Playoff-Final

16. April 2019 19:31; Akt: 16.04.2019 22:53 Print

Bern feiert gegen Zug abgeklärten Heimsieg

Eine bärenstarke Startphase reicht dem SC Bern, um zuhause Spiel 3 gegen den EV Zug klar zu machen. Bern führt in der Serie 2:1.

Spektakuläre Startphase: Scherwey erzielt nach 13 Minuten bereits das 3:1. (Quelle: SRF)
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Die Fussballer der Young Boys haben am Wochenende vorgelegt. Am Dienstag lieferte der SCB gute Argumente dafür, dass auch der Meistertitel in der zweitwichtigsten Schweizer Mannschaftssportart in Bern gefeiert wird. Unter den Augen von YB-Captain Steve von Bergen lieferten die Berner Eishockey-Profis eine abgeklärte Leistung ab.

Die Differenz schufen die Berner, die erst ihren vierten Heimsieg in diesen Playoffs feierten, bereits im ersten Abschnitt herbei. Dank zweier Powerplay-Treffer aus zwei -Möglichkeiten und einem Weitschuss von Mark Arcobello - nur 88 Sekunden nach dem zwischenzeitlichen Zuger Ausgleich zum 1:1 - führte das Team von Trainer Kari Jalonen nach 20 Minuten wegweisend mit 3:1.


Mit diesem Abschluss eröffnet Arcobello den Torreigen. (Quelle: SRF)

Arcobello spielt gross auf

Die ersten beiden Treffer glichen sich aufs Haar. Arcobello schoss jeweils aus der Distanz, Simon Moser nahm dem Zuger Goalie Tobias Stephan vor dem Tor jeweils die Sicht. Beim 1:0 lenkte er den Puck zudem noch leicht ab. Der Captain hatte an den Toren mindestens so viel Anteil wie der PostFinance-Topskorer, der seine Leistung mit einem Schuss ins leere Tor krönte und damit auch gleich den Schlusspunkt setzte.


Arcobello bringt Bern mit seinem zweiten Treffer wieder in Front. (Quelle: SRF)

Nach dem nahezu perfekten ersten Abschnitt liess Bern nichts mehr anbrennen. Es kontrollierte die Partie über weite Strecken und riegelte die eigene blaue Linie rigoros ab. Die Zuger fanden keine Lücken; Bern raubte ihnen mit seinem unspektakulären, aber effektiven und fehlerlosen Defensivspiel die Energie. Und wenn der EVZ doch einmal zu einer Chance kam, dann brillierte Leonardo Genoni oder das Glück stand auf Seiten des SCB. So nach 38 Minuten, als Reto Suri einen Pfostenschuss zu beklagen hatte.

Zuger Express gerät ins Stocken

Suri hatte sich im ersten Vergleich nach dem brutalen Check von Adam Almquist Verletzungen im Gesicht zugezogen und kehrte nun nach nur einem Spiel Pause in die Zuger Aufstellung zurück. Ebenfalls rechtzeitig zurück war Dennis Everberg, der am Montag Vater wurde und dafür kurzfristig nach Schweden geflogen war. Erstmals setzte Zugs Trainer Dan Tangnes in diesem Final auf den Ausländerpositionen auf David McIntyre, der den bisher blassen Brian Flynn ersetzte. Die Massnahme zahlte sich nicht aus. McIntyre, einst einer der wichtigsten Zuger Stürmer, vermochte zwischen Suri und Reto Martschini ebenfalls keine entscheidenden Akzente zu setzen.


Klingberg erzielt das einzige Zuger Tor. (Quelle: SRF)

Der Zuger Express, der zuvor so souverän die Viertel- und Halbfinals überstanden hatte, ist arg ins Stocken gekommen. Am Samstag hatte Zug dank dem starken Powerplay (zwei Treffer) bis in die Verlängerung auf einen Sieg hoffen dürfen. In Spiel 3 erhielten die Zentralschweizer erst im zweiten Abschnitt die erste Gelegenheit auf ein Überzahl-Spiel. Dario Simion machte die Chance aber mit einer unnötigen Strafe in der Offensivzone gleich wieder zunichte.

