clever, fokussiert und eiskalt: Roger Federer verdient sich seinen neunten Wimbledon-Final mit einer starken Leistung. Dass er erneut um den Titel spielen darf, macht ihn stolz.

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Novak Djokovic gewinnt in 5 Sätzen gegen Roger Federer. Es ist sein 2. Titel. Im 4. Satz scheint das Spiel entschieden. Federer muss einen Matchball abwehren. Doch der Maestro kommt zurück, gewinnt 4 Games in Folge und rettet sich in den 5. Satz. Djokovic kann es nicht fassen. Federer ist sehr nahe an der Sensation und dem 8. Titel, doch schlussendlich reicht es nicht ganz. Djokovic breakt den Schweizer und gewinnt das Turnier. Roger Federer kommt seinem Traum vom achten Wimbledon-Titel einen Schritt näher: Er schlägt im Halbfinal Milos Raonic souverän 6:4, 6:4, 6:4. Sie sehen ihn wieder - und zwar schon am Sonntag! Dann steht der Final gegen Novak Djokovic an. Holt Federer seinen achten Titel in London, krönt er sich zum alleinigen Rekordhalter. Raonic, der seinen ersten Grand-Slam-Halbfinal spielte, kann zwar was die Aufschläge und Vorhand angeht mithalten, spielerisch ist er dem Schweizer aber klar unterlegen. Die Faust von Roger Federer zeigt: Er ist der Sieger im Schweizer Viertelfinal in Wimbledon. Dabei erwischte Stan Wawrinka den besseren Start und holte sich den ersten Satz. Kein Wunder wirkt Wawrinka zum Schluss enttäuscht. Aber seine Fähigkeiten reichten heute nicht, Rasen-König Federer zu stoppen. Jaaaaaaa! Das Schweizer Duell im Viertelfinal ist perfekt: Wawrinka folgt Federer nach einem Dreisatz-Sieg gegen Feliciano Lopez. Der Spanier Feliciano Lopez war Wawrinka bis in den dritten Satz hinein ein absolut ebenbürtiger Gegner. Erst ganz zum Schluss bekundete er in seinen Aufschlagspielen Mühe und musst das einzige Break im ganzen Match zulassen. Federer hatte kurz zuvor Tommy Robredo 6:1, 6:4, 6:4 besiegt. Für Robredo hilft auch tiefes Durchatmen nicht: Der Spanier kommt nie richtig ins Spiel. Stan Wawrinka schlägt in der dritten Runde den Usbeken Denis Istomin und steht in den Achtelfinals von Wimbledon. Der Schweizer kommt gegen seinen Gegner nur am Anfang des ersten Satzes kurz unter Druck, als er drei Breakbälle abwehren muss. In den Achtelfinals wartet entweder Feliciano Lopez oder John Isner. Wie ein Eilzug: Federer lässt Santiago Giraldo keine Chance und steht im Achtelfinal. Am Ende gewinnt er gegen den Kolumbianer 6:3, 6:1, 6:3. Roger Federer hat auch in Runde 2 alles im Griff. Der Schweizer schlägt Gilles Muller aus Luxemburg 6:3, 7:5 und 6:3 und zieht in die nächste Runde ein. Dort trifft er entweder auf den Spanier Marcel Granollers oder den Kolumbianer Santiago Giraldo. Stan Wawrinka bleibt auch in der 2. Runde von Wimbledon siegreich. Der Schweizer schlägt den Taiwanesen Yen-Hsun Lu 7:6, 6:3, 3:6 und 7:5. In der nächsten Runde wartet Denis Istomin aus Usbekistan. Stanislas Wawrinka tritt in der 2. Runde gegen den Taiwanesen Lu Yen-Hsun an. Roger Federer gelingt der Auftakt in Wimbledon nach Mass. Er besiegt Paolo Lorenzi 6:1, 6:1, 6:3. Der Italiener hat einen schweren Stand. Stan Wawrinka startet mit einem 6:3, 6:4, 6:3-Sieg gegen Joao Sousa ins Turnier. Federer wirkt im Training in Wimbledon entspannt. Stan Wawrinka bekommt es in der ersten Runde von Wimbledon mit dem Portugiesen João Sousa (ATP 48) zu tun. Der siebenfache Champion Roger Federer trifft auf den Italiener Paolo Lorenzi (ATP 81). Im Viertelfinal könnten die beiden Schweizer aufeinandertreffen.

