Ligaqualifikation

29. März 2011 15:46; Akt: 29.03.2011 15:48 Print

Ambri kämpft um seine Existenz

Wenn Ambri in der Ligaqualifikation gegen Visp antritt, geht es mehr als um den Verbleib in der NLA. Der Traditionsverein spielt um seine Zukunft.

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Ambri kämpft gegen Visp ums nackte Überleben. (Bild: Keystone)

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Ambri-Piotta vergab in den NLA-Playouts gegen Biel und die Rapperswil-Jona Lakers jeweils einen Vorsprung von 2:0 Siegen. Gegen Visp befinden sich die Leventiner auf Grund ihres angeschlagenen Nervenkostüms auch deshalb nur in einer leichten Favoritenrolle. Im Falle eines Aufstiegs soll das Budget der Oberwalliser gerüchteweise auch durch einen russischen Investor auf sechs Millionen Franken verdoppelt werden.

Visp, der Schweizer Meister von 1962, bestreitet wie Ambri-Piotta erstmals die Ausmarchung um den zwölften und letzten NLA-Platz für die darauffolgende Saison. Der Sechste der NLB-Qualifikation düpierte im Final der zweithöchsten Liga den haushohen Favoriten und «ewigen» Aufstiegsanwärter Lausanne mit 4:0 Siegen und wurde zum zweiten Mal nach 1960 NLB-Meister. Davor hatten die Oberwalliser mit La Chaux-de-Fonds bereits dem Qualifikationssieger das Nachsehen gegeben. Auch deshalb verspricht Ambris Topskorer Inti Pestoni, dass die Tessiner die Walliser nicht unterschätzen werden.

Visp ist gerüstet

Visp wird seit Weihnachten 2010 von Bob Mongrain trainiert. Der Kanadier, früher bei Kloten und Sierre tätig, kann sich auf eine starke Fraktion von Routiniers stützen. Dazu gehören die frühere ZSC-Ikone Michel Zeiter (36) sowie die Kanadier Steve Brulé (36) und Dominic Forget (30/Tospkorer), der Captain sowie wertvollste NLB-Spieler der letzten Saison.

Die Sturmreihe mit Luca Triulzi, Alain Brunold und dem gebürtigen Tschechen Tomas Dolana ragte in den diesjährigen NLB-Playoffs mit insgesamt 48 Skorerpunkten heraus. Vor Goalie Jonas Müller, einem «Wandervogel» in der National League, räumen Beat Heldstab (32), Philipp Portner (33) und Marco Schüpbach (32) auf.

Präsident Lombardi appelliert an Ambri-Fans

Ambri-Piotta, das vor gut einem Jahrzehnt noch zweimal europäischer Continentalcup-Gewinner gewesen ist, einmal den europäischen Supercup holte und 1999 den Playoff-Final in der Nationalliga A erreicht hat, wird in der Ligaqualifikation wie Gegner Visp bloss zwei Ausländer einsetzen dürfen. Angesichts der seit Wochen anhaltenden Verletzungsprobleme herrscht ohnehin keine Qual der Wahl. Die eigentlich gesetzten Erik Westrum und Zdenek Kutlak (Hirnerschütterungen) sowie Eric Landry (Rücken) sind nicht einsatzfähig. Stéphane Veilleux befindet sich in unzureichender Form. Deshalb werden Verteidiger Wladimir Denissow (WRuss) und Stürmer Martin Kariya (Ka) die Best-of-7-Serie beginnen.

Für Präsident Filippo Lombardi ist der Abstieg von Ambri-Piotta kein Thema - der Stolz verbietet ihm solche Gedanken. Gleichzeitig ist sich Lombardi aber die Wichtigkeit der Aufgabe für den ein dreiviertel Jahrhundert alten Nordtessiner Dorfklub bewusst. «Die nächsten Tage sind die vielleicht wichtigsten in der Klubgeschichte. Ambri braucht die Unterstützung der Fans im Stadion. Wohl kaum ein anderer Klub hat soviele Fans, die das Stadion kaum von innen sehen. Es ist Zeit, dies zu ändern.» Lombardis Aufforderung: «Unterstützt jetzt Euren Lieblingsverein, sonst könnt ihr es vielleicht nie mehr tun.»

(sda)