Eishockey-WM

14. Mai 2019 23:32; Akt: 15.05.2019 14:02 Print

Dritter Sieg im dritten Spiel

Die Schweiz gewinnt gegen Österreich diskussionslos 4:0. Damit haben die Eisgenossen nun beste Chancen auf den Viertelfinaleinzug.

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Im ersten Drittel hinterliessen die Schweizer alles andere als einen unwiderstehlichen Eindruck. Dennoch lagen sie nach 20 Minuten 1:0 vorne. Das Tor erzielte Kevin Fiala 33 Sekunden vor der ersten Pausensirene. Der Stürmer der Minnesota Wild war mit einem Direktschuss nach einem genau getimten Pass von Nico Hischier zum vierten Mal an diesem Turnier erfolgreich. Kurz zuvor hatten die Schweizer eine vier Minuten dauernde Unterzahl nach einem hohen Stock von Roman Josi überstanden.


Fiala mit einem herrlichen One Timer zur Führung. (Video: SRF)

Im Mittelabschnitt war es dann jene Partie, die von Beginn an erwartet worden war. Die Schweizer dominierten quasi nach Belieben erspielten sich zahlreiche gute Chance, doch fehlte es an der nötigen Präzision und der letzten Konsequenz. Das Schussverhältnis im zweiten Drittel lautete 22:4 zu Gunsten des Favoriten (total 45:18), was die Überlegenheit unterstreicht. Die fehlende Kaltblütigkeit rächte sich nicht, es dauerte aber bis zur 54. Minute, ehe die Schweizer zum zweiten Mal jubeln konnten. Der omnipräsente NHL-Verteidiger Roman Josi drückte von der blauen Linie direkt ab, worauf der Puck vom Österreicher Manuel Ganahl unhaltbar abgelenkt wurde.

Powerplay funktioniert erst spät

In den letzten zwei Minuten gelangen dann noch zwei Tore im Powerplay, das zuvor nicht wie gewünscht funktioniert hatte. Für das 3:0 (59.) zeichnete der erst 19-jährige Philipp Kuraschew auf Vorarbeit von Hischier verantwortlich. Für den Schlusspunkt in doppelter Überzahl sorgte Sven Andrighetto 13 Sekunden vor dem Ende. Dabei hatte Vincent Praplan den Stock im Spiel, der nun wie Hischier sechs Skorerpunkte auf dem Konto hat.

Goalie Reto Berra, der wie im Startspiel gegen Italien (9:0) den Vorzug gegenüber Leonardo Genoni erhalten hatte, war nur wenig gefordert und feierte seinen neunten Shutout im Nationaldress, den vierten an einer Weltmeisterschaft. Überhaupt haben die Schweizer in Bratislava noch kein Gegentor bei numerischem Gleichstand kassiert, was zeigt, wie stabil sie in der Defensive sind.

Vielversprechender Einstand von Andrighetto

Der am Sonntag aus Denver angereiste Andrighetto gab nicht nur wegen des Tores einen vielversprechenden Einstand. Der wirblige Flügel der Colorado Avalanche, der auf keine einfache Saison zurückblickt, bildete zusammen mit Gaëtan Haas und Tristan Scherwey eine Sturmlinie. Für Andrighetto musste der Lausanner Defensivspieler Joël Genazzi weichen - Fischer setzte auf sieben Verteidiger und 13 Stürmer.

Nach dem Spiel war rasche Erholung angesagt, geht es doch für die Schweizer bereits am Mittwochnachmittag um 16.15 Uhr gegen Norwegen weiter. Die Skandinavier sind nach den Partien gegen Russland (2:5), Tschechien (2:7) und Schweden (1:9) noch punktelos. Alles andere als ein weiterer Sieg der Schweizer wäre eine Enttäuschung. Beim letzten Aufeinandertreffen an einer WM vor zwei Jahren in Paris gewannen die Eisgenossen 3:0. Ein Jahr zuvor in Moskau setzte es allerdings eine 3:4-Niederlage nach Verlängerung ab. Im Schweizer Tor stehen wird Genoni.

Bester WM-Start seit 2013

Der Schweiz gelang in Bratislava der beste Start in eine WM seit 2013 in Stockholm. Damals holten die Schweizer zwar nur acht von neun Punkten, besiegt wurden aber nicht Italien, Lettland und Österreich, sondern Kanada (im Penaltyschiessen), Tschechien und Schweden.

Letztmals das Punktemaximum holte die Schweiz 2010 in Mannheim. Beim Debüt von Nationalcoach Sean Simpson gewannen die Schweiz damals sogar die ersten vier Spiele: gegen Lettland (3:1), Italien (2:0), Kanada (4:1) und Tschechien (3:2).

Telegramm:

Schweiz - Österreich 4:0 (1:0, 0:0, 3:0)

Bratislava. - 4488 Zuschauer.

SR Kaukokari/Rantala (FIN), Jensen/Nikulainen (DEN/FIN).

Tore: 20. (19:28) Fiala (Hischier, Praplan) 1:0. 54. Josi (Loeffel, Simon Moser) 2:0. 59. Kuraschew (Hischier/Ausschluss Thomas Raffl) 3:0. 60. (59:47) Andrighetto (Diaz, Praplan/Ausschlüsse Herburger, Wolf) 4:0.