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Es war ein Nervenspiel, dass für Roger Federer unverhofft gut begann. Gleich das erste Service-Game konnte er dem Aufschlaghünen Milos Raonic abnehmen. Danach servierte er den ersten Satz konzentriert ins Trockene. Im zweiten Durchgang musste der Schweizer mehr Geduld an den Tag legen. Doch wiederum war Federer auf der Höhe seiner Aufgabe, als Raonic kurz schwächelte. Das Break zum 5:4 war die Entscheidung. Gleiches Bild im dritten, als Federer wieder beim Stand von 4:4 zuschlagen konnte und das Spiel 6:4, 6:4, 6:4 gewann.

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Auch wenn die Zuschauer angesichts der Aufschlagstärke der beiden Kontrahenten nicht in den Genuss vieler hochstehenden Ballwechsel kamen: Aus der Sicht Federers war es das perfekte Spiel. «Ich musste mich auf jeden Punkt konzentrieren. Ich wusste, dass es nur wenige Chancen geben wird. Daher war ich unglaublich fokussiert und effizient.» Die Rechnung ging auf.

Das perfekte Spiel, das perfekte Turnier - bisher

Überhaupt hätte es für Federer im bisherigen Turnierverlauf nicht besser laufen können. Auch da konnte er im Interview mit der englischen «BBC» kurz nach Spielende nur zustimmen: «Das würde ich auch sagen. Ich habe in den entscheidenden Phasen unter Druck sehr gut gespielt. Zudem war ich in der zweiten Woche in der Lage, nochmals einen Gang zuzulegen», sagte der vierfache Familienvater, der bisher nur im Viertelfinal gegen Stan Wawrinka einen Satz abgeben musste.

So geht Federer auf Augenhöhe oder sogar leicht favorisiert in den Final vom Sonntag gegen Novak Djokovic. Der 18. Grand-Slam-Titel und sein achter Triumph in Wimbledon sind zum Greifen nahe. «Es bedeutet mir sehr viel. Ich schätze es sehr, dass ich noch einmal die Chance kriege, hier zu gewinnen.» Als selbstverständlich empfindet es Federer nicht, erst recht, weil er weiss, dass er als bald 33-Jähriger nicht mehr so viele Chancen dafür kriegen wird. «Zehnmal werde ich dies nicht mehr schaffen», scherzte der Baselbieter. Aber einen zehnten Final könnte angesichts dessen, dass er einst vom Fernziel Rio 2016 sprach, noch drin liegen.

Noch immer ist für Federer sein erster Final 2003 das Highlight. «Das war schon speziell. Damals wurde für mich ein Traum wahr.» Mit Wimbledon verband ihn auch in den Folgejahren viel. «Ich bin immer unglaublich stolz, wenn ich hier spielen kann und geniesse es extrem. All die Jahre waren toll.»

«Auch Novak weiss, wie man hier gewinnt»

Am Sonntag hat er die Chance, sich endgültig zum König von Wimbledon zu krönen. Schon achtmal stand er im Final, siebenmal holte er dabei den Titel. Noch teilt er sich den Rekord von sieben Triumphen mit William Renshaw und Pete Sampras. Im Weg auf den Tennisolymp von Wimbledon steht Federer «nur» noch Novak Djokovic, der Sieger von 2011. «Ich freue mich auf einen hoffentlich tollen Match gegen Novak. Es ist immer grossartig, gegen einen Champion wie Novak zu spielen. Auch er weiss, wie man hier gewinnt.»

(als)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nico am 04.07.2014 19:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hol dir den titel :)

    alles gute für den Final!!

  • inbruCHes am 04.07.2014 19:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Souverän

    Unglaublich souverän gegen Raonic. Freue mich auf den Final am Sonntag. Hoffentlich packt er es gegen einen starken Nole. Damit könnte er definitiv seinen Titel als Greatest of all times festigen. Go Federer!!!

  • Doris L. am 04.07.2014 19:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo!

    Bravo Roger! Congratulation! Weiter so. Und morgen nun Aufschlag zum 8. Wimbledon Titel und 18. GS! Ich drück die Daumen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Zuri am 06.07.2014 09:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo sind jetzt die Miesmacher?

    Roger bleibt der beste und ist ein Vorbild für jeden einzelnen.

  • Skeptiker am 05.07.2014 13:31 Report Diesen Beitrag melden

    Aussichten

    Das wird ein fight der Extraklasse.

  • Stefanie am 05.07.2014 12:21 Report Diesen Beitrag melden

    Hopp Federer

    Chum scho Federer, du bist de best hol der de Titel.

  • kurt am 05.07.2014 12:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unglaubliche leistung

    er zeigt es wieder einmal, federer ist noch nicht am ende wie viele immer wieder sagen. er kann nch titel gewinnen wenn alles passt

  • Alfred am 05.07.2014 02:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Feddo

    Ich finde, Feddo sollte aufhören. Ich kann den nicht ausstehen!