Playoff-Final

12. April 2019 06:31; Akt: 12.04.2019 10:26 Print

Almquist streckt Suri brutal nieder

Im Schlussdrittel des ersten Finalduells checkt der schwedische SCB-Verteidiger den Zuger gegen den Kopf. Auch Roes Schwalbe gibt zu reden.

Überhartes Einsteigen: SCB-Verteidiger Adam Almquist checkt Zugs Reto Suri gegen den Kopf und wird danach unter die Dusche geschickt. (Video: SRF)
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Eine Szene sorgt nach der ersten Partie der Final-Serie zwischen Bern und Zug für Gesprächsstoff, weil sie besonders hässlich ist. Was hat sich abgespielt? Der dritte Abschnitt läuft, die Stimmung ist aufgeheizt. Die Gäste aus der Zentralschweiz haben in der 47. Minute im Powerplay durch Garrett Roe auf 3:1 erhöht. Der SCB versucht sich gegen die nächste im Playoff drohende Heimniederlage zu stemmen. Die Zuger powern weiter und lancieren keine Minute nach ihrem dritten Treffer den nächsten Angriff.

Reto Suri setzt sich an der Bande gegen Yanik Burren durch. Da kommt Adam Almquist herangefahren und mäht den EVZ-Stürmer um. Die Schiedsrichter unterbrechen das Spiel sofort und schicken den SCB-Verteidiger in die Kühlbox. Suri bleibt nach dem brutalen Check gegen seinen Kopf benommen liegen, vergräbt sein Gesicht in den Handschuhen und windet sich vor Schmerzen. Der 30-Jährige blutet und muss medizinisch versorgt werden.

Nach dem Spiel grosses Pflaster am Kinn

Für Suri ist die Partie gelaufen. Er muss zur weiteren Pflege in die Garderobe. Auch für den Täter ist das Spiel vorbei. Der Schwede wird unter die Dusche geschickt. Er kassiert eine Fünf-Minuten- plus Spieldauerdisziplinar-Strafe und erweist seiner Mannschaft damit einen Bärendienst. Sie verliert die Partie allerdings nicht nur deshalb 1:4. Die Liga hat den 28-jährigen am Freitag vorsorglich für ein Spiel gesperrt und ein Verfahren gegen ihn eröffnet.

Als Suri nach dem Spiel die PostFinance-Arena verliess, klebte ein grosses Pflaster an seinem Kinn. Immerhin konnte Suri das Stadion ohne Hilfe der ärztlichen Abteilung verlassen und auch seine Hockeytasche selber tragen. «Wir hoffen, dass es nicht allzu schlimm ist», sagte EVZ-Trainer Dan Tangnes.

«Almquist ist nicht bekannt für solche Fouls»

Aber was um Himmelswillen ist bei dieser Aktion in Almquist gefahren? «Ich kenne ihn aus meiner Zeit in Schweden. Er ist eigentlich nicht bekannt für solche Fouls», staunte auch Tangnes, «vielleicht hat es mit der zunehmenden Müdigkeit zu tun.» Natürlich rechnen sie in Zug damit, dass das Vergehen des Schweden in Form von Spielsperren sanktioniert wird.

Der zweite Buhmann im Spiel, wenn man so will, war Zugs Stürmer Roe. Zwei Mal wurde er innert kurzer Zeit gefoult. Darüber bestehen auch keine Zweifel. Aber beide Male verlieh er dieser Tatsache mit einem etwas gar theatralisch wirkenden und ein wenig an den Fussballer Neymar erinnernden Verhalten Nachdruck.

Zunächst dadurch, wie er beim Kniecheck von Beat Gerber spektakulär abhob. Und danach wie er beim Stockschlag von Ramon Untersander seinen Stock durch die Luft schleudern liess. Für die zweite Aktion erhielt dann neben Untersander auch Roe eine Zweiminuten-Strafe wegen einer Schwalbe.

«Dass ich eine Strafe für eine Schwalbe erhalte, ist interessant»

Auch beim «Fall Roe» herrschte grosses Staunen. Denn der Amerikaner ist eigentlich nicht für Schwalben bekannt, sondern ein Kämpfer vor dem Herrn. Wie sah er selbst die beiden Aktionen? «Bei der ersten Szene versuchte ich Gerber auszuweichen, doch er stellte sein Bein raus und traf mich am Schienbein. Bei der zweiten war es ein zweihändiger Stockschlag. Dass ich da anschliessend eine Strafe für eine Schwalbe erhalte, ist schon interessant.»