Strafen: 4mal 2 Minuten gegen die Schweiz, 9mal 2 plus 10 Minuten (Herburger) gegen Österreich.

Schweiz:Berra; Weber, Josi; Janis Moser, Diaz; Loeffel, Frick; Fora; Fiala, Hischier, Praplan; Hofmann, Kuraschew, Martschini; Scherwey, Haas, Andrighetto; Ambühl, Bertschy, Simon Moser; Rod.

Österreich: Kickert; Pallestrang, Schlacher; Heinrich, Schumnig; Peter, Wolf; Strong, Unterweger; Schneider, Herburger, Ganahl; Thomas Raffl, Michael Raffl, Hofer; Zwerger, Haudum, Baumgartner; Rauchenwald, Obrist, Cijan.

Bemerkungen: Schweiz ohne Mayer (Ersatztorhüter), Genazzi, Genoni (beide überzählig) und Bertaggia (noch nicht gemeldet). - Schüsse: Schweiz 45 (9-21-15); Österreich 18 (6-4-8). - Powerplay-Ausbeute: Schweiz 2/8; Österreich 0/3.

Eishockey

(dho/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Blitz am 14.05.2019 19:50 Report Diesen Beitrag melden

    Hopp Schwiiz

    Hopp Jungs lasst es krachen und zeigt was für eine Super Truppe ihr seit wir sind Stolz auf euch. Hopp Schwiiz

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  • Mark Frei am 14.05.2019 22:26 Report Diesen Beitrag melden

    Stark

    Die CH-Nati macht auf mich einen sehr selbstsicheren Eindruck. Bei den "einfachen" Gegner 3 Punkt zu holen ist aus meiner Sicht oftmals die schwierigere Aufgabe als gegen die Grossen. Macht weiter so...

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  • Ragulin am 14.05.2019 22:20 Report Diesen Beitrag melden

    3 Punkte

    3 Punkte sind einfach wichtig, wie spielt hier keine Rolle.

Die neusten Leser-Kommentare

  • ice-experte am 15.05.2019 12:32 Report Diesen Beitrag melden

    Chancen und Powerplay??????

    Die WM wird für die Schweiz nach dem Norwegen Spiel zu Ende sein. Nur schon Norwegen ist noch nicht geschlagen. Unsere weiche Mentalität lässt es nicht zu, dass die CH ein Superteam ist. Auch der Killerinstinkt fehlt, das schon lange. Wenn Josi immer lange Eiszeiten hat, ist er bald ausgebrannt. Die kommenden starken Teams werden die CH wieder dort hinführen, wo sie immer sind, Mittelklasse.

  • Robi am 15.05.2019 11:26 Report Diesen Beitrag melden

    Absolut OK!

    Finde die Leistung von gestern abend durchaus OK. An früheren WM's hat man ja genau gegen solche schwächer eingestuften Gegner Punkte liegengelassen, denen man dann oft verzweifelt hinterherrennen musste. Ich verstehe, dass im Hinblick auf das extrem schwierige Wochenendprogramm die allerletzte Konsequenz etwas gefehlt hat. Aber Freude hat das Team alleweil gemacht!

  • Lilly Wolf am 15.05.2019 09:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hokey WM

    Lieber Hokey NATI ! Habe genossen euhere Spiel, Wille, und Einsatz ! Ihr habt mich uns glücklich gemacht . Es wahr nicht leicht zu spielen gegen A Mannschaft , welche wahren nicht so gut wie ihr? Sie machten euch schwer, aber ihr habt Nerven behalten und bis letzte Minute , secunde an sich geglaubt . Gratuliere. Danke !

  • Marc am 15.05.2019 08:22 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaubliche Entwicklung

    Wenn ich daran denke wie die Schweizer Nati vor 10-15 Jahren gespielt hat und wie sie jetzt spielt, dann ist das eine unglaubliche Entwicklung! Ich weiss nicht woher diese jungen guten NHL Spieler alle plötzlich kommen aber die Jungs haben echt etwas drauf. Technisch haben die in einer anderen Liga gespielt als die Österreicher.

    • Elias Petersson am 15.05.2019 09:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Marc

      Die CH kann an einem guten Tag jeden schlagen und ist definitiv unter den Top8 angekommen! Freue mich auf tolle 1/4 Final-Spiele, wo die WM wirklich beginnt! Good luck Swiss-Hockey, vielleicht sieht man sich im Finale!

    • Martin am 15.05.2019 09:56 Report Diesen Beitrag melden

      gute Nachwuchsarbeit

      Hat man gestern im SRF Studio noch besprochen, vor 25 Jahren waren wir auf Augenhöhe mit Österreich, aber dann haben wir immer mehr in den Nachwuchs investiert (zB Profitrainer für den Nachwuchs engagiert, mehr Testspiele im Nachwuchs gegen Topteams, die GCK als ZSC Academy nun gibt es auch Ticino Rockets und EVZ Academy usw usf)..genau das hat sich über Jahre ausgezahlt. Das Gleiche sieht man ja auch im Fussball...

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  • Sepp am 15.05.2019 08:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zeigt es den arroganten Schweden

    Jetzt können sich die Schweden auf was gefasst machen! Am Mittwoch gibts Revanche für 2013 und letztes Jahr!