Halbfinalserie Bern-Kloten

20. März 2011 22:25; Akt: 20.03.2011 22:55 Print

Bern spielt nicht intelligent genug

von Peter Berger - Zum ersten Mal in einer Best-of-7-Serie liegt der SC Bern mit 0:3 hinten. Der Titelverteidiger machte auch im dritten Spiel gegen Kloten (3:4) Fehler.

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Rüthemann (l.) traf zweimal, gegen defensive Fehler seiner Mitspieler war er machtlos. Foto: Photopress

Fehler gesehen?

In den 25 Playoff-Jahren haben in der NLA erst Lugano (2006 gegen Ambri), Zug (2007 gegen Rapperswil-Jona) und Davos (2008 gegen Zug) eine Best-of-Seven-Serie nach einem 0:3-Rückstand noch gewonnen. Das Unterfangen Titelverteidigung scheint für die Berner aussichtslos, zumindest wenn sie weiterhin derart fehlerhaft auftreten.

Wie schon am Donnerstag nutzten die Klotener einen Berner Wechselfehler aus. Zudem sah bei Luomolas 1:1 Goalie Bührer erneut nicht gut aus. «Unsere Defensive stimmt nicht», stellte Stürmer Ivo Rüthemann fest und erhielt dies von Larry Huras bestätigt. «Mit vier Gegentoren kann man nicht gewinnen.» Der Coach fand auch einen Grund für die zahlreichen individuellen Fehler. «Einige denken an irgendetwas, nur nicht an das, was sie sollten.» Es fehle an mentaler Stärke. «Und wir müssen intelligenter sein.»

Huras war der Zorn anzumerken, auch wenn er seinen Galgenhumor behielt. Vor zehn Jahren sagte er als damaliger ZSC-Coach nach einem 1:3-Rückstand im Final gegen Lugano, dass sie nun einen Elefanten essen müssten. Gestern betonte der Kanadier: «Wir werden jetzt viel Elefant essen. Entweder mit Pasta oder Reis.»

Derweil wollte Rüthemann nichts von einer Vorentscheidung wissen. «Der Druck liegt jetzt bei den Flyers. Wir gewinnen am Dienstag zu Hause, dann folgt für Kloten am Donnerstag eine Zitterpartie.» Auf die Frage, ob er sich denn des drohenden Aus wirklich nicht bewusst sei, meinte der Stürmer: «Obwohl wir Eishockeyprofis sind, ging doch jeder von uns einmal zur Schule und weiss deshalb, dass 0:3 ein grosser Rückstand ist.» Fazit: Dumm sind die Berner also nicht, aber sie müssen schleunigst intelligenter werden, soll die Saison nicht schon morgen zu Ende sein.