SCB-Trainer Larry Huras

15. März 2011 13:24; Akt: 15.03.2011 13:31 Print

«Wir sind nicht nur gross und kräftig»

von Klaus Zaugg - SCB-Trainer Larry Huras sagt vor dem Halbfinal-Duell mit den Kloten Flyers im Interview mit 20 Minuten Online, warum er sein Team stärker einschätzt als vor einem Jahr.

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Larry Huras glaubt, dass sein Team gegenüber dem Vorjahr besser geworden ist. (Bild: Keystone)

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Hand aufs Herz: Haben die SCL Tigers den SC Bern in den Viertelfinals bis ans Limit gefordert?
Larry Huras: Nein. Die Langnauer haben uns zwar stark gefordert. Aber wir mussten nicht ans Limit gehen.

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Das wird gegen die Kloten Flyers anders sein.
Oh yes, they are a different animal.

Was muss gegenüber den Spielen gegen Langnau besser werden?
Wir waren dazu in der Lage, die Spiele gegen Langnau zu kontrollieren. Aber unsere Chancenauswertung war ungenügend. Wir können gegen Kloten nicht mehr davon ausgehen, dass wir wieder 25 oder mehr Torchancen pro Spiel bekommen. Vielleicht werden es noch 15 bis 18 sein. Und wir spielten zu undiszipliniert. Es darf gegen Kloten nicht mehr sein, dass wir in drei-gegen-fünf Unterzahlsituationen geraten.

Sind die vielen unnötigen Strafen – alleine 24 Zweiminutenausschlüsse – auch darauf zurückzuführen, dass Ihre Spieler halt die Langnauer doch nicht ganz ernst genommen haben?
Nein. Die Langnauer haben uns mit den zwei Siegen in der Qualifikation sehr geholfen. Keiner hat nach diesen zwei Niederlagen diese Mannschaft unterschätzt. Die vielen Strafen waren eher die Folge von zu starker Motivation und der Tendenz, zu viel zu wollen.

Sie sagten, Kloten sei «a different animal», also ein anderes Tier als der Tiger. Was ist anders?
Die Klotener sind schneller und haben mehr Talent als die Langnauer. In der Spielanlage sind sie uns sehr ähnlich. Sie sind defensiv sehr gut organisiert, sie fahren direkte Linien in der neutralen Zone, die Gegenangriffe kommen sehr schnell und das Forechecking ist fast gleich. Worauf wir achten müssen: Die Verteidiger sind kreativ und rücken mit in die Offensive auf.

Die Kloten Flyers sind wahrscheinlich sogar schneller als die grossen bösen Bären und Trainer Anders Eldebrink kann auf die alte Hockey-Weisheit «speed kills» bauen: Tempo besiegt Grösse und Kraft und Wasserverdrängung.
Oh ja. Es stimmt, wir sind grösser und kräftiger. Aber wir sind nicht nur gross und kräftig, wir sind auch schnell.

Ihre Mannschaft wirkt in lichten Momenten defensiv solide wie ein NHL-Team – aber es fehlt der offensive Glamour.
Das scheint nur so, weil wir unsere Torchancen im Viertelfinale nicht gut genützt haben.

Wie schätzen Sie die Mannschaft im Vergleich zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr ein?
Wir sind besser als vor einem Jahr. Weil wir als Mannschaft kompakter und damit defensiv besser geworden sind. Wir habe zwar Roman Josi verloren. Aber Joel Kwiatkowski wird immer besser und kann in unserem Powerplay mehr und mehr eine ähnliche Rolle wie Roman Josi übernehmen.

Können Travis Roche und Brett McLean wieder spielen?
Ja, bis auf Vigier sind alle Ausländer einsatzbereit. Vigier trainiert bereits wieder und in rund zehn Tagen kann er wieder spielen.

Er ist Ihr Liebling. Spielt er auch nächste Saison beim SC Bern?
Ich denke, dass wir einen Weg finden werden, um seinen Vertrag verlängern zu können.