Herzog nach Nati-Rauswurf

27. Dezember 2019 16:48; Akt: 27.12.2019 16:48 Print

«Ich habe nichts Schlimmes getan»

von Marcel Allemann, Davos - Bei der Nationalmannschaft ist Fabrice Herzog unerwünscht. Beim HC Davos will er diese Tage mithelfen, erstmals seit 2011 wieder den Spengler-Cup zu gewinnen.

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Es war am 24. Oktober dieses Jahres in Zürich. Swiss Ice Hockey lud zur Medienkonferenz, verkündete die Vertragsverlängerung bis 2024 mit Patrick Fischer. Der Nationaltrainer sprach dabei natürlich nicht nur über seinen neuen Kontrakt, sondern auch über die bevorstehende Heim-WM 2020 in Zürich und Lausanne. Und verriet dabei auch, wer bei ihm auf der Schwarzen Liste steht, für diese kein Thema ist.

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Fischers Schwarze Liste mit fünf Namen

Fischer nannte die Namen von Denis Malgin, Dean Kukan, Dominik Schlumpf, Simon Bodenmann und Fabrice Herzog. «Wenn ein Spieler ein Aufgebot erhält, dieser fit ist und nicht irgendein privates Problem vorliegt, aber er trotzdem nicht kommt, dann fehlt das Commitment für die Nati. Wir sind die Schweizer Nationalmannschaft und werden sicher bei niemandem ‹Bittibätti› machen», erklärte der Nationalcoach damals.

Und stellte den Vergleich zu NHL-Stars wie Roman Josi und Nino Niederreiter her: «Sie brauche ich jeweils gar nicht zu fragen, sie kommen ohnehin.» Fischer sagte auch: «Das Land hat es verdient, dass 25 Spieler in der Garderobe sitzen, die sich zur Nationalmannschaft bekennen und zwar immer.» Es waren Worte, die Malgin, Kukan, Schlumpf, Bodenmann und Herzog nicht sehr gut aussehen liessen in der Öffentlichkeit.

Held an der WM 2017 mit Doppelpack gegen Kanada

Fabrice Herzog sorgte einst für Furore in der Nati. Bei seiner ersten WM 2017 in Paris gelangen ihm, damals gerade mal 22-jährig, auf Anhieb drei Tore. Mit einem Doppelpack war er zudem der Held beim 3:2-Sieg nach Verlängerung gegen Kanada. Seine guten Leistungen bescherten dem Stürmer auch ein Aufgebot für die Olympischen Spiele 2018 in Pyeongchang. Er schien auf bestem Weg, ein Schlüsselspieler der Nati zu werden.

Doch eben, seit der Saison 2017/2018 sind keine weiteren Länderspiele mehr dazu gekommen. Stattdessen wurde Herzog von Fischer zur «persona non grata» erklärt. Doch was ist überhaupt geschehen? Und wie stellt sich der betroffene Herzog dazu, dass er an den Pranger gestellt wurde?

«Am Ende war es für beide Seiten okay so»

Stephanstag 2019 in Davos. Der HCD hat soeben sein Eistraining hinter sich gebracht und Herzog stellt sich professionell den unangenehmen Fragen. War es für ihn ein Schock, als Fischer ihn namentlich als unerwünschten Spieler nannte? «Nein, denn ich wusste es ja. Ich hatte zu jener Zeit ein Gespräch mit dem damaligen Nati-Chef Raeto Raffainer und am Ende war es für beide Seiten okay so.»

Was genau geschehen ist, will Herzog nicht sagen, er betont aber: «Ich habe nichts Schlimmes getan. Für sie hat es einfach nicht ganz gepasst, wie es für mich gepasst hat. Es war ein wenig eine Misskommunikation.»

Nati-Rückkehr in der Saison 2020/21?

Patrick Fischer hatte bei besagter Medienkonferenz erklärt, dass der Nati-Bann für Herzog und Co. bis zur Heim-WM 2020 gelte, «danach werden wir das wieder neu anschauen.» Kann sich der inzwischen 25-Jährige denn in der Saison 2020/21 eine Rückkehr ins Nationalteam vorstellen? «Auf jeden Fall. Wenn Patrick Fischer wieder auf mich zukommt und mir sagt, dass er einen Schwamm über die Sache macht, dann bin ich natürlich wieder dabei. Bei jedem Zusammenzug.»

