Simon Gamache

27. Februar 2011 22:45; Akt: 27.02.2011 21:49 Print

«Für schlechte Gefühle hat es keinen Platz»

von Peter Berger - Zwei Tore, ein Assist – Simon Gamache war Matchwinner beim 3:1 über die SCL Tigers. Dabei wird der Kanadier beim SC Bern bloss geduldet.

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Die beiden SCB-Torschützen vom Samstag: Pascal Berger und Matchwinner Simon Gamache (r.). (Keystone)

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Simon Gamache, nach Ihrem letzten Spiel am 21. Januar gaben Sie nun eine eindrückliche Antwort auf die Verbannung.
Simon Gamache: Ich bin sehr stolz auf meine Linie mit Ryan Gardner und Pascal Berger. Wir haben alle drei Tore erzielt. Aber Eishockey ist ein Teamsport, es braucht 25 Spieler, um gewinnen zu können.

Sie kamen nur ins Team, weil Brett McLean und Jean-Pierre Vigier verletzt sind.
Ich spielte am Samstag, so weit so gut. Wie es weitergeht, weiss ich nicht.

Letzte Saison durften Sie in den Playoffs erstmals im Halbfinal mittun und erzielten gleich drei Tore.
Ja, die Situation war ähnlich. Sicher bin ich glücklich, dass mir zwei Tore gelangen, das leugne ich nicht, aber es ist bloss ein guter Start für das Team.

Aber Ihre Situation kann nicht befriedigend sein.
Klar ist es schwierig. Ich muss zum zweiten Jahr in Folge irgendwie überleben.

Wie machen Sie das?
Ich bereite mich zuhause mental vor, fokussiere mich immer wieder neu. Ich denke mir Spielszenen aus und versuche diese zu visualisieren.

Sie weilten zuletzt zwölf Tage in Kanada. Hat das geholfen, um abzuschalten.
Nun, es gibt immer zwei Seiten. Über die schwierige, familiäre Zeit werde ich vielleicht in ein paar Monaten etwas ­sagen. Physisch waren die Tage auch hart. Zuhause in Thetford Mines war es minus 25 Grad, ich habe bloss dreimal für mich trainiert.

Dafür mussten Sie Coach Larry Huras nicht sehen.

Ja, wir vermissten einander (schmunzelt).

Haben Sie keine schlechten ­Gefühle?
Nein, es ist Playoff. Da hat es keinen Platz für so etwas. Ich will nicht lügen: Natürlich ist es hart, wenn man merkt, dass die Führung in Bezug auf die eigene Person – wie soll ich sagen? – nicht enthusiastisch ist. Aber so ist es, ich kann es nicht ändern. Ich kann nur mein Bestes geben. Und das werde ich weiterhin tun.