Frauenfinal

05. Juli 2014 16:20; Akt: 05.07.2014 16:38 Print

Kvitova zum zweiten Mal Wimbledonsiegerin

Petra Kvitova gewinnt in Wimbledon zum zweiten Mal nach 2011. Die 24-jährige Tschechin setzt sich im einseitigen Final in 55 Minuten 6:3, 6:0 gegen Eugenie Bouchard durch.

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Spalierstehen für die Gladiatoren: Novak Djokovic und Roger Federer an der Siegerehrung nach dem epischen Final. Seht, wie schön ich glänze! Der Challenge Cup, in die Höhe gestemmt von Novak Djokovic. Prinz William und Herzogin Kate verfolgen den Final ebenfalls, im Hintergrund die australische Tennislegende Rod Laver, der zweimal den Grand Slam schaffte. Unter die prominenten Finalzuschauer mischen sich auch Victoria Beckham und Schauspieler Samuel L. Jackson - und Bundesrat Ueli Maurer. Zum zweiten Mal nach 2011 jubelt in Wimbledon die Tschechin Petra Kvitova. Sie benötigte in ihrem zweiten Final nur gerade 55 Minuten für den Sieg gegen Eugenie Bouchard. Auch wenn die Haare fliegen, auf dem Platz wies die 24-Jährige ihre kanadische Widersacherin mit 6:3 und 6:0 deutlich in Schranken. Bouchard bekam in ihrem ersten Grand-Slam-Final eine harte Lektion erteilt. Er hadert mit sich selbst und überzeugt nur selten richtig: Novak Djokovic im Halbfinal von Wimbledon. Der Serbe hat gegen den starken Bulgaren Grigor Dimitrov mit sich und dem rutschigen Terrain zu kämpfen. Auch neues Schuhwerk verbessert den Grip nicht wirklich. Am Ende reicht es aber doch für den Djoker. Der topgesetzte Serbe steht im Final und trifft dort auf Roger Federer. Dimitrov spielt zwar in seinem ersten Grand-Slam-Halbfinal gut, der Bulgare muss sich aber dennoch geschlagen geben. Das muss auch Freundin Maria Scharapowa zur Kenntnis nehmen. Petra Kvitova gewinnt das tschechische Duell gegen Lucie Safarova 7:6, 6:1 und steht im Final. Dort trifft sie auf Eugenie Bouchard, die Simona Halep 7:6, 6:2 schlägt. Der Titelverteidiger scheidet aus: Andy Murray ärgert sich über die Niederlage gegen Grigor Dimitrov. Der Bulgare kann es fast nicht glauben, dass er den Titelverteidiger souverän in drei Sätzen bezwingen konnte. Beinahe auch ins Stolpern geraten wäre Novak Djokvoic, der Serbe zog gegen Marin Cilic aber noch einmal den Kopf aus der Schlinge. Aus der Traum vom erneuten Final: Sabine Lisicki scheitert im Viertelfinal von Wimbledon an der Rumänin Simona Halep 4:6, 0:6. Da schüttelt es Rafael Nadal. Der Spanier fliegt im Achtelfinal in Wimbledon raus. Der Spanier unterliegt dem 19-jährigen Australier Nick Kyrgios (ATP 144!) 6:7 (5:7), 7:5, 6:7 (5:7), 3:6. Der volle Einsatz nützt Maria Scharapowa nichts. Die French-Open-Siegerin verliert in den Wimbledon-Achtelfinals gegen die Deutsche Angelique Kerber 6:7 (4:7), 6:4, 4:6. Mit Sabine Lisicki ist eine weitere Deutsche in den Viertelfinals. So freut sich die Deutsche Sabine Lisicki über ihren Sieg gegen Ana Ivanovic. Andy Murray geriet zwar etwas in Schieflage, setzte sich letztlich aber souverän gegen den Südafrikaner Kevin Anderson 6:4, 6:3, 7:6 durch. Da hilft auch der Schrei beim wuchtigen Aufschlag nichts: Serena Williams ist in Wimbledon bereits ausgeschieden. Die Weltnummer 1 stolpert überraschend über die Französin Alizé Cornet, die eine innige Beziehung zum heiligen Rasen von Wimbledon pflegt. Trotz Stolperers: Rafael Nadal zieht gegen Michail Kukuschkin erstmals seit 2011 in den Achtelfinal