Steve McCarthy

17. April 2012 23:23; Akt: 18.04.2012 00:03 Print

«Ich bin sprachlos»

Die ZSC Lions können es nach der Finalissima kaum glauben: 2,5 Sekunden vor Schluss fällt das Tor zum Meistertitel. Der Freudentaumel ist riesig - vor allem beim Mann des Spiels.

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In Extremis gewinnen die ZSC Lions die Finalissima gegen Bern und werden Schweizer Meister 2012: 2,5 Sekunden vor Schluss erzielt Steve McCarthy den entscheidenden Treffer. Kurz vor 2 Uhr kamen die Meisterhelden in Zürich Oerlikon an und präsentierten den geduldigen Fans vor der Halle 9 den Meisterpokal. Torhüter Lukas Flüeler wird von den Fans herzlich umarmt. Der Pokal ging in dieser langen Nacht durch viele Hände. Sogar die Fans durften das Objekt anfassen. Meister-Trainer Bob Hartley posierte geduldig für Erinnerungsfotos. Gewohnt ruhig feierte Goalie-Legende Ari Sulander. Ein Bier genehmigte sich der nun vierfache Schweizer Meister dann aber doch. Mathias Segers Meisterurschrei kennen die Fans bereits. Genug davon werden sie wohl nie kriegen. Schon in der Kabine wude ausgiebig gefeiert. Ob nun Lukas Flüeler mit einem Bier... ...oder Andres Ambühl mit einer Zigarre: Die Spieler wissen den Sieg zu feiern. Ari Sulander kann in seiner letzten Saison bei den ZSC Lions noch einen Meistertitel feiern. Captain Mathias Seger erhält in der Berner PostFinance-Arena den Pokal. Seger übergibt die Trophäe sofort Patrik Bärtschi weiter, der sie in die Höhe streckt. Es ist sein erster Meistertitel. Auch Bob Hartley darf den Pokal mal halten. Ebenso wie Torschütze Steve McCarthy. Für die Berner ist die Niederlage natürlich hart - Etienne Froidevaux ist den Tränen nahe. Auch Tristan Scherwey ist die Enttäuschung anzusehen. Ganz anders geht es den Lions nach dem entscheidenden Treffer. Es hält keinen Spieler mehr auf der Bank. Ein Rückblick auf den Spielverlauf: Die Spannung war in der PostFinance-Arena bereits vor der Partie spürbar. Sowohl bei den Bern-Fans ... ... als auch bei den Anhängern der ZSC Lions. Auf beiden Seiten ... ... wurden kreative Transparente die Höhe gestreckt. Die Berner erwischten eigentlich den besseren Start. Doch nach einem 1:0-Treffer von Mark Bastl hatten die Lions nach dem ersten Drittel die Oberhand. So hatten sich die Gäste aus Zürich das vorgestellt. Viel länger als die Drittelspause hielt die Freude der Lions aber nicht an. Berns Ivo Rüthemann erzielte bereits in der 22. Minute den Ausgleich zum 1:1. Nach der schnellen Rückkehr blieb der SCB das stärkere Team. Trotz zweimaliger Überzahl gelang ihnen der zweite Treffer im zweiten Drittel aber ebenso wenig wie den Zürchern. Ari Sulander verfolgte sein allerletztes Spiel im Kader der ZSC Lions von der Bande aus. Im dritten Abschnitt war beiden Teams die Anspannung anzumerken. Trotzdem suchten beide Mannschaften den zweiten Treffer. Aber Marco Bührer und sein Gegenüber Lukas Flüeler liessen lange keine weiteren Treffer zu. Dann kam aber doch noch vor der Verlängerung die Entscheidung: Steve McCarthy schiesst die ZSC Lions zum 7. Meistertitel der Klubgeschichte.

Die besten Bilder der Finalissima in Bern.

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Im letzten Spiel der Serie holten sich die Zürcher nur 2.5 Sekunden vor dem Schlusspfiff den Eishockey-Schweizermeistertitel. Die Löwen besiegen den SCB 2:1 und drehen eine Serie, in der sie mit 1:3 zurück lagen zu einem 4:3.

Steve McCarthy, der sich das entscheidende Tor gutschreiben lassen durfte, ist überglücklich: «Ich bin sprachlos. Ich schiesse normalerweise nicht so viele Tore und dann gelingt mir gleich das entscheidende.»

Eine verrückte Mannschaft

Bob Hartley überrascht diesen Erfolg nicht. Für ihn ist es das Resultat von harter Arbeit mit tollen Spielern in einer tollen Organisation. «Es ist eine verrückte Mannschaft, an die ich glaube. Ich sagte ihnen, dass wir die Schweizer Hockey-Welt schockieren werden. Wir haben den Leuten eine wichtige Lektion gelernt: Gib niemals auf.»

Grossen Anteil am Erfolg hat auch Lukas Flüeler. Der Goalie der ZSC Lions war in einem Spiel, das vom Gegner dominiert wurde, ein starker Rückhalt und der Grund dafür, dass die Zürcher nicht schon früh in Rückstand geraten waren. Flüeler gibt das Lob aber an seine Mannschaft weiter: «Wahrscheinlich haben die Verteidiger noch mehr Schüsse gehalten als ich. Dafür will ich mich bei ihnen bedanken.»

Berner als faire Verlierer

Captain Mathias Seger weiss, dass seine Mannschaft sich glücklich schätzen kann, dieses Spiel gewonnen zu haben. «Bern hat dieses Spiel dominiert. Sie hätten es verdient zu gewinnen.» Auf der anderen Seite gibt sich Ivo Rüthemann hingegen als fairer Verlierer: «Wir waren heute sicher in den ersten beiden Dritteln das bessere Team. Doch über die ganze Serie gesehen haben die Zürcher den Sieg nicht gestohlen. Sie haben gut gearbeitet und deshalb verdient gewonnen.»

(ivb)

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