Speziell macht die ganze Situation, dass seine aktuellen Vorgesetzten in Davos bis im vergangenen Frühling noch Fischer-Vertraute beim Nationalteam waren. Sein Trainer Christian Wohlwend als Fischers Assistent, sein Sportchef Raffainer zuvor als Nati-Chef. «Das war überhaupt kein Problem, ich hatte es immer gut mit beiden», hält Herzog fest.

Beim zweiten Anlauf den Spengler-Cup gewinnen

Im Fokus steht Herzog dieser Tage auch ohne Nationalteam. Der Grund ist der Spengler-Cup. Für den Thurgauer, der im Sommer von den ZSC Lions in den Bündner Wintersportort gewechselt hat, ist es der zweite nach 2017. Damals noch beim einmaligen Auftritt der Nati in Davos. «Vor zwei Jahren war ich beim Spengler-Cup im Final. Nun möchte ich ihn gewinnen», sagt Herzog voller Tatendrang.

Während seinen vier Jahren bei den ZSC Lions war Herzog oft ein Rätsel. Zwischendurch, etwa beim Meistertitel 2018, wurde er mit seinen Leistungen zum «Herzog von Zürich». Es gab aber auch immer wieder Phasen, in denen der bereits schon zweifache Familienvater komplett abtauchte. Etwa in der letzten Saison. Beim HCD hat sich Herzog mit 7 Toren und 8 Assists in 29 Spielen gut eingefügt, auch wenn er selbst findet, «es könnte natürlich immer noch besser sein.»

Eishockey

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mike Geyer am 27.12.2019 17:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fischer

    ist top! Für mich die beste Wahl als Naticoach,. Und recht hat er, wenn die Spieler das Natileibchen überstreifen sollen sie stolz darauf sein in dieser Mannschaft zu spielen. Das ist der kleine Unterschied zur Fussballnati!!

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  • Andreas am 27.12.2019 17:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bittibätti

    Herr Fischer ist für mich kein Symphatiehaufen. Aber recht hat er, Bittibätti machen ja nicht.

  • Nando am 27.12.2019 18:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Interessant?

    wenn die News sich beschränken auch "ich habe nichts schlimmes gemacht", und nicht mehr rauskommt, ist es keine Schlagzeile wert. sorry aber dieser Bericht sagt null und nichts aus...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mozzi am 29.12.2019 13:51 Report Diesen Beitrag melden

    Warum an die Öffendlichkeit

    Herzog schweigt eisern! recht so!! Zeigt Grösse! Warum stellt Fischer Herzog öffendlich in Medieninfo an den Prager? Um Herzog eins auszuwischen Fischer soll Pflichtbewusst und Zielstrebig seine Pflichten erfüllen und die langersehnte Goldmedaile holen!

    • Hubi am 29.12.2019 17:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mozzi

      Richtig! Guter Kommentar

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  • Hubi am 28.12.2019 21:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fischer raus

    Fischer raus. Das kann man so nicht machen!

  • Nicole am 28.12.2019 14:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Top

    Da hat Fischer absolut richtig gehandelt. Klar würde jeder gerne an der Heim WM in Team sein. Aber Fischer nimmt nur solche in die Mannschaft welche jedem Aufgebot folgen und das ist auch richtig so. Die Spieler können ja auch sagen dass sie nicht mehr aufgeboten werden wollen wie damals Wick oder in der CH Nati Bürki. Und ganz ehrlich, Herzog ist weit von seinem besten Niveau entfernt und hätte un der Nati nichts verloren.

  • Tinu am 28.12.2019 11:48 Report Diesen Beitrag melden

    Bittibätti muss nicht sein

    Ist ja gut und recht aber wieso müssen hier Personen an den Pranger gestellt werden? Ich kann es gut verstehen das jemand nach oder in einer harten Saison der Nati einen Korb geben muss. Ist ja sein gutes Recht und lieber so als der Arrogante Gockel zu sein wie unsere Fussballer. Wenn Du sieben Tage arbeitest mit drei oder vier spielen bist Du halt irgendwann am Limit.

    • Jo Blocher am 29.12.2019 06:02 Report Diesen Beitrag melden

      @Tinu

      Falsch! Hockeyspieler haben pro Match vielleicht 20 Minuten Eiszeit, Fussballer spielen i.d.R. 90 Minuten....man rechne!

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  • Heiri am 28.12.2019 10:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    so ist es

    wenn wir doch nur so einen Fussball Natitrainer hätten... Dann wären Bänkliwärmer wie Mvogo, Moubandje und Drmic Geschichte . PS: egal welchen Platz Davos belegt, Herzog wird den SC nicht gewinnen. Er verbringt die Altjahreswoche auf dem Porzelanthron