Warnung von «Ramses»

02. Dezember 2011 13:18; Akt: 02.12.2011 13:33 Print

Kadyrow will sich um Tschagajew «kümmern»

Xamax-Präsident Bulat Tschagajew wird indirekt mit dem Tod bedroht. Und zwar von niemand Geringerem als vom tschetschenischen Präsidenten Ramsan Kadyrow – seinem ehemaligen Partner bei Terek Grosny.

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Tschetscheniens Präsident Ramsan Kadyrow (l.) drohte Xamax-Boss Bulat Tschagajew. (Bild: Keystone)

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Die Schlagzeilen um Bulat Tschagajew werden immer grotesker. Der Xamax-Präsident muss mittlerweile offenbar sogar um sein Leben fürchten. Was war passiert? Am 12. Oktober traf sich der tschetschenische Präsident Ramsan Kadyrow in Grosny mit europäischen Gästen. In einer Rede bedrohte er dabei seinen ehemaligen Freund indirekt mit dem Tod.

«Wir würden Tschagajew gerne in der Türkei haben. Dort ist es einfacher, sich um ihn zu kümmern», zitiert «Le Matin» den tschetschenischen Präsidenten. Die Türkei werde oft als Operationsbasis für die schmutzige Arbeit des Mafia-Regimes benutzt, berichtet das Blatt weiter. Auch der tschetschenische Sportminister Chaidar Alkhanow war bei diesem Treffen dabei. Dieser will mit der ganzen Sache jedoch nichts zu tun haben. «Dies ist eine private Sache zwischen unserem Präsidenten und Herrn Tschagajew. Wenn Missverständnisse vorherrschen, müssen sie diese ohne unsere Unterstützung lösen», so Alkhanow im «Le Matin».

In einem Fernsehinterview betonte Kadyrow auch nochmals, dass «Bulat mein Geld gegessen hat». Die beiden waren vor nicht allzu langer Zeit beim Fussballverein Terek Grosny als gemeinsames Führungsduo tätig. Nachdem Tschagajew im Mai bei Neuchâtel Xamax als Investor einstieg, war die Freundschaft zu Ende.

Wachen vor der Waadtländer Villa

Ob Tschagajew die indirekte Morddrohung ernst nimmt, ist nicht bekannt. Dass er sich aber in der Schweiz nicht allzu sicher fühlt, ist offensichtlich. Vor seiner Villa im waadtländischen St-Sulpice patrouillieren ständig drei Wachen. Nachbarn sollen sich bei den Dorfbehörden auch schon beschwert haben, dass die bewaffneten Männer die Idylle an den Gestaden des Genfer Sees stören.

Gemäss der Genfer und Neuenburger Polizei besteht jedoch keine unmittelbare Gefahr für Tschagajew. «Das kann ich weder bestätigen noch dementieren», sagt Genfs Polizeichef François Schmutz. Der Xamax-Boss besitzt in der Rhonestadt vier Firmen. Auch im Kanton seines Fussballvereins weiss man nichts von einer Bedrohung gegen den Xamax-Boss. «Wir haben keine Informationen, dass Herr Tschagajew bedroht wird und wurden auch nicht um besondere Massnahmen angefragt», so der stellvertretende Neuenburger Polizeikommandant Pascal Lüthi.

(heg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Aduele am 02.12.2011 14:32 Report Diesen Beitrag melden

    Pol. Asyl

    Morgen geht ein Antrag auf pol. Asyl bei den CH-Behörden ein. Wegen Gefährdung von Leib und Leben von Pulat T.

  • Beobachter am 02.12.2011 15:16 Report Diesen Beitrag melden

    Schöne Inszenierung

    Da Bulat Tschagajew offensichtlich keine Aufenthaltsbewilligung mehr hat so muss er ja bedroht werden damit man ihn nicht ausweisen kann. Gut inszeniert, Bravo

  • Dänu vo Bern am 02.12.2011 14:46 Report Diesen Beitrag melden

    Klever Herr Tschagajew

    Da er nun in seiner Heimat um sein Leben bangen muss, bekommt er in der Schweiz asyl. Klever dieser Tschagajew! Am Ende haben wir alle Schurken hier?! Aber das wollen unsere Regierung und unsere Richter so.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Fabian Egger am 02.12.2011 22:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Fussball leidet - ein Traditionsklub stirbt

    Die ganze Geschichte nimmt immer groteskere Züge an. Wahnsinn. Schade nur, dass ich Xamax-Fan bin und wohl bald war und dies aus dem Grund, dass es Xamax nicht mehr geben wird...

    • herb am 03.12.2011 02:06 Report Diesen Beitrag melden

      Fussball lebt nicht

      Fussball kann nicht leiden, weil Fussball keine Person ist. Ein Club kann nicht sterben, weil er kein Mensch ist.

    • brandal am 05.12.2011 10:42 Report Diesen Beitrag melden

      @herb

      Du bist wohl kein Fussballfan, sonst würdest du nicht so daherreden. Wie heisst es so schön: Wenn man nichts gescheites zu sagen hat, einfach mal die Klappe halten.

    einklappen einklappen
  • Fritz Husy am 02.12.2011 16:57 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht verwunderlich

    Alle in Russland wissen, dass die reichen Tschetschenen gefürchtete Leute sind. Und ausgerechnet in der Schweiz empfängt man einen reichen Tschetschenen als Fussballboss. Etwas Dümmeres und Gefährlicheres konnte man nicht machen!

  • Beobachter am 02.12.2011 15:16 Report Diesen Beitrag melden

    Schöne Inszenierung

    Da Bulat Tschagajew offensichtlich keine Aufenthaltsbewilligung mehr hat so muss er ja bedroht werden damit man ihn nicht ausweisen kann. Gut inszeniert, Bravo

  • Bruno am 02.12.2011 15:09 Report Diesen Beitrag melden

    Hallo??!!??

    Wo leben wir eigentlich? Was sind das für Leute? Da bleibt mir die Spucke weg, schlicht sprachlos!

  • Dänu vo Bern am 02.12.2011 14:46 Report Diesen Beitrag melden

    Klever Herr Tschagajew

    Da er nun in seiner Heimat um sein Leben bangen muss, bekommt er in der Schweiz asyl. Klever dieser Tschagajew! Am Ende haben wir alle Schurken hier?! Aber das wollen unsere Regierung und unsere Richter so.