Hirnerschütterungen im Eishockey

29. Januar 2010 15:49; Akt: 29.01.2010 15:49 Print

«Ein grosser Wurf ist utopisch»

von Reto Fehr - Über 20 Eishockeyspieler in der National League A litten diese Saison bereits an einer Hirnerschütterung. Eine erschreckende Zahl. Gegenmassnahmen gäbe es - doch diese umzusetzen ist schwierig.

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Eishockeyspieler (wie hier Julien Sprunger) werden auch in naher Zukunft mit Hirnerschütterungen rechnen müssen.

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Der Eishockeysport hat sich in den letzten Jahren weiter entwickelt. Er ist athletischer geworden, die Spiele dynamischer. Leider steigt dadurch auch die Verletzungsgefahr. Aktuelles Thema in der National League A sind Hirnerschütterungen. Der Facharzt für Neurologie Reto Agosti fordert «schärfere Massnahmen». Er liefert auch gleich einige Vorschläge: «Die Muskulatur im Nackenbereich muss gestärkt werden», «mehr Polsterung im Helm würde helfen» oder «die Bande selbst könnte gepolstert werden».

Hört sich gut an, doch das umzusetzen ist nicht ganz so einfach. «Man kann das Problem mit den Hirnerschütterungen nicht von heute auf morgen beseitigen. Ein grosser Wurf ist utopisch. Aber wir arbeiten daran», verspricht Dr. Jean-Claude Küttel, Leiter Medizin der National League gegenüber 20 Minuten Online. «Wenn wir das Problem schnell lösen könnten, wäre ich sofort dabei, aber ich wüsste nicht wie.»

Prävention, Regeländerungen, Kampagnen

Der Kampf gegen Hirnerschütterungen im Eishockey wird noch lange dauern. Man hat auch schon in unteren Ligen Versuche gestartet mit einer roten Linie einen Meter von der Bande entfernt. In jener Zone sind dann Checks nicht mehr erlaubt. Aber auf Profistufe ist so eine Regel kaum umsetzbar. «Wir versuchen es mit Prävention, Regelanpassungen oder Kampagnen», so Küttel.

Allerdings sei zum Beispiel ein besserer Schutz bei der Ausrüstung nicht grundsätzlich besser. «Ein guter Schutz kann ein falsches Sicherheitsgefühl vermitteln und so hat es bei entsprechenden Regeländerungen in der Vergangenheit auch schon eine Zunahme der Verletzungen gegeben.» Immerhin wird beispielsweise der Crosscheck von hinten seit einigen Jahren härter bestraft. «Diese Regeländerung geschah auch aufgrund des Drucks der Ärzte.»

Langwierige Regeländerungen

Da Regeländerungen aber ihre Zeit brauchen und es grosse Unterstützung braucht, um beim Internationalen Eishockeyverband etwas zu erreichen, muss man sich mit kleinen Schritten zufrieden geben. «Wir versuchen, momentan die richtige Nachbehandlung sicher zu stellen», erklärt er. So ist auf der Website des Schweizerischen Eishockeyverbands seit Ende 2009 eigens eine Rubrik zum Thema aufgeschaltet worden. Dort findet man alles, was man zum Thema Hirnerschütterungen wissen muss.

So zum Beispiel auch das «Return to Play»-System, nach welchem ein betroffener Spieler sich verhalten sollte. «Wir haben keine Weisungsbefugnis, aber die Klubärzte der National League arbeiten gut zusammen», so Küttel. Seit einigen Jahren gibt es auch eine Task Force Concussion, welche sich mit dem Thema beschäftigt und bei Medical-Days Klub- und Verbandsärzte über die neusten Erkenntnisse informiert oder Lösungsvorschläge bespricht.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • dario bärtsch am 30.01.2010 09:24 Report Diesen Beitrag melden

    es ist hald so

    jeder der eishockey spielt hat damit zu rechnen das er eine check bekommt dass gehört nunmal dazu ich spreche aus erfahrung!!!!!

  • Sandro Romagnoli am 25.01.2010 15:27 Report Diesen Beitrag melden

    Sind wir beim Fussball?

    Dass beim Fussball jemand liegen bleibt ist klar, da es nicht wirklich ein Sport für "richtige" Männer ist. Heult jemals ein Eishockeyspieler wegen eines zu harten Fouls à la Chrisiano Ronaldo? Nein, Eishockey ist hart und soll es auch bleiben, für den Rest haben wir Fussball.

    einklappen einklappen
  • the one am 25.01.2010 15:41 Report Diesen Beitrag melden

    Sind wir schon....

    .... beim Fussball? Eishockey ist spannend gerade deswegen. Da stellt sich die Frage Mann oder Maus? Hockey soll unbedingt so bleiben und nicht sich dem Fussball angleichen. Am Schluss wird noch das Vid abgeschafft und es gibt Nachspielzeit wegen Fouls!! Unglaublich!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Märcu am 31.01.2010 16:52 Report Diesen Beitrag melden

    Spiele selbst...

    Eishockey. Und Natürlich ist man sich der Gefahr einer Verletzung vollstenz Bewusst. Jeder der Eishockey Spielt hatte Bestimmt schon einmal eine Verletzung. Es ist aber Fakt das viele dieser Hirnerschütterungen durch unfaire (Ellbogen, zu späte Checks) und völlig übertriebenen Checks zustande kommen. Und das ist etwas was ich nicht gerne einfach so in Kauf nehme. Einen Fairen Check steckt man meistens locker weg. Was ich aber in den unteren Liegen schon für Verletzungen gesehen habe, ist sehr Bedenklich und geht oft auch Böse aus.

  • dario bärtsch am 30.01.2010 09:24 Report Diesen Beitrag melden

    es ist hald so

    jeder der eishockey spielt hat damit zu rechnen das er eine check bekommt dass gehört nunmal dazu ich spreche aus erfahrung!!!!!

  • M.Z am 30.01.2010 07:08 Report Diesen Beitrag melden

    Strafen

    Ich denke, jedem Spieler sind die Risiken bekannt. Aber durch das immer schneller werdende Hockey, steigt auch die Gefahr von Verletzungen. Man müsste vielleicht schon etwas an der Ausrüstung verbessern, sonst gehen uns irgendwann die Spieler aus.

  • peter normal am 29.01.2010 20:13 Report Diesen Beitrag melden

    jeder

    der eishockey spielt, kennt die ursachen die passieren können und wenn er sie nicht weiss dann spielt er den falschen sport ;)

  • Daniel Weder am 29.01.2010 17:24 Report Diesen Beitrag melden

    Hockey

    Diese Fouls sollten schärfer bestraft werden.Wenn ein Spieler mit einem Check einen Spieler verletzt nachher bekommt er Einzelrichter 2-3 Spielsperren und wennsgut geht 1000.00Fr. Busse!!!!! und das bei einem Einkommen von mehreren 100000Fr. Es darf gelacht werden.