Video: Garrett Roe für Schwalbe bestraft
Umstrittene Szenen: Der Zuger Stürmer wird zuerst von den Beinen geholt und kassiert später 2 Minuten für Vortäuschen. (Video: SRF)

Wer die beiden Aktionen genau anschaue, könne sehen, was geschehen sei. Deshalb beschäftige es ihn auch nicht, wenn ihm nun möglicherweise seit Donnerstag ein zweifelhafter Ruf anhaftet: «Ich konzentriere mich darauf, mich auf das zweite Finalspiel vom Samstag vorzubereiten.»

Die Berner Fans pfiffen erbarmungslos wegen Roe, doch der 31-Jährige blieb in der hitzigen Atmosphäre cool und entschied später mit dem 3:1 diese erste Final-Partie, die schliesslich mit einem 4:1-Erfolg der Zuger endete. «Das ist auch eine Frage der Erfahrung. Ich weiss, dass mich die Fans hier nicht mögen, aber das ist für mich okay. Das Spiel wird auf dem Eis entschieden.»

Eishockey

(mal/ddu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rolf am 12.04.2019 09:51 Report Diesen Beitrag melden

    Check

    Check gegen den Kopf, hebt mit beiden Schlittschuhen vom Boden ab, könnte eigentlich den Puck spielen, aber seine Intention ist klar die, Suri zu verletzen. Der spielt in diesem Finale nicht mehr

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  • Kurt schlnbächler am 12.04.2019 09:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Raus mit dem Mann

    Das wäre für mich sehr einfach zu entscheiden: 6 Spielsperren - der Mann dürfte in den Final-Playoffs keine Partie mehr mittun. In den Aufnahmen ist klar ersichtlich, dass er nur den direkten Angriff auf den Mann fährt. Und mit der Wucht, mit der er den Angriff ausführt, will er den Gegner ganz klar schwerst verletzen. So ein Mann hat auf Schweizer Eisfeldern nichts zu suchen.

  • SCRJ am 12.04.2019 09:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Macht sie alle

    Almqvist war mit beiden Schlittschuhen in der Luft, also abgehoben, was die nachträgliche Strafe hoffentlich beeinflusst. Der sollte mindestens 5 Spiele kriegen, wenn nicht mehr. Alles andere wäre nicht nachvollziehbar. Wenn der Gegner des SCB spielerisch und der Schnelligkeit überlegen ist, muss man sein primitives Gesicht, Hockey zeigen. Ich hoffe sehr das der EVZ Meister wird. Let's go Zug. Dass ich das mal über Zug schreiben würde. :-) Gruss aus Rappi

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Junioren Trainer am 12.04.2019 16:15 Report Diesen Beitrag melden

    Frage an SCB

    müssten da nicht auch die Trainer und Vorstand vom SCB in die Verantwortung genommen werden. Ich wäre dafür so würde nämlich das kaputt machen von Menschen in diesem Sport endlich aufhören. Mein Urteil: Spieler für den Rest raus, der Club zu 50.000.-- Strafe belegen.

  • Enkel Vom Bär am 12.04.2019 15:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Murmel

    Das war doch nichts sie spielen doch nicht Murmel.

  • Björn aus Stockholm am 12.04.2019 15:40 Report Diesen Beitrag melden

    Nächstes Spiel

    Es war ein grobes Foul, gibt einige Spielsperren und fertig. Schaut euch mal Spiele von der Svenska Sl an, da wird sehr Hart aber Fair gespielt und so sollte es sein. Aber jetzt noch ein Medienspektakel daraus machen, ist dann übertrieben.

    • Patrick am 12.04.2019 16:05 Report Diesen Beitrag melden

      @Björn

      Habe gestern übrigens zufällig noch ein bisschen Frönlunda vs Lulea geschaut bevor der EVZ:SCB Match begann...komisch ich sah dort nie eine solche dreckige Aktion!

    • Pauli vom Zugersee am 12.04.2019 17:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Björn aus Stockholm

      Suri hat einige Zähne verloren und das findest du wahrscheinlich noch lustig.

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  • die neutrale am 12.04.2019 15:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    proleten

    wenn man den scb trainer anschaut könnte man nicht denken dass er solche proleten wie A und S züchtet. wie man sich täuschen kann.

    • Chris K am 13.04.2019 15:18 Report Diesen Beitrag melden

      Gehts noch?

      Den Charakter eines Spielers auf den Trainer zurückzuführen ist mehr als fragwürdig!

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  • Andy Felix am 12.04.2019 14:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was ist mit dem Foul an Mursak?

    Im 1. Drittel wurde Mursak auf offenem Eis ähnlich umgefahren wie suri, aber gemäss blick habe er nicht aufgepasst... Wahnsinn, da passiert nix und der berner muss dann raus (zurecht), aktion geht gar nicht. Aber total unverständlich dass Aktion im 1. drittel nicht geandet wird...

    • Urs am 12.04.2019 16:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Andy Felix

      Kaufen Sie sich mal eine Brille, aber keine Fanbrille.

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