ein. Da hat die Nadal-Fans wohl ein Kollege in Stich gelassen - aber vielleicht holt er sich in diesem Moment gerade ein Bier. Aua! Novak Djokovic fällt gegen Gilles Simon hin, worauf ihn die Schulter schmerzt. Trotzdem gewinnt er das Drittrundenspiel gegen den Franzosen klar in drei Sätzen. Feurig wie eh und je: Lleyton Hewitt heizt sich und das Publikum an, zum Sieg gegen den Polen Jerzy Janowicz reichts dennoch nicht. Der australische Kämpfer verliert in fünf Sätzen. Royale Unterstützung für Caroline Wozniacki: Der dänische Kronprinz Frederik (Mitte) verfolgt das Spiel seiner Landsfrau gegen die Kroatin Ana Konjuh. Der adlige Glücksbringer hilft, Wozniacki gewinnt 6:3, 6:0. Haarige Sache: Wenn Dominika Cibulkova wie hier gegen Lucie Safarova (4:6, 2:6) serviert, ist auf ihrem Kopf einiges los. Fast kein Tag ohne Regen in London. Nadal muss gegen Rosol wieder kämpfen - vor zwei Jahren hatte ihn dieser noch bezwungen. Serena Williams präsentiert eine Sieges-Pirouette nach dem Triumph gegen Chanelle Scheepers. Auch auf Rasen geschmeidig unterwegs: Novak Djokovic wurde in der 2. Runde einiges abverlangt von Radek Stepanek. Stepanek sorgt auf dem Centre Court wie meistens für gute Unterhaltung. Hier schaut er bei einer auf dem Grossbildschim eingespielten Challenge ganz genau hin. Der Titelverteidiger zeigt Biss: Andy Murray fegt Blaz Rola 6:1, 6:1, 6:0 vom Platz. Koffer packen heisst es bereits für David Ferrer. Der Weltranglistensiebte unterliegt überraschend dem Russen Andrej Kusnezow (ATP 118) in fünf Sätzen. Ernests Gulbis hadert mit sich selbst. Die lettische Weltnummer 10 scheitert in der zweiten Runde am Ukrainer Sergej Stachowski, der im vergangenen Jahr Roger Federer schlug. Rafael Nadal gerät im ersten Match gegen den Slowaken Martin Klizan in Schieflage, befreit sich jedoch. Fans von Lleyton Hewitt in Vorfreude auf das Spiel gegen Michal Przysiezny. Diesen Ball hau ich dir um die Ohren, scheint Donald Young vielleicht zu denken. Kaum Schweiss fliesst in der ersten Runde bei Novak Djokovic. In knapp 90 Minuten fegt er Andrej Golubev vom Platz. Andy Murray muss sich mächtig strecken. Ekatarina Makarova scheint mit ihrer Leistung überhaupt nicht zufrieden. Titelverteidiger Andy Murray entspannt sich beim Training. Auch Roger Federer scheint es locker zu nehmen. Bleibt vom Rasen weg: Die Anweisung vor dem Turnier ist klar. Der königliche Rasen ist bereit. Warum so ernst? Fühlt sich Djokovic bei seiner Pause zu sehr beobachtet? Meditiert hier Murray am Netz oder dehnt er sich? So ganz offensichtlich ist das nicht.

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Die Linkshänderin aus Bilovec zeigte im Final eine nahezu perfekte Leistung. In weniger als einer Stunde schlug sie unglaubliche 28 direkte Winner (4 Asse) und nur 12 unerzwungene Fehler. Dem hatte die vier Jahre jüngere Kanadierin nichts entgegenzusetzen. Kvitova, die am Montag neu die Nummer 4 der Welt sein wird, musste im gesamten Turnier einzig in der dritten Rune gegen die fünffache Siegerin Venus Williams einen Satz abgeben.

Für Bouchard verlief ihr erster Grand-Slam-Final, für den ihre drei Geschwister aus Kanada nach London flogen, enttäuschend. Trotz total nur vier einfachen Fehlern hatte sie nicht den Hauch einer Chance. Sie kann sich damit trösten, dass sie am nächsten Montag als Nummer 7 so gut klassiert sein wird wie noch nie eine Kanadierin.

(sda)