Breites Berner Kader

Auch auf der Seite von Bern gab es im Vergleich zu Spiel 2 Änderungen in der Aufstellung. Der zuletzt verletzte Verteidiger Calle Andersson gab sein Comeback - früher als angekündigt. Dafür muss Kari Jalonen für den Rest der Serie auf Daniele Grassi verzichten. Der Stürmer, der Bern in den Viertelfinals mit drei Treffern «gerettet» hatte, verletzte sich Samstag gröber an der Schulter.


Scherweys Powerplay-Tor wird wegen Offsides aberkannt. (Quelle: SRF)

Weil sich andere mittlerweile gesteigert haben und Berns vierte Formation nach dem Comeback von Gaëtan Haas mittlerweile zwei WM-Silberhelden (Haas und Matthias Bieber) beinhaltet, kann Bern den Ausfall Grassis ohne Probleme verkraften - vor allem wenn es weiterhin so stark auftrumpft.

Bern - Zug 4:1 (3:1, 0:0, 1:0)
17'031 Zuschauer (ausverkauft). - SR Wiegand/Stricker, Wüst/Kaderli.
Tore: 4. Moser (Arcobello, Untersander/Ausschluss Diaz) 1:0. 8. (7:12) Klingberg (Everberg, Roe) 1:1. 9. (8:40) Arcobello (Andersson) 2:1. 13. Scherwey (Mursak, Haas/Ausschluss Roe) 3:1. 58. Arcobello 4:1 (ins leere Tor). Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Bern, 6mal 2 Minuten gegen Zug. - PostFinance-Topskorer: Arcobello; Roe.
Bern: Genoni; Untersander, Burren; Krueger, Blum; Andersson, Beat Gerber; Colin Gerber; Rüfenacht, Arcobello, Moser; Boychuk, Mursak, Ebbett; Sciaroni, Heim, Scherwey; Berger, Haas, Bieber; Kämpf.
Zug: Stephan; Diaz, Morant; Thiry, Alatalo; Schlumpf, Zgraggen; Zryd; Klingberg, Roe, Everberg; Martschini, McIntyre, Suri; Lammer, Senteler, Simion; Leuenberger, Albrecht, Schnyder; Zehnder.
Bemerkungen: Bern ohne Almquist (gesperrt), Kamerzin, Grassi (beide verletzt), Marti und Brügger (beide überzählig), Zug ohne Flynn, Widerström und Stadler (alle überzählig). Pfostenschuss Suri (38.). Tor von Scherwey nach erfolgreicher Coaches Challenge wegen Offsides aberkannt (57.). Zug von 57:48 bis 57:57 ohne Torhüter.


Eishockey

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ebi b am 16.04.2019 21:17 Report Diesen Beitrag melden

    Schlittschuhe

    Fällt das nur mir auf oder haben die Zuger effektiv ein Problem mit den Schlittschuhen. Fallen überdurchschnittlich viel hin

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  • Normaler am 16.04.2019 22:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    SCB - EVZ

    Heute hat einfach die bessere und clevere Mannschaft gewonnen. Der SRF ZSC Fan Moderator sollte sich besser auf die beiden Mannschaften konzentrieren wo spielen. So wie Bern heute spielte, so wird man Meister. Jeder ist überdurchschnittlich gelaufen und keiner hat einen Meter verschenkt. Man war heute mehr Team als Zug. Freue mich auf den Donnerstag. Hopp SCB

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  • VIP Postfinance Arena Sitzplatz John am 16.04.2019 22:50 Report Diesen Beitrag melden

    Zug wirft erneut Bierbecher

    Frechheit dass die Zuger Fans heute wieder Bierbecher auf die Sitzplätze geworfen haben. Total unsympathisch

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Die neusten Leser-Kommentare

  • nina am 17.04.2019 16:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eishockey > Fussball

    Was heisst hier 2.wichtigste Mannschaftssportart :O Eishockey ist 1000000x besser als Fussball. Da kennt man den Meister wenigstens erst am Ende der Saison

    • Billig am 17.04.2019 18:13 Report Diesen Beitrag melden

      naja

      Aber auch nur durch das Play-Off System. Hat also nix mit der Sportart an und fürs ich zu tun. Die US Fussball-Liga spielt übrigens auch Play-Off.

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  • Isidor Holmer am 17.04.2019 15:47 Report Diesen Beitrag melden

    Tatsache

    Meine Prognose ist, wenn Zug am Donnerstag nicht den Heimsieg holt, dann ist die Serie gelaufen.

  • HonigtauBunsenbrenner am 17.04.2019 15:13 Report Diesen Beitrag melden

    223 Kommentare - Anzeigen werden teurer

    223 Kommentare - da scheint etwas die Gemüter zu bewegen. Sind es die Schiedsrichter, welche natürlich von Klub X bestochen worden sind (...weil Klub Y zu wenig geboten hat), oder dass die 7 Linie bei Klub X 61 Sekunden mehr oder weniger Einsatzminuten hatte als bei Klub Y die 6e Linie? Man wird es nie wissen, wenn man die Kommentare nicht liest. Teilweise wären diese gut geeignet als Praxisbeispiele für angehende Psychiater. Und zum Schluss singen wir noch alle gemeinsam: Mimimimimimi...mimimimimimi

  • Der Wecker am 17.04.2019 11:45 Report Diesen Beitrag melden

    Hockey-WM in Sicht

    Es ist nett das beide Finalisten auf "Augenhöhe"spielen,aber wenn Zug Meister wird wäre das fatal!Habe NHLplayoff-Bilder von Boston gegen Toronto und das Spiel Carolina vs. Washington gesehen, und was da physisch abging,dakönnen alle einpacken(Marchini, Suri, Roe u.s.w.). Das schlimmste sind diese Spielanalysen auch von Journalisten und "Experten" die vonHärtevon Bern reden. In den Playoffs gilt es in rester linie einzustecken,Ungerechtigkeiten ertragen und den Gegner vom Eis arbeiten! Bern scheint dies eher im Griff zu haben.Die Spieler die imNHLPlayoff ausscheiden, sind die Gegner der Nat!

  • Karl Valley am 17.04.2019 11:28 Report Diesen Beitrag melden

    EVZ is here to stay

    Bern, der Hockey Club mit Tradition. Zug, der Club mit Zukunft. Zwei Finalserien in drei Jahren, viel Qualität trotz weniger Budget. Egal, wenn wir 2019 noch Lehrgeld bezahlen und nur den Cup gewinnen (wo wir alle Teams, inklusive Bern auswärts schlugen). Die beiden frühen Strafen gestern haben Zug stark geschadet, ein glücklicher Treffer von Klingberg, ein Pfostenschuss von Suri, ein überragender Genoni, eine erfolgreiche Challenge. So ist Hockey.

    • Tragicomix am 17.04.2019 15:56 Report Diesen Beitrag melden

      Es isth zum weynen

      Ja, der EVZ ist die ärmere Variante der Ilfis-Tigers. Die haben - gottseidank - dem EVZ auch noch ihre Nachwuchsspieler Zyrd und Albrecht überlassen, damit die Zuger nicht allzu krass im Nachteil sind. Die leiden ja schon genug darunter, dass sie in einer der ärmsten Regionen der Schweiz angesiedelt sind. Kaum Sponsoren, keine Mäzen, seit Jahren eine Billigtruppe beisammen - man darf es sich gar nicht so genau vorstellen, sonst muss man fast ein wenig weinen. Auf dem Transfermarkt hat man diese Saison auch nur einen Restposten mit gelbem Helm aus dem Tessin ergattert, plus einen Lottergoali.

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