Machtlose ZSC Lions

11. Dezember 2008 10:05; Akt: 11.12.2008 11:30 Print

Beat Forster wird nach Davos wechseln

von Klaus Zaugg - Die Aufregung um Beat Forster dürfte sich bald legen: Der Transfer des Nationalverteidigers von den ZSC Lions zum HC Davos wird in den nächsten Tagen über die Bühne gehen. Voraussichtlich verteidigt Forster schon beim Spengler Cup für den HC Davos.

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«Die Differenzen sind so gross, dass es eine Fortsetzung der Zusammenarbeit nicht mehr möglich ist», sagt einer, der nicht namentlich genannt sein will aus dem Umfeld von Beat Forsters. Damit ist klar: Ein Transfer geht über die Bühne, der die Meisterschaft entscheiden kann. Mit Beat Forster wird der HC Davos zum Titelkandidat. Ein Transfer war schon im Sommer und Herbst kurz thematisiert worden - mit einem Tausch gegen Michel Riesen. Doch nach der Vertragsunterschrift von Riesen mit den Lakers (wo er ab nächster Saison spielt) war das Thema wieder vom Tisch.

Einverständnis der Lions ist trotz Vertrag nicht nötig

Die ZSC Lions können nur gute Miene zum bösen Spiel machen. Sie sind machtlos. Obwohl sie mit Forster einen gültigen Vertrag bis 2011 haben. Das Arbeitsrecht ermöglicht die freie Wahl des Arbeitsplatzes zu jeder Zeit. Wenn der HC Davos einen Arbeitsvertrag mit Forster bei der Liga vorweist, bekommt er auch die Spielberechtigung. Es ist dann am HC Davos mit den ZSC Lions die Transfersumme auszuhandeln. Gemäss Reglement werden bei einem Transfer aus einem laufenden Vertrag heraus 500'000 Franken Ablöse fällig. HCD-Präsident Tarcisius Cavievel bestätitgte in Bern die Fakten: «Wir werden ihm heute einen Vertrag anbieten und die 500'000 Franken bezahlen.» Ein Einverständnis der ZSC Lions ist nicht einmal mehr nötig.

Die Zürcher können Forster vor Arbeitsgericht wegen Kündigung zur Unzeit einklagen und Schadenersatz verlangen. Gemäss gängiger Gerichtspraxis beträgt der Schadenersatz zwischen drei und sechs Monatslöhnen.

Zurück zu den Ursprüngen

Der Sohn der Schwingerlegende Walter Schiess ist in Davos zum Nationalverteidiger gereift und wechselte im Sommer 2005 nach Zürich. Die Kontakte zum HCD sind nie abgerissen, Arno del Curto ist immer ein wichtiger Vertrauter Forsters geblieben.

Der Appenzeller leidet noch an einer Adduktorenzerrung. Ob er beim Spengler Cup für den HCD verteidigt, hängt nur noch davon ab, ob er bis dahin fit ist.