Zug-Goalie Tobias Stephan

16. April 2019 14:52; Akt: 16.04.2019 14:52 Print

«Es liegt an mir, das Gegenteil zu beweisen»

von Marcel Allemann - Tobias Stephan gilt als der beste Schweizer Goalie, der noch nie Meister war. Kann er diesen Schönheitsfehler in seiner Biografie nun korrigieren?

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Es gibt einige böse Analytiker, die behaupten, mit Stephan könne man nicht Meister werden. Ihm fehle für die ganz grossen Spiele im Playoff das gewisse Etwas, das die ganz grossen Torhüter auszeichne. Das ist wirklich sehr böse.

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Denn vielleicht war Stephan jeweils einfach auch nur zur falschen Zeit am falschen Ort. Er stand beispielsweise nie bei einem Verein der grossen vier (Bern, ZSC, Davos, Lugano) unter Vertrag, die in diesem Jahrtausend alle Meistertitel unter sich ausgemacht haben.

«Ich habe Fehler gemacht, das streite ich nicht ab»

Und was sagt Stephan selbst zu dieser Debatte? Im Gegensatz zu anderen Goalies in der Liga stellt er sich auch während des Playoffs den Medien. Er äussert sich sogar zu solchen wenig schmeichelhaften Themen. «Klar habe ich Fehler gemacht im Playoff, das streite ich nicht ab. Aber die Analysen, die da teilweise getätigt werden, sind etwas leichtfertig. Man kann nicht meine gesamte Karriere auf einige Sachen reduzieren, sondern muss jede Playoff-Serie jeweils einzeln anschauen», fordert Stephan.

Der 35-Jährige sagt aber auch: «Es liegt an mir, das Gegenteil zu beweisen, und es freut mich, dass ich in diesem Jahr eine weitere Chance dazu habe.» Der Goalie des EV Zug könnte nun auch zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Trotz der 2:3-Niederlage nach Verlängerung vom Samstag im zweiten Finalspiel gegen den SC Bern sehen viele den EVZ hinsichtlich des Meistertitels weiterhin im Vorteil.

Bis jetzt mit Genoni auf Augenhöhe

Fakt ist auch: Stephan spielt eine Topsaison und stellt dies bislang auch im diesjährigen Playoff eindrücklich unter Beweis. In den Viertelfinals war er besser als Luganos Elvis Merzlikins, im Halbfinal stellte er Lausannes Sandro Zurkirchen in den Schatten, und im Final bewegt er sich bislang mit Berns Leonardo Genoni, der nächste Saison in Zug sein Nachfolger wird und wegen dessen Ankunft er genötigt wurde, nach Lausanne zu wechseln, auf Augenhöhe.

«Ich bin mehr oder weniger zufrieden mit meinen Leistungen», sagt Stephan. Dies sei jedoch nicht nur sein Verdienst: «Ich werde gut unterstützt von meiner Mannschaft, das macht es einfacher. Sollten meine Vorderleute zwischendurch mal weniger gut funktionieren, ist es meine Aufgabe, dies zu korrigieren. Es ist ein Geben und ein Nehmen zwischen der Mannschaft und dem Goalie.»

«Meine Lust auf den Titel ist riesig»

Zweimal stand Stephan zuvor in einem Playoff-Final, zweimal musste er am Ende dem Gegner zum Titel gratulieren. Jeweils dem SC Bern. 2010 verlor er mit Servette 3:4, 2017 mit Zug 2:4. Werden für ihn nun aller guten Dinge drei? Klappt es für den Mann, der in der Schweizer Goaliehierarchie stets ein wenig im Schatten anderer (Gerber, Hiller, Genoni, Berra) stand, beim dritten Anlauf im Final und beim dritten Versuch gegen den SCB?

Einen Fortschritt hat Stephan schon mal erlebt. Durch den 4:1-Sieg im Auftaktspiel konnte er erstmals überhaupt in einer Playoff-Finalserie in Führung gehen. Doch kaufen kann er sich davon nichts. Die entscheidenden Spiele, die darüber richten, ob aus Stephan mit seinen 35 Jahren doch noch ein Meister-Goalie wird, folgen jetzt.

«Meine Lust auf den Titel ist riesig», sagt Stephan. Er stellt jedoch in Abrede, dass es für ihn eine besondere Genugtuung wäre, seine Kritiker endlich mundtot machen zu können: «Es geht nicht darum, dass ich es allen zeigen will, sondern ich will es für die Mannschaft, den ganzen Staff und mich persönlich.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sven am 16.04.2019 15:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehe ich anders

    Ich sah das Problem bei Zug eher in der Verteidigung als zwischen den Pfosten. Der beste Torhüter kann nicht zeigen was er kann, wenn die Verteidigung ihn im Stich lässt. Und was das angeht, hat Zug in den letzten Jahren einen riesigen Schritt vorwärts gemacht.

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  • SCB Fan am 16.04.2019 15:25 Report Diesen Beitrag melden

    Einer der Besten

    Ohne Zweifel einer der Besten Torhüter die das Schweizereishockey hat ohne Frage. Schade das es bei ihm noch die für den Pokal gerreicht hat...

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  • Obelix am 16.04.2019 15:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und das ist keine Lüge

    Eines darf ich ganz bestimmt sagen Zug ist viel besser geworden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • EVZ-Fan am 17.04.2019 13:01 Report Diesen Beitrag melden

    Beweis erbracht

    Stephan beweist gerade, dass man mit ihm nicht Meister werden kann. Klar sind die Verteidiger des EVZ auch sackschwach und vorne werden keine Tore gemacht. Aber ein Genoni hält eben auch, wenn seine Vorderleute versagen, das macht dann eben den Unterschied... Ich wünsche mir, dass ab Morgen Aeschlimann im Tor steht, schlimmer kann es nicht werden, Meister wird der EVZ sowieso wieder nicht!

  • Bearth Gabriel am 17.04.2019 12:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kopf hoch

    kopf hoch tobias stephan du wirst die zuger zum titel führen du kanst das ich glaub an dich hop zug zug ole

  • Bloom am 17.04.2019 06:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Neutrale Zone - zu viel Risiko

    Zug verliert das Spiel jeweils in der neutralen Zone - nehmen zu viel Risiko, Scheibenverlust und es schlägt ein.

  • De Salzi am 16.04.2019 20:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kommt gut diese Saison

    Stephan sollte nicht "Drake" hören, dann klappt das schon noch mit dem Titel! ;)

  • Trollgeflüster am 16.04.2019 20:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So ist es...

    Er ist der beste schweizer Torhüter, der zu wenig kann, um ein Meister-Goalie zu sein...