Schweiz – Argentinien

02. Juli 2014 11:38; Akt: 02.07.2014 12:01 Print

Ausnahmezustand im Hause Federer

Wenn die Schweizer Nati spielt, kleben auch unsere Tennis-Stars vor dem TV – ganz besonders Roger Federer. Der 32-Jährige lässt die ganze Welt wissen, wie sehr er leidet.

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Novak Djokovic gewinnt in 5 Sätzen gegen Roger Federer. Es ist sein 2. Titel. Im 4. Satz scheint das Spiel entschieden. Federer muss einen Matchball abwehren. Doch der Maestro kommt zurück, gewinnt 4 Games in Folge und rettet sich in den 5. Satz. Djokovic kann es nicht fassen. Federer ist sehr nahe an der Sensation und dem 8. Titel, doch schlussendlich reicht es nicht ganz. Djokovic breakt den Schweizer und gewinnt das Turnier. Roger Federer kommt seinem Traum vom achten Wimbledon-Titel einen Schritt näher: Er schlägt im Halbfinal Milos Raonic souverän 6:4, 6:4, 6:4. Sie sehen ihn wieder - und zwar schon am Sonntag! Dann steht der Final gegen Novak Djokovic an. Holt Federer seinen achten Titel in London, krönt er sich zum alleinigen Rekordhalter. Raonic, der seinen ersten Grand-Slam-Halbfinal spielte, kann zwar was die Aufschläge und Vorhand angeht mithalten, spielerisch ist er dem Schweizer aber klar unterlegen. Die Faust von Roger Federer zeigt: Er ist der Sieger im Schweizer Viertelfinal in Wimbledon. Dabei erwischte Stan Wawrinka den besseren Start und holte sich den ersten Satz. Kein Wunder wirkt Wawrinka zum Schluss enttäuscht. Aber seine Fähigkeiten reichten heute nicht, Rasen-König Federer zu stoppen. Jaaaaaaa! Das Schweizer Duell im Viertelfinal ist perfekt: Wawrinka folgt Federer nach einem Dreisatz-Sieg gegen Feliciano Lopez. Der Spanier Feliciano Lopez war Wawrinka bis in den dritten Satz hinein ein absolut ebenbürtiger Gegner. Erst ganz zum Schluss bekundete er in seinen Aufschlagspielen Mühe und musst das einzige Break im ganzen Match zulassen. Federer hatte kurz zuvor Tommy Robredo 6:1, 6:4, 6:4 besiegt. Für Robredo hilft auch tiefes Durchatmen nicht: Der Spanier kommt nie richtig ins Spiel. Stan Wawrinka schlägt in der dritten Runde den Usbeken Denis Istomin und steht in den Achtelfinals von Wimbledon. Der Schweizer kommt gegen seinen Gegner nur am Anfang des ersten Satzes kurz unter Druck, als er drei Breakbälle abwehren muss. In den Achtelfinals wartet entweder Feliciano Lopez oder John Isner. Wie ein Eilzug: Federer lässt Santiago Giraldo keine Chance und steht im Achtelfinal. Am Ende gewinnt er gegen den Kolumbianer 6:3, 6:1, 6:3. Roger Federer hat auch in Runde 2 alles im Griff. Der Schweizer schlägt Gilles Muller aus Luxemburg 6:3, 7:5 und 6:3 und zieht in die nächste Runde ein. Dort trifft er entweder auf den Spanier Marcel Granollers oder den Kolumbianer Santiago Giraldo. Stan Wawrinka bleibt auch in der 2. Runde von Wimbledon siegreich. Der Schweizer schlägt den Taiwanesen Yen-Hsun Lu 7:6, 6:3, 3:6 und 7:5. In der nächsten Runde wartet Denis Istomin aus Usbekistan. Stanislas Wawrinka tritt in der 2. Runde gegen den Taiwanesen Lu Yen-Hsun an. Roger Federer gelingt der Auftakt in Wimbledon nach Mass. Er besiegt Paolo Lorenzi 6:1, 6:1, 6:3. Der Italiener hat einen schweren Stand. Stan Wawrinka startet mit einem 6:3, 6:4, 6:3-Sieg gegen Joao Sousa ins Turnier. Federer wirkt im Training in Wimbledon entspannt. Stan Wawrinka bekommt es in der ersten Runde von Wimbledon mit dem Portugiesen João Sousa (ATP 48) zu tun. Der siebenfache Champion Roger Federer trifft auf den Italiener Paolo Lorenzi (ATP 81). Im Viertelfinal könnten die beiden Schweizer aufeinandertreffen.

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Fehler gesehen?

Auf den Anpfiff schaffte es Roger Federer nicht auf sein Sofa. Nach seinem Dreisatzsieg gegen Tommy Robredo twitterte der Tennisstar um 18.11 Uhr von der Massageliege aus und wirkte schon da ziemlich angespannt. In diesem Stil ging es weiter.


Eventuell auf dem Weg zurück in die Unterkunft der Familie Federer wies er seine Fans kurz daraufhin, dass morgen der Viertelfinal von Wimbledon anstehe – gegen Stan Wawrinka!


Apropos Wawrinka. Der Romand, der am Dienstag etwas länger für seinen Achtelfinal-Sieg gegen Feliciano Lopez brauchte, entschied sich für dieselbe Matchvorbereitung. Im Gegensatz zu Federer verzichtete Wawrinka aber auf einen «Liveticker» aus seinem Hotel- oder Wohnzimmer. Er liess seine Follower am Ende aber wissen, wie traurig er über das Ausscheiden ist.


Zurück zu Federer. Mitte der zweiten Halbzeit gab es eine Motivationsspritze für die Schweizer Nati. Diego Benaglio musste in dieser Phase diverse Chancen von Lionel Messi und Co. entschärfen.


Dass es die Argentinier bis zur 75. Minute immer noch nicht schafften, Benaglio zu bezwingen, dürfte jemand besonders ärgern: Juan Martin del Potro, wie Federer ein grosser Fussballfan. Kurz nachfragen, wie es beim Tennis-Kollegen ausschaut.


Die Verlängerung ist zum Greifen nahe. Und Federer? Nervlich am Ende versteckt er sich unter einem Frottetuch (Mickey Mouse?) und sehnt die Erlösung herbei.


Die Verlängerung ist Tatsache, also rasch umschalten zum Spiel zwischen Rafael Nadal und Nick Kyrgios. «Für fünf Minuten. Wow, auch hier ist Nägelkauen angesagt. Sport ist grossartig», lautet sein Fazit. Übrigens: Wie für die Schweizer Nati ist auch für Nadal das Turnier vorbei. Er unterlag dem 19-jährigen Australier sensationell.


Weitere Kommentare zum Spiel bleiben von Minute 90 bis 120 aus. Wie alle Fans der Schweizer Nati war die Verlängerung auch für Federer der reinste Nervenkrieg. Als Blerim Dzemaili kurz vor Ende nur den Pfosten traf, dürfte sich auch der Maestro die Haare gerauft, vom Sofa aufgesprungen und geflucht haben. Wir hoffen aber, er hat sich die Tränen für den Wimbledon-Sieg am Sonntag aufgespart. Ganz der Gentleman ist er dann nach dem Schlusspfiff: «So hart, Gratulation an Argentinien. Danke der Schweiz für die grossartigen Momente.»


Die Antwort aus Argentinien traf erst nach Spielschluss ein. Ein Kompliment an die Schweizer Nati und die Erinnerung an Federer, dass er sein entscheidendes Spiel noch vor sich hat: «Deine Jungs haben ein grossartiges Spiel gezeigt. Viel Glück in Wimbledon.»

(als)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • winle am 02.07.2014 13:32 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Grund zum smilen

    Mindestens ist Nadal draussen.

  • Cornelius B. am 02.07.2014 14:40 Report Diesen Beitrag melden

    Die Leiden des jungen Federers?

    wie sehr er leidet? ich kann beim besten Willen nicht erkennen, dass Roger "leidet". Weder verbal noch auf Bildern...

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  • Cornelius B. am 02.07.2014 14:40 Report Diesen Beitrag melden

    Die Leiden des jungen Federers?

    wie sehr er leidet? ich kann beim besten Willen nicht erkennen, dass Roger "leidet". Weder verbal noch auf Bildern...

  • winle am 02.07.2014 13:32 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Grund zum smilen

    Mindestens ist Nadal